Deutscher Ethikrat in Istanbul

Menschen am Lebensende in ihrer kulturellen Identität achten

 

Berlin (27. März 2015) – Am gestrigen Donnerstag hat der Deutsche Ethikrat im Rahmen einer öffentlichen Tagung in Istanbul den interkulturellen Austausch mit türkischen Wissenschaftlern angestoßen. Thema waren ethische Entscheidungen am Lebensende im interkulturellen Kontext. Angesichts eines großen Anteils türkischstämmiger Patienten in Deutschland und eines wachsenden Anteils deutschstämmiger Patienten, die in der Türkei behandelt werden, möchte der Deutsche Ethikrat zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und einem kultursensiblen Umgang beitragen.


Wenn zwischen einer auf Lebenserhalt oder auf Leidenslinderung abzielenden Therapie abgewogen werden muss, spielen die kulturell geprägten Wertvorstellungen eine wesentliche Rolle. In interkulturellen Behandlungssituationen können ethische Interessen- und Entscheidungskonflikte entstehen, die nicht nur für Patienten und ihre Angehörigen, sondern auch für die Ärzte und das Pflegepersonal besondere Herausforderungen darstellen. „Menschen sollten gerade in einer existenziell bedeutsamen Situation wie dem Lebensende so begleitet werden, wie es ihrer individuellen und sozialen Identität entspricht“, betonte die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Christiane Woopen.

 

Zu dem breiten Spektrum problematischer Situationen gehören die Informationen über schwerwiegende Diagnosen und infauste Prognosen, die Feststellung der Aussichtslosigkeit einer medizinischen Behandlung und unterschiedliche Auffassungen über den Stellenwert der individuellen und familienorientierten Autonomie. In sechs Vorträgen und einer Podiumsdiskussion nahmen türkische und deutsche Referenten zu den medizinischen, rechtlichen und ethischen Facetten des Themas Stellung und gingen dabei insbesondere auf Fragen der Menschenwürde, der Patientenautonomie, der Selbstbestimmung und des Rechts auf Wissen bzw. Nichtwissen ein.

 

Vor diesem konkreten thematischen Hintergrund zeigten sich die türkischen Tagungsteilnehmer an der Frage interessiert, welche Rolle der Deutsche Ethikrat im gesellschaftlichen Diskurs bioethischer Fragestellungen in Deutschland spielt und ob ein vergleichbares Gremium in der Türkei dazu beitragen könnte, die gesellschaftliche Debatte zu befördern. Die Referenten und Podiumsteilnehmer zeigten sich optimistisch, dass diese erste Begegnung nur der Auftakt zu einem intensiveren bilateralen Meinungsaustausch sein wird.

 

Das Programm der Veranstaltung sowie in Kürze auch die Vorträge und Diskussionsbeiträge der Teilnehmer können unter http://www.ethikrat.org/veranstaltungen/weitere-veranstaltungen/ethische-entscheidungen-am-lebensende-im-interkulturellen-kontext abgerufen werden.

 

 

Werbung


Quelle: Deutscher Ethikrat, 27.03.2015 (tB).

HERRNHUTER LOSUNGEN

MEDICAL NEWS

Monoclonal antibody therapy for COVID-19 safe, effective for transplant patients
Having trouble falling asleep predicts cognitive impairment in later life
SARS-CoV-2 detectable — though likely not transmissible — on hospital…
Waking just one hour earlier cuts depression risk by double…
Moving one step closer to personalized anesthesia

SCHMERZ PAINCARE

Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung
Risikobasiertes Brustkrebs-Screening kosteneffektiv
Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung

MULTIPLE SKLEROSE

Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose
Patienteninformationen zu Interferon-beta-Präparaten
Zulassung des S1P Modulators Ponesimod zur Behandlung von erwachsenen Patienten…
Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung