Schwestern_im_Umweltzimmer. Photo: Agaplesion Diakonieklinikum HamburgDeutschlandweit einzigartiges Projekt für Allergie-Patienten

Schadstoffarme Umweltzimmer mit hohem Komfort

 

Hamburg (27. Oktober 2011) – Die Zahl der Menschen, die an einer Multiplen Chemikalien Sensivität (MCS) leiden, nimmt stetig zu – und das weltweit. Betroffene reagieren höchst sensibel auf kleinste chemische Konzentrationen in der Luft, beispielsweise durch Parfüm oder Kunststoff-Geruch. Für sie sind Krankenhausaufenthalte deshalb oftmals ein hohes gesundheitliches Risiko, auf die sie mit Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Atemnot reagieren – eine zusätzliche Tortur, die der Klinik-Besuch mit sich bringt.

 

Anders im Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg: In einem deutschlandweit einzigartigem Projekt wurden unter dem Namen „Umweltzimmer“ ein Einbett- und ein Zweibett-zimmer speziell schadstoffarm eingerichtet und auf die Bedürfnisse der Patientengruppe mit Umwelterkrankungen zugeschnitten. Die Umweltzimmer sind durch einen Vor-flur vom Stationsbereich abgetrennt und mit schadstofffreien bzw. –armen Baustoffen und Einrichtungsgegenständen ausgestattet.

 

In der Praxis sieht das folgendermaßen aus:

 

  • Die Wände und Decken wurden mit Fermacell Greenline-Platten ausgeführt und mit Kalkfarbe gestrichen, die massiven Außenwände erhielten Kalkputz.
  • Der Fußboden besteht aus Keramikfliesen.
  • Die Fenster- und Türzargen sind mit Hanf gedämmt, die Türen bestehen aus Glas.
  • Die Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet, da sich auf herkömmlichen Heizkörpern Staub anlagert.
  • Die Belastung mit elektromagnetischen Feldern (für Patienten die sensibel auf Elektrosmog reagieren) wurde unter anderem durch den Einbau von Netzfreischaltern verringert.

 

Auch das Pflegepersonal ist auf die Bedürfnisse der von Umwelterkrankungen Betroffenen geschult: Parfüm, Rasierwasser und andere duftstoffhaltige Produkte werden in Patientennähe vermieden, auf Unverträglichkeiten bei Nahrungsmitteln, Medikamenten, Heilmitteln und Anästhetika geachtet. Auch die Bettwäsche des Krankenhauses ist duftstofffrei. Bei Bedarf können die Patienten auch selbst Medikamente und kleine Mengen an Nahrungsmitteln mitbringen. Diese können dann in einem Kühlschrank im Vorflur aufbewahrt werden. Auch ein Wasserkocher ist vorhanden.

 

Susanne Kankel, Leiterin der Station: „Wir legen in diesem Zimmer Wert auf eine angenehme Atmosphäre. Die Räume sind hell und das Mobiliar in warmen Brauntönen gehalten. Die beiden Zimmer verfügen über eine moderne Anrichte mit integriertem Kühlschrank. Auf Wunsch wird den Patienten auch ein TV-Gerät zur Verfügung gestellt.“

 

Mittlerweile nutzen Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet das einzigartige Ange-bot, für das der Patient lediglich eine hausärztliche Krankenhauseinweisung und einen ärztlichen Nachweis der Allergien oder Intoxikation benötigt. Geschäftsführer Jörn Wessel ergänzt: „Wir haben diese Spezialzimmer mit hohen personellen und finanziellen Mitteln eingerichtet, um der großen Nachfrage aus dem gesamten Bundesgebiet gerecht zu werden. Durch seine Umweltzimmer bietet das Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg Patienten mit dieser Nebendiagnose jetzt ein adäquates Umfeld für einen Heilungsprozess.“

 

Das medizinische Spektrum der Klinik umfasst dabei die Abteilungen Innere Medizin, Geriatrie, Diabetologie, Chirurgie, Handchirurgie, Plastische Chirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe, Orthopädie, Anästhesie und Intensivmedizin. Eine eigene umweltmedizinische Abteilung oder einen Schwerpunkt für die Behandlung von MCS-Patienten hält die Klinik nicht vor.

 

 


Quelle: Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, 27.10.2011 (tB).

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