Depressionen online entgegenwirken

DAK-Gesundheit startet weltgrößte Studie zu Internet-Programm

 

Hamburg (7. März 2012) – Online gegen Depressionen: Die DAK-Gesundheit hat die weltweit größte Studie zur Wirksamkeit eines Internet-Programms gestartet. Das Programm mit dem Namen „deprexis“ richtet sich an Personen mit depressiven Verstimmungen. Depressionen bilden das häufigste Krankheitsbild unter den psychischen Leiden, die meist eine lange Dauer haben.

 

„Angesichts von Wartezeiten auf einen Therapieplatz macht es Sinn, neue Formen der psychotherapeutischen Versorgung als zusätzliches Hilfsangebot zu erforschen“, betont Herbert Rebscher, Chef der DAK-Gesundheit zum Start. “Untersucht werden soll, ob das Online-Programm bei leichteren Depressionen hilft, Wartezeiten bis zu einer Psychotherapie zu überbrücken. Auch soll geklärt werden, ob das Programm Patienten einen geeigneten Zugang zu therapeutischen Übungen bieten kann“, so Rebscher. Das Forschungsvorhaben wurde von einer unabhängigen ärztlichen Ethikkommission auf ethische und rechtliche Aspekte geprüft und positiv bewertet.


Programm enthält Methoden der Verhaltenstherapie

Bei deprexis handelt es sich um ein interaktives Trainingsprogramm gegen leichtere Formen der Depression. Es vermittelt den Nutzern wirksame Methoden und Anregungen vor allem aus der Verhaltenstherapie. Man kann lernen, mit belastenden und negativ geprägten Gedanken gelassener umzugehen, sich zu entspannen und im Alltag aktiver zu sein. Gerade Personen mit Symptomen einer Depression fällt dies häufig schwer. Versicherte der DAK-Gesundheit haben die Möglichkeit, im Zuge dieser Untersuchung deprexis kostenfrei zu nutzen. Die Universität Bielefeld wertet die Angaben aller Studienteilnehmer wissenschaftlich aus. Die Studie soll 5.400 Teilnehmer umfassen.

Die DAK-Gesundheit will mit der programmbegleitenden Studie analysieren, ob die Depressionsneigung über einen Zeitraum von einem Jahr bei den Nutzern zurückgeht und wie sich dies auf deren Alltag auswirkt.


Programmdauer beträgt zwölf Wochen


Das Internetprogramm erstreckt sich über drei Monate. Es sollte einmal wöchentlich oder auch häufiger in Anspruch genommen werden. Die Programmnutzer sollten sich bis zu einer halben Stunde Zeit pro Sitzung nehmen. Die Software steht im Dialog mit dem Nutzer und bietet eine Vielzahl von Übungen an.


Zertifiziertes Programm


Das Programm wurde nach wissenschaftlichen Kriterien von dem Unternehmen GAIA AG entwickelt und ist als zertifiziertes Medizinprodukt in Deutschland und Europa zugelassen. Namhafte Psychiater und Psychotherapeuten haben daran mitgewirkt. Wer sich krank fühlt, sollte immer mit einem Arzt oder Psychotherapeuten sprechen – denn nur dieser kann eine fundierte Diagnose stellen. Das Programm ersetzt nicht einen ärztlichen oder psychologischen Therapeuten. Teilnehmen kann, wer über 18 Jahre ist und an leichten Symptomen einer Depression leidet. Weitere Voraussetzungen sind, mindestens ein Jahr bei der DAK-Gesundheit versichert zu sein und einen Internetzugang zu besitzen.


Interessenten können sich registrieren lassen


Interessierte Versicherte der DAK-Gesundheit können sich über www.dak.de für die Studie registrieren. deprexis läuft über einen Sicherheitsserver. Die DAK-Gesundheit kennt nur die Krankenversichertennummer der teilnehmenden Versicherten. Weitere Angaben der Nutzer sind ihr nicht zugänglich. Die Teilnehmer werden einmal zu Beginn und dreimal im Verlauf eines Jahres gefragt, wie es ihnen geholfen hat. Nach Ende der ersten Umfrage erhält die eine Hälfte der Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip für zwölf Wochen Zugangsdaten zu deprexis. Die andere Hälfte bekommt hochwertige Informationen zur Depression und zu angemessenen Behandlungsmöglichkeiten. Wer mit dem Programm nicht klar kommt, kann jederzeit die Nutzung beenden.

Alle weiteren Studieninformationen können auf der Programm-Webseite der Firma GAIA AG (www.deprexis.de/dak-gesundheit) nachgelesen werden. Mitglieder anderer Kassen als der DAK-Gesundheit können den Zugang zu deprexis für 279 Euro erwerben.

 


 

Quelle: DAK Gesundheit, 07.03.2012 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung