DBfK

Pflegeausbildung als Studium überfällig

 

Berlin (19. Juli 2012) – Der DBfK begrüßt die Empfehlung des Wissenschaftsrates, die Akademisierung der Ausbildung der Pflegeberufe und anderer Gesundheitsberufe einzuleiten. „Mit dieser Empfehlung setzt sich der Wissenschaftsrat deutlich für eine überfällige Verbesserung der Gesundheitsversorgung ein“, sagt Gertrud Stöcker, stv. Präsidentin des DBfK. „Bisher werden notwendige Konsequenzen aus den sich verändernden Anforderungen an alle Gesundheitsberufe aus kurzsichtigen und eigennützigen Gründen verweigert“, so Stöcker weiter. Den empfohlenen Anteil von 10 bis 20% schätze der DBfK aber als zu niedrig ein.

 

Auch der Wissenschaftsrat räume ein, dass immer wieder die erforderliche Quote überprüft werden müsse. Allerdings werde es schon aus Ressourcengründen (z.B. Anzahl pflegewissenschaftlich qualifizierter Hochschullehrer) gerade in der Pflege lange dauern, bis ein entsprechendes Angebot an Studienplätzen vorhanden sein und diese Quote erreicht werde. Der DBfK sehe aber noch Diskussionsbedarf bei den verschiedenen Begründungen für die akademische Ausbildung und den daraus abzuleitenden Studienangeboten.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin hat die Vorschläge des Wissenschaftsrates rundweg abgelehnt. Dies weist der DBfK scharf zurück. Diese Position sei im Wesentlichen getragen von einem veralteten Bild der Zusammenarbeit, von Unkenntnis der Ausbildungsrealität in den anderen Gesundheitsberufen und vor allem von der Sicherung eigener Vorteile. Die Ablehnung u.a. mit einem fehlenden Finanzierungskonzept zu begründen, sei angesichts der hohen Gehaltssteigerungen für Ärzte im Krankenhaus und den Milliarden, die für die ambulante ärztliche Versorgung vor Kurzem zusätzlich bereit gestellt worden waren, geradezu ein Hohn. Die Sorge um Planstellen anderer Berufe hätte man sich bei der überdurchschnittlichen Tariferhöhung für Ärzte im Krankenhaus gewünscht. Diese hatte zu deutlichen Stellenkürzungen in der Pflege geführt.

 


 

Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 19.07.2012 (tB).

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