DBfK

Reform der Pflegeversicherung muss konsequent umgesetzt und abgesichert werden

 

Berlin (13. November 2015) – Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) begrüßt die Verabschiedung des Pflegestärkungsgesetzes II im Deutschen Bundestag. „Damit ist endlich nach vielen Jahren der Diskussion ein pflegewissenschaftlich gestützter und der Situation pflegebedürftiger Menschen und ihrer pflegenden Angehöriger gerechterer Pflegebedürftigkeitsbegriff erreicht worden,“ sagt Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK. Allerdings bedürfe es neben der Umsetzung eines neuen Begutachtungsverfahrens auch der Anpassung der Gestaltung der Leistungserbringung. Auch hier müsse sich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff abbilden, so Wagner weiter. Neben der Erneuerung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes enthalte die Reform wichtige Verbesserungen im Detail.


Die größte Reform der Pflegeversicherung seit deren Begründung könne aber nur vollendet werden, wenn sich die prekäre Situation der beruflich Pflegenden verbessere. Zentral seien hier bessere Personalschlüssel. Ein erster Schritt dafür wären deutschlandweit einheitliche Personalschlüssel für die stationäre Versorgung. Nur mit mehr und besser qualifiziertem Pflegepersonal könne die Reform gelingen. Die Ausbildung müsse dringend reformiert werden, um den sich verändernden Anforderungen durch demographische und epidemiologische Entwicklungen zu begegnen. Nicht zuletzt müsse endlich für die Pflege in allen Versorgungssektoren ein angemessenes Gehalt bezahlt werden.

 

Unzumutbare Arbeitsbedingungen schrecken viele Pflegefachpersonen davon ab, in der direkten Klientenversorgung zu arbeiten. Es müssen Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die es ermöglichen pflegerisches Know-how umzusetzen. Die hohe Teilzeitquote und die Zahl der Pflegefachpersonen, die nicht mehr in der Pflege arbeiten, stellen ein großes Reservoir dar, das zur Behebung des Mangels mobilisiert werden könnte! Durch bessere Arbeitsbedingungen! Wir haben keinen Mangel an Pflegefachpersonen! Wir haben einen Mangel an Pflegefachpersonen, die in der Pflege arbeiten wollen!

 

 


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 13.11.2015 (tB) Thomas Backe

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