DBfK

SAM – Online-Befragung zum Sicheren Arbeiten mit Medikamenten in der Pflege

Berlin (30. September 2016) – Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit für professionell Pflegende gehören zu den wichtigen Themen, mit denen sich der DBfK beschäftigt. Nach der Beteiligung im Projekt BESI (Betriebliche Sicherheit im Umgang mit Arzneistoffen) unterstützen wir jetzt auch das Nachfolgeprojekt SAM und rufen Pflegefachpersonen auf, sich an der Online-Umfrage zu beteiligen.

Bei der Vorbereitung und Verabreichung von Medikamenten in der Pflege geht es in erster Linie um den therapeutischen Nutzen für den Patienten. In dem durch Zeitdruck und hohe Arbeitsanforderungen gekennzeichneten Pflegeberuf werden dabei der Schutz der eigenen Gesundheit und die Arbeitssicherheit möglicherweise vernachlässigt. Nicht allen Pflegenden dürfte bekannt sein, dass neben den Zytostatika auch andere, im Pflegealltag gängige, Medikamente Eigenschaften besitzen, die für sie eine Gefährdung darstellen können. Beispielsweise zeigen Berichte aus der wissenschaftlichen Literatur ein Auftreten von Sensibilisierungen in Folge eines Umganges mit Medikamenten [Swinnen et al. 2013; Gielen und Goossens 2001]. Bei einer Untersuchung von 93 Medikamenten zur Behandlung von Infektionen (u.a. Antibiotika) wiesen 28% der betrachteten Substanzen giftige, krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften auf [Heinemann et al. 2015].

Das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit der Frage einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch den Umgang mit Medikamenten in der Pflege. Hierzu wurden unter anderem Arbeitsschritte zur Vorbereitung, Verabreichung bzw. Entsorgung von Medikamenten experimentell nachgestellt. Es zeigte sich, dass eine mehr oder weniger große Freisetzung von Medikamentenbestandteilen in die Arbeitsumgebung bei nahezu jedem der untersuchten Schritte nachweisbar war. Aus dieser Freisetzung wiederum resultiert beispielsweise die Möglichkeit eines ungewollten Hautkontaktes mit Medikamenten etwa im Bereich der Hände [Kimbel et al. 2015]. Unklar ist bisher jedoch, wie häufig solche Ereignisse in der Praxis auftreten und ob sie bei Beschäftigten womöglich zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können.

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Ziel der bundesweiten Onlinebefragung „SAM“ ist es, von ambulant und stationär Pflegenden entsprechende Informationen zu erhalten. Daneben sollen Daten zur Häufigkeit und Durchführung bestimmter Tätigkeiten mit Medikamenten erhoben werden. Weitere Fragen betreffen die Wahrnehmung möglicher Gefährdungen sowie den Informationsstand in Bezug auf den Umgang mit Medikamenten. Dies kann dazu genutzt werden, praxisnahe Präventionsmaßnahmen abzuleiten, um langfristig den Arbeitsschutz in der Pflege zu verbessern und die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.

Vorläufer des Projekts SAM war BESI (siehe auch „Sicherer Umgang mit Arzneimitteln“ in Die Schwester Der Pfleger 5/2015) – der DBfK war über mehrere Jahre Kooperationspartner. Deshalb unterstützen wir auch jetzt diese Befragung und warten gespannt auf die Ergebnisse. Und darum bitten wir Sie herzlich, sich ein wenig Zeit zu nehmen und bei der Umfrage mitzumachen.

  • „SAM“ ist ab jetzt unter dem Link www.unimedizin-mainz.de/sam-pflege aufzurufen.

    Die anonyme Befragung erfolgt wissenschaftlich unabhängig durch das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz und wird von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gefördert. Am Ende haben die Befragten die Möglichkeit, an einer Verlosung von 60 Amazongutscheinen in Höhe von 25 € teilzunehmen. Bei weiteren Fragen ist eine Kontaktaufnahme mit dem Studienteam unter sam-pflege@unimedizin-mainz.de möglich.


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK e.V. , 30.09.2016 8tB) Thomas Backe

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