Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP):

Hospiz- und Palliativversorgung für hochaltrige Menschen muss ausgeweitet und vernetzt werden

Berlin (15. September 2017) – Die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland muss ausgeweitet und vernetzt werden, insbesondere für hochaltrige Menschen. Um die qualitativen Anforderungen an die Versorgung Schwerstkranker konstruktiv, kritisch und vielfältig zu diskutieren, finden am 15. & 16. September in Münster die 2. Mitgliedertage der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) statt. Sie stehen unter dem Motto „Die DGP im Dialog“.

„Schwerstkranke und sterbende Menschen müssen sich auf eine eng vernetzte, qualitativ hochwertige stationäre und ambulante Palliativversorgung verlassen können!“ betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), zum Auftakt der DGP-Mitgliedertage am Universitätsklinikum in Münster. Rund 400 Fachteilnehmer werden zwei Tage über notwendige Verbesserungen in der Versorgung schwer stkranker Menschen diskutieren.

Tagungspräsident PD Dr. Philipp Lenz, ärztlicher Leiter der Stabstelle Palliativmedizin am Universitätsklinikum, unterstreicht: „Eine angemessene Behandlung und Begleitung von schwerstkranken Menschen ist nur im kollegialen Austausch zu leisten. Dazu braucht es Vernetzung von stationärer und ambulanter, spezialisierter und allgemeiner Palliativ- und Hospizversorgung.“ Die stockenden Verhandlungen zur Finanzierung der mobilen multiprofessionellen Palliativdienste im Krankenhaus beobachtet die DGP derzeit mit Sorge.

Verbesserungsbedarf besteht aber auch für andere Patienten: „Die Palliativ- und Hospizversorgung hochaltriger Menschen muss auf kommunaler, landes- und bundesweiter Ebene dringend ausgeweitet werden.“, erklärt Meike Schwermann von der Fachhochschule Münster, Münster School of Health, neben Lenz zweite Tagungspräsidentin. Insbesondere für demenziell und chronisch erkrankte Menschen sind die Zugänge zu einer verlässlichen Hospizbegleitung und Palliativversorgung sehr erschwert. Die Einbindung des Ehrenamts sei hier eine wichtige Säule der Unterstützung.

Die Fachexperten aus diversen Berufsgruppen diskutieren in Münster außerdem – durchaus kontrovers – über den (Freiwilligen) Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit, die gesundheitliche Vorausplanung und das Selbstverständnis von Medizin als Ausdruck gelebter Multiprofessionalität. Diese Themen zeigen die Ernsthaftigkeit und den hohen Anspruch, der an die Veranstaltung gelegt wird.

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Quelle: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. , 15.09.2017 (tB).

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