Dermatologenkongress 2011

Frühe Diagnostik nimmt Hautkrebs den Schrecken

 

Dresden (30. März 2011) – Hautkrebs nimmt in Deutschland dramatisch zu. Allein seit 1970 hat sich die Zahl der Fälle verfünffacht. Doch die Diagnose Hautkrebs muss kein Todesurteil sein. „Früh erkannt ist Hautkrebs heilbar“, erklärte Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen, zu Beginn der 46. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden. Den Aufbau von mittlerweile 31 Hautkrebszentren begrüßt er als wichtigen Markstein bei der Eindämmung dieser Krankheiten.

 

Derzeit erkranken jährlich etwa 15.000 Menschen an einem malignen Melanom und bei rund 100.000 Menschen wird „weißer Hautkrebs“, auch Basalzellkarzinom oder Plattenepithelkarzinom genannt, neu festgestellt. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 50 Jahren. Je nach Stadium der Erkrankung kann Hautkrebs tödlich enden. Etwa 20 Prozent der Patienten versterben an den Folgen einer Hautkrebserkrankung.

 

„Mittlerweile gibt es auch bei fortgeschrittenen Hautkrebserkrankungen zunehmend bessere Therapiemöglichkeiten. Wir wissen heute, dass die Prognose und Überlebensrate umso besser ist, je früher die Krankheit erkannt wurde“, betonte Schadendorf. Der Dermatologe verwies auf Behandlungsleitlinien, die interdisziplinär und gemeinsam zum Beispiel mit der Deutschen Krebsgesellschaft erarbeitet wurden. Zur Verbesserung der Situation hätten auch die inzwischen 31 Hautkrebszentren in Deutschland beigetragen, die wie die Brustkrebs-, Lungenkrebs- oder Prostatazentren, auf höchstem diagnostischen und therapeutischem Niveau arbeiten, betonte Schadendorf.

 

Kritisch sieht er das mangelnde Problembewusstsein der Bevölkerung. „Das vor knapp drei Jahren flächendeckend eingeführte Hautkrebsscreening wird noch zu wenig genutzt, obwohl es für gesetzlich Krankenversicherte kostenlos ist“, beklagte Schadendorf. Dies sei bedauerlich, weil nur durch gezielte Vorsorgekonzepte und innovative Diagnostik Fortschritte für die Lebensqualität der Menschen, aber auch Einsparungen für das Gesundheitssystem erzielt werden könnten. „Nur wenn die Menschen die Vorsorgemöglichkeiten auch nutzen, kann die Zahl der Neuerkrankungen reduziert werden.“ Wichtig sei auch eine regelmäßige Selbstuntersuchung. Festgestellte Hautveränderungen sollten unverzüglich vom Hautarzt mittels Dermatoskopie untersucht und beurteilt werden.

 

 


Quelle: 46. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden, 30.03.2011 (tB).

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