Deutscher Schmerzkongress 2011

Der ältere Schmerzpatient – auf Kognition achten, Lebensqualität steigern

 

Betagte und Hochbetagte profitieren von 7-Tage-Schmerzpflaster

 

Mannheim (7. Oktober 2011) – Im Alter kommt es bei Schmerzpatienten darauf an, die Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Vor allem demenzielle Erkrankungen stellen Ärzte und Pflegepersonal vor diagnostische Herausforderungen, berichtet PD Dr. Matthias Schuler, Mannheim, auf dem diesjährigen Deutschen Schmerzkongress in Mannheim. Für eine gute Schmerztherapie bei älteren Menschen, insbesondere bei Patienten mit Demenz, sind laut Schuler Informationen zum Schmerzerleben, aber auch zur Alltagskompetenz, zum emotionalen Befinden und zum sozialen Netzwerk von Bedeutung. Alle Informationen können durch Eigenanamnese, ergänzt durch Fremdanamnese, in Interviewform erfahren werden; das Schmerzassessment sollte den sprachlichen, sensorischen und kognitiven Gegebenheiten angepasst werden. „Die einfachste Form, valide Auskünfte über aktuelle Schmerzzustände zu erhalten, sind Fragen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden können, sich auf die momentane Situation beziehen und in der dem Patienten vertrauten Sprache beziehungsweise Umgangssprache gestellt werden“, erläutert Schuler.

 

Mit zunehmender kognitiver Beeinträchtigung und reduzierter Kommunikationsfähigkeit gewinnt die Verhaltensbeobachtung durch versorgende Angehörige, geschulte Pflegekräfte, Therapeuten und Ärzte an Bedeutung. Die für den deutschsprachigen Raum wissenschaftlich untersuchten Beobachtungsskalen messen eher das emotionale Schmerzverhalten als die sensorische Dimension, d.h. Schmerzintensität. Welche Skala in welcher Situation und bei welcher Demenz bevorzugt werden solle, könne noch nicht abschließend beantwortet werden, so das Fazit von Schuler.

 

 

Buprenorphin: Sicherheitsvorteile bei multimorbiden Patienten

 

Nicht nur das Schmerzerkennen, auch die Therapie chronischer Schmerzen im Alter bleibt eine medizinische Herausforderung. „Multimodale Therapiekonzepte auf der Grundlage eines biopsychoszialen Schmerzmodells haben sich bei vielen chronischen Schmerzen als wirksame Behandlungsmethode erwiesen“, berichtet Dr. Norbert Grießinger, Erlangen. Aktivierende Maßnahmen wie Gleichgewichtstraining und funktionelle Gymnastik in der Gruppe, Einzeltrainings und Krankengymnastik gehören ebenso dazu wie progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Schmerzbewältigungstrainings sowie ärztliche und psychologische Einzelgespräche. Im Rahmen der medikamentösen Therapie, die auch bei älteren Patienten die Pathophysiologie der Schmerzen berücksichtigt, können Opioide sowohl bei nozizeptiven, als auch bei neuropathischen Schmerzen sowie bei gemischten Schmerzen eingesetzt werden. Da im Alter Multimorbidität (Begleiterkrankungen, Organinsuffizienzen) und Polymedikation (oft fünf bis sieben verschiedene Medikamente) gehäuft auftreten, sei besonders der Einsatz von NSAR bei jedem einzelnen Patienten kritisch zu hinterfragen, betont Grießinger. Auch angesichts von Compliance-Problemen mit häufig fehlerhaften Einnahmen von Analgetika, ergeben sich laut Grießinger vor allem bei älteren Schmerzpatienten Vorteile für transdermale therapeutische Systeme: gleichmäßige Blutspiegel, lange Wirkdauer, hohe Patientencompliance durch alternativen Applikationsweg bei Polypharmazie, einfache Handhabung für Patienten, Pflegepersonal oder pflegende Angehörige. Das buprenorphinhaltige 7-Tage-Pflaster Norspan® steht für einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel über sieben Tage und ermöglicht so eine dauerhafte Schmerzkontrolle über eine gesamte Woche. Untersuchungen zum Einsatz von Norspan® zeigen, dass schmerzbedingte Beeinträchtigungen im Alltag deutlich reduziert und neben dem körperlichen das seelische und soziale Wohlbefinden gesteigert werden können.(1,2,3) „Auch mit Blick auf die im Alter häufig anzutreffenden Nierenfunktionsstörungen ist Buprenorphin eine gut geeignete Therapieoption“, erklärt Grießinger. Die Vorzüge der anwenderfreundlichen 7-Tage-Applikation in Kombination mit den Sicher­heitsvorteilen des Wirkstoffs Buprenorphin machen Norspan® zu einem wesentlichen Bestandteil der Therapie betagter und hochbetagter Schmerzpatienten.

 

 

Therapiemaßnahmen auf funktionelle Fähigkeiten ausrichten

 

„Mit steigendem Lebensalter erhalten die funktionellen Fähigkeiten des Menschen eine immer größere Bedeutung“, betont auch Dr. Not-Rupprecht Siegel, Neuburg an der Donau, der angesichts der zuneh­menden Anzahl hochaltriger Menschen einen Paradigmenwechsel in der Medizin fordert – hin zu einer weniger technischen, dafür stärker funktionell-psychosozialen Ausrichtung. Die Frage nach dem Gesamtergebnis medizinischer Maßnahmen werde meist erst in der ambulanten oder stationären Rehabilitation gestellt, diese sei aber zunehmend unterfinanziert, kritisiert Siegel. Die offene Flanke Funktionalität müsse geschlossen werden. Medizinische Therapie ohne zwingende rehabilitative Maßnahmen sei insbesondere in der Geriatrie Vergeudung von gesellschaftlichen Ressourcen.


„Insbesondere die Schmerztherapie des älteren Menschen benötigt monetäre und ideelle Unterstützung“, fasst Siegel abschließend zusammen.

 

 

Referenzen 

  1. Böhme K et al, MMW Fortschr Med (2010/IV) 152: 125-132
  2. Schutter U et al, MMW Fortschr Med (2008/II) 150: 96-103
  3. Schutter U et al, MMW Fortschr. Med (2010/II) 152: 62-69

 

Über die Grünenthal Gruppe 

 

Die Grünenthal Gruppe ist ein unabhängiges, international tätiges, forschendes Pharmaunternehmen im Familienbesitz mit Konzernzentrale in Aachen, Deutschland. Aufbauend auf ihrer einmaligen Kompetenz in der Schmerzbehandlung ist es das Ziel, die patientenzentrierteste Firma und damit führend in Therapie-Innovation zu werden. Insgesamt ist die Grünenthal Gruppe in 36 Ländern weltweit mit Gesellschaften vertreten. Grünenthal-Produkte sind in mehr als 100 Ländern erhältlich und circa 4.900 Mitarbeiter arbeiten global für die Grünenthal Gruppe. Der Umsatz 2010 betrug rund 910 Mio €.

Weitere Informationen unter: www.grunenthal.de

 


 

Quelle: Pressegespräch „Der ältere Schmerzpatient – Chance oder Risiko?“, im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses, Mannheim, 7. Oktober 2011 (tB).

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