DBfK zur heute gestarteten Ausbildungsoffensive Pflege

Wer ausbildet, trägt Verantwortung!

 

Berlin (22. Oktober 2019) — Mit bunten Farben startete heute in Berlin die neue Ausbildungsoffensive Pflege des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) – Mitglied der Arbeitsgruppe 1 (Ausbildung) der Konzertierten Aktion Pflege – unterstützt Werbung für die Pflegeausbildung und hat die Kampagne unter dbfk.de/bildung auf seiner Webseite verlinkt. „Wer ausbildet, trägt Verantwortung und ist eine Verpflichtung eingegangen“, erklärt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. „Mit dem Ausbildungsvertrag haben Pflegeschüler/innen Anspruch auf Rahmenbedingungen, die dem Erreichen des Ausbildungsziels dienen; auf qualifizierte Praxisanleitung im Umfang von mindestens 10% ihrer Ausbildungszeit, Freistellung zur Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen und auf Lern- und Vorbereitungszeiten. Insbesondere aber dürfen den Auszubildenden nur solche Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck und –stand entsprechen. So steht es im Pflegeberufegesetz. Leider liegen häufig Welten zwischen dem, was Pflegeschüler/innen im theoretischen Unterricht lernen, und der erlebten Pflegepraxis in den Ausbildungsbetrieben“, so Bienstein.

Pflegeschüler/innen berichten flächendeckend, dass sie in den letzten Jahren häufig nur eingewiesen wurden und dann funktionieren mussten, statt ausgebildet zu werden. Sie mussten befürchten, ihr Ausbildungsziel nicht zu erreichen. Wer die mit Ausbildung verbundenen Ressourcen nicht bereitstellen will oder kann, tut sich selbst und der gesamten Branche keinen Gefallen, im Gegenteil.

Die Ausbildungszahlen in der Pflege sollen bis 2023 um 10% gesteigert werden. Dieses Ziel der neuen Offensive bewertet der DBfK kritisch, denn es sagt nichts über die Qualität der Ausbildung. Politischer Druck, Ausbildungszahlen zu steigern, birgt immer das Risiko, bei Auswahlverfahren alle Augen zuzudrücken. So vielfach geschehen in den vergangenen Jahren. Das bringt die zu pflegenden Menschen in Gefahr und führt zu frühzeitigem Ausbildungsabbruch. Experten berichten – offizielle Zahlen gibt es bedauerlicherweise dazu nicht – von Abbrecherquoten bis zu 30% in den Pflegeschulen. Das sind zumeist junge Menschen, die mit großen Erwartungen in ihren Beruf gestartet sind und denen man Perspektiven versprach, die allzu schnell von der Berufsrealität eingeholt wurden.

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„Mach Karriere als Mensch!“ ist das Motto der Kampagne. An den Arbeitsplätzen von professionell Pflegenden ist es in den vergangenen Jahren wenig menschlich zugegangen, viele sind dadurch krank geworden oder haben sich zurückgezogen. Der Pflegeberuf hat viel von seiner Attraktivität eingebüßt durch Arbeitsbedingungen, die zu lange von den Verantwortlichen toleriert worden sind. Die Ausbildungsreform der Pflege ab 2020 mit einer breit angelegten generalistischen Pflegeausbildung bedeutet eine große Chance, diesen Beruf wieder konkurrenzfähig zu machen und Berufseinsteigern echte Entwicklungsperspektiven zu bieten. Diese Chance darf auf gar keinen Fall vertan werden!

Wenn die heute gestartete Ausbildungskampagne erfolgreich sein soll, müssen zuallererst die momentanen Auszubildenden eine positive Veränderung erleben und sich als Lernende wahrgenommen und wertgeschätzt fühlen. Nur dann werden sie dem Beruf erhalten bleiben und mit Überzeugung werben für eine Branche, die sich dringend wieder als anstrebenswerte Zukunftsperspektive aufstellen muss.

 


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 22.10.2019 (tB).

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