Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.Deutschlandweites Register zu Wund- und Hygienemanagement gestartet

 

Fachgesellschaft der deutschen Herzchirurgen analysiert Daten von Patienten mit selten auftretenden Wundinfektionen mit dem Ziel, die Behandlung weiter zu verbessern

 

Berlin (21. Juli 2011) – Die postoperative Wundinfektion ist eine seltene, aber für Patienten oft sehr unangenehme Komplikation nach einer Brustbeindurchtrennung im Rahmen einer Herz- oder Lungenoperation. Die oft langwierige Behandlung dieser als Mediastinitis bezeichneten Infektion des vorderen Brustraums ist zudem aufwendig und kostenintensiv. Aufgrund der geringen Zahl betroffener Patienten und der bisher uneinheitlichen Nomenklatur und Erfassung gibt es bis heute kaum standardisierte Therapieschemata. Um dies zu ändern, zukünftig bundesweit Patienten mit postoperativer sternaler Wundinfektion zu erfassen und das Auftreten dieser Infektion noch weiter zu minimieren, hat die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) ein Mediastinitis-Register eingerichtet, das Anfang Juli startete.

 

„Ziel des Registers ist es, die genaue Inzidenz dieser Erkrankung nach herzchirurgischen Eingriffen zu ermitteln und detaillierte statistische Auswertungen der Patientendaten inklusive der Risikofaktoren vorzunehmen. Damit können dann die bisherigen Behandlungsstrategien differenziert bewertet, Therapien besser standardisiert und vorbeugende Hygienemaßnahmen genauer analysiert werden“, sagte DGTHG-Präsident Friedrich Wilhelm Mohr anlässlich der Einrichtung des Registers.

Die Teilnahme an dem Register ist freiwillig. Bis jetzt haben mehr als 20 der 80 herzchirurgischen Zentren in Deutschland ihre Teilnahme an dem Register fest zugesagt. Jede teilnehmende herzchirurgische Einrichtung kann die Patientendaten direkt online über eine verschlüsselte Verbindung erheben. Zudem hat jede teilnehmende Institution Zugriff auf den anonymisierten Datenbestand, um Verbesserungen der klinikeigenen Therapien auf Basis der Registerdaten vornehmen zu können. Der Öffentlichkeit sollen die ersten Erkenntnisse aus dem Register zur 41. DGTHG-Jahrestagung im Februar 2012 präsentiert werden.

„Die deutlich höhere Repräsentativität von Registern und die im Vergleich zu kontrollierten Studien bessere Abbildung der klinischen Realität ermöglicht umfassendere Aussagen. Auf der Grundlage positiver Erfahrungen der von der DGTHG bereits vor Jahren initiierten Register und dem aktuell im Juli 2010 begonnenen Deutschen Aortenklappenregister haben wir bewusst erneut die Registerstudie als Forschungsinstrument gewählt“, so Mohr.

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vertritt als medizinische Fachgesellschaft die Interessen der über 950 in Deutschland tätigen Herz-, Thorax- und Kardiovaskularchirurgen im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

 

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V., 21.07.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung