Der Professor der dicken Bäuche

 

Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen in Leipzig erhält deutschlandweit erste ordentliche Professur für bariatrische Chirurgie

 

Leipzig (17. August 2010) – Prof. Dr. Edward Shang wird ab heute die Leitung der neuen Sektion für Adipositas Chirurgie in der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie übernehmen. "Damit ist erstmals eine ganzheitlich inderdisziplinäre Auseinandersetzung mit diesem Spezialbereich der Chirurgie möglich", so Prof. Michael Stumvoll, der wissenschaftliche Leiter des IFB, "Gerade der wissenschaftliche Aspekt, der ja mit dieser Universitätsprofessur verbunden ist, wurde in Deutschland bis jetzt kaum beachtet." Am IFB Adipositas sollen jetzt im Rahmen klinisch-wissenschaftlicher Forschungsprojekte bestehende Methoden der bariatrischen Chirurgie evaluiert und bewertet werden.

 

Außerdem werden neue Methoden entwickelt wie zum Beispiel die sogenannte NOTES-Technik, bei der Magenoperationen über den Mund durchgeführt werden. "Für uns und unsere Patienten ist es ein enormer Zugewinn, dass Prof. Shang dem Ruf nach Leipzig gefolgt ist", so Stumvoll. Mit Edward Shang bereichert ein versierter Praktiker das Leipziger Uniklinikum, der auch mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten schon Preise gewonnen hat. Unter Patienten und Kollegen ist er vor allem für seine methodische Vielfalt und umfassende praktische Erfahrung bekannt.

 

"Besonders für das IFB ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forschung und Behandlung", so Prof. Joachim Thiery, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, "in der bariatrischen Chirurgie arbeiten unsere Wissenschaftler immer Hand in Hand mit Kinder- und Erwachsenen-Chirurgen, Ernährungsberatern, Anästhesisten, Psychologen und Internisten. Jeder Fall wird bei uns ausführlich mit allen besprochen und evaluiert. Für die wissenschaftliche Erkenntnis ist das ungemein effektiv."

 

Die Adipositaschirurgie oder auch bariatrische Chirurgie ist eine noch vergleichsweise junge Disziplin. Neben Magenverkleinerungen, Magenbändern, oder Magenballonen, werden auch Methoden praktiziert, bei denen Teile des Dünndarms oder der gesamte Magen künstlich umgangen werden. "Die chirurgische Therapie hat in der Behandlung von massivem Übergewicht einen zentralen Stellenwert erlangt", so Prof. Jonas, Direktor der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, "Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder Arterienverkalkung können dazu führen, dass die Adipositas zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung wird. Den betroffenen Patienten kann häufig nur noch durch einen chirurgischen Eingriff geholfen werden. In der Regel bessern sich dann neben dem Gewicht des Patienten auch diese Folgerkrankungen schon innerhalb weniger Monate."

 

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist ein gemeinsames Projekt der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung integriert werden können. Das IFB AdipositasErkrankungen hat mit 19 Forschungsprojekten begonnen und wird mit über 120 Mitarbeitern das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

 

 


Quelle: Pressemitteilung Universität Leipzig, 17.08.2010 (tB).

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