Abb.: Die Weiterbildung zur Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik) hilft, die Behandlung von Diabetespatienten zu verbessern. Dr. med. Thomas Schaum (li.) und Britta Niebuhr am RED Institut. Photo: RED Institut für medizinische Forschung und Fortbildung GmbHDiabetesbehandlung verbessern und Klinikaufenthalt verkürzen

DDG bietet neue Weiterbildung zur Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik) an

 

Berlin (29. Mai 2015) – Jährlich werden etwa zwei Millionen Patienten mit Diabetes in einer Klinik behandelt. Sie wollen sicher sein, dass ihre Grunderkrankung kompetent berücksichtigt wird, auch wenn sie sich wegen eines Eingriffs z.B. an Hüfte oder Herz in eine Klinik begeben, die über keine diabetologische Fachabteilung verfügt. Für solche Patienten benötigen Kliniken und auch Altenpflegeinrichtungen speziell fortgebildetes Pflegepersonal. Auf diesen Bedarf hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft reagiert und bietet examinierten Pflegekräften ab sofort die Weiterbildung „Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik)“ an.


Wenn Pflegende in Kliniken und in Reha-Einrichtungen Menschen mit Diabetes betreuen, stehen sie vor einer besonderen Herausforderung: Die richtige Blutzuckereinstellung, mögliche Folgeerkrankungen an Gefäßen, Niere oder den Nerven müssen berücksichtigt werden. „Multimorbidität erfordert bei Menschen mit Diabetes mellitus andere therapeutische und pflegerische Interventionen als bei stoffwechselgesunden Patienten“, erklärt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Der Bedarf an spezialisiertem Fachpersonal in der Pflege steigt. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat daher entschieden, die Weiterbildung zur Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik) in ihr Weiterbildungsangebot aufzunehmen. Die Weiterbildung umfasst 80 Unterrichtseinheiten Theorie, die in zwei einwöchige Blöcke aufgeteilt werden, sowie eine Transferleistung, die zwischen den Präsenzphasen zu erbringen ist. Während im ersten Block die physiologischen Grundlagen des Diabetes Typ 1 und Typ 2 und seine Therapie im Mittelpunkt stehen, befasst sich der zweite Block mit dem Versorgungsmanagement. Am Ende legen die Pflegekräfte eine schriftliche Prüfung ab und haben die Befugnis, die Weiterbildungsbezeichnung „Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik)“ zu führen. Nach bestandener Prüfung kann die Diabetes-Pflegefachkraft auch beantragen, ein assoziiertes Mitglied der DDG zu werden. Zurzeit kann der Abschluss an zwei von der DDG anerkannten Weiterbildungsstätten, am RED Institut in Oldenburg/Hs. und an der Akademie für Gesundheitsberufe in Rheine, erworben werden.

PD Dr. Erhard Siegel, Past Präsident der DDG erklärt: „Speziell geschultes Pflegepersonal erkennt diabetologische Pflegerisiken.“ Dies ist notwendig, um die Pflegeplanung am speziellen Bedarf der Diabetespatienten ausrichten zu können. „Mit der neuen Weiterbildung verbessern wir die Qualität der Pflege und erhöhen die Sicherheit für Diabetespatienten im Versorgungsprozess“, so der ehemalige DDG Präsident. Die ausgebildeten Diabetes-Pflegefachkräfte sind besonders interessant für Kliniken, die das bereits etablierte Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ erworben haben und nun vermehrt Fachpersonal suchen.

 

„Zu den Zielen der Weiterbildung gehört, dass die Diabetes-Pflegefachkraft neben der pflegerischen Versorgung auch die Blutzuckerwerte und eventuelle Folgeerkrankungen überwacht, sowie das Wundmanagement übernimmt“, ergänzt Lars Hecht, Gesundheits- und Diabeteswissenschaftler und Geschäftsführer RED-Institut GmbH (Research and Education in Diabetes) aus Oldenburg. Zudem trägt die Diabetes-Pflegefachkraft Sorge für die umfängliche Dokumentation und unterstützt maßgeblich die korrekte ICD-Codierung relevanter Sachverhalte.

Neben der Qualität der Versorgung und der Sicherheit der Patienten geht es bei dem neuen Zertifikat und der Weiterbildung zur Diabetes-Pflegefachkraft auch um die Wirtschaftlichkeit. Ein gut eingestellter Diabetes hilft dabei, die Komplikationsraten wie Lungenentzündung und Wundheilungsstörungen zu senken und die Verweildauer in der Klinik zu verkürzen.

 

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft bietet den neuen Weiterbildungslehrgang für die stationäre Pflege ab Juni 2015 an und schließt damit die Lücke im stationären diabetologischen Versorgungsprozess.

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

 

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):

 

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit fast 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

 

 

Abb. oben: Die Weiterbildung zur Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik) hilft, die Behandlung von Diabetespatienten zu verbessern. Dr. med. Thomas Schaum (li.) und Britta Niebuhr am RED Institut. Photo: RED Institut für medizinische Forschung und Fortbildung GmbH

 


 

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), 29.05.2015 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…
Mehr Lebensqualität für onkologische Patient:innen durch bessere Versorgung: Supportivtherapie, Präzisionsonkologie,…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…