Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Einsatz zusätzlicher Betreuungskräfte für Demenzkranke in Heimen

Zusätzliche Betreuungskräfte in Heimen müssen menschlich geeignet und fachlich qualifiziert sein

 

Berlin (20. August 2008) – Die „Richtlinie zur Qualifikation und den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen“ wurde am 19. August 2008 vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen (hat sich umbenannt in GKV-Spitzenverband, siehe auch https://www.gkv-spitzenverband.de ) verabschiedet. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft begrüßt die im Rahmen der Pflegereform vorgesehene Stärkung der sozialen Betreuung Demenzkranker in Pflegeheimen und fordert eine Umsetzung, die tatsächlich zu einer besseren Versorgung Demenzkranker führt.

 


Dazu sagte Heike von Lützau-Hohlbein, 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: „Die soziale Betreuung Demenzkranker in den Heimen ist ebenso wie die Pflege eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe. Demenzkranke brauchen Zuwendung und Sicherheit, sie brauchen Anregung und Aktivität, besonders auch in geselligen Gruppen, um ihre Fähigkeiten zu erhalten und sich wohl zu fühlen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat dies bereits 2007 in ihrem Plädoyer für die Einführung von Präsenzstrukturen in Pflegeheimen unterstrichen.“

 

Entscheidend ist die sorgfältige Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber für die Qualifizierungs­maßnahmen. Dazu Heike von Lützau-Hohlbein: „Wer an den Qualifizierungs­maßnahmen teilnimmt, muss menschlich geeignet sein, d.h. eine zugewandte Haltung gegenüber demenzkranken alten Menschen mitbringen, und bereit sein, sich Fachwissen anzueignen und sich fortzubilden. Wenn dafür geeignete Arbeitslose gefunden werden, ist das nur positiv. Allerdings sollte klar sein, dass es in erster Linie um eine bessere Betreuung Demenzkranker geht und nicht um eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme“. Ob die vorgesehenen 100 Stunden Theorie plus 60 Stunden Praxis für Personen ausreichen, die diese Arbeit vielleicht nicht freiwillig tun möchten und möglicherweise gar keine Vorbildung haben, bezweifelt sie.

 

In den Heimen wird es dann auf eine gute Einbindung ankommen. Heike von Lützau-Hohlbein: „Entscheidend ist, dass die Betreuerinnen und Betreuer in der Praxis nicht allein gelassen werden. Sie müssen von erfahrenen, fachlich qualifizierten Fachkräften angeleitet und begleitet werden und schwierige Betreuungssituationen besprechen können. Auf jeden Fall muss verhindert werden, dass die Betreuungskräfte als Lückenbüßer in der Pflege eingesetzt werden.“

 

Die Stärkung der sozialen Betreuung ist ein wichtiger Schritt zu einer menschenwürdigen Betreuung und Pflege in den Heimen. Doch auch die Pflege muss gestärkt werden und dazu ist mehr gut qualifiziertes Personal notwendig. Ferner müssen die im November 2008 zu erwartenden Ergebnisse des Beirats zur Weiterentwicklung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs zügig umgesetzt werden.

 

Die Reform der Pflegeversicherung wird ein Thema auf dem 5. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft unter dem Motto „Aktiv für Demenzkranke“ sein, der vom 9. bis 11. Oktober 2008 in Erfurt stattfinden wird. Information und Akkreditierung von Medienvertretern: http://www.ctw-congress.de/alzheimer

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vom 20.08.2008.

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