DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

 

Berlin (27. November 2013) – Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) verleiht in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit zum vierten Mal den mit insgesamt 5000 Euro dotierten DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik 2013. Ausgezeichnet wurden zwei Projekte, die Preisverleihung fand am 27. November 2013 im Rahmen des diesjährigen DGPPN Kongresses statt.

 

Insgesamt hat die Jury das hohe Niveau der für den Preis eingegangenen Beiträge gewürdigt, die die große Bandbreite des Faches widerspiegeln. Überzeugt haben zwei Projekte, die sich dem hochaktuellen Thema der Versorgung von Patienten mit dementiellen Erkrankungen widmen.


Das Projekt „Apathie bei Pflegeheimbewohner(n)/innen mit Demenz: Effekte einer interdisziplinären ergo- und sporttherapeutischen Intervention“ wurde von Yvonne Treusch und dem interdisziplinären VIDEANT-Team (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Campus Mitte, Berlin) eingereicht. In der Arbeit werden apathische Symptome diskutiert, die bei einem Großteil der demenzkranken Pflegeheimbewohner auftreten. Eine erschwerte Integration dieser Bewohner in bestehende soziotherapeutische Gruppenangebote macht neue und praktikable Vorgehensweisen erforderlich. „Die Verbindung von körperlicher Betätigung und Biografiearbeit erscheint sinnvoll, um Pflegeheimbewohner mit Verhaltensauffälligkeiten zu motivieren und zu reaktivieren“, sagt Treusch. Die Arbeit wurde im Rahmen des Leuchtturmprojekts Demenz (BMG) verfasst und hat durch ihre hervorragende wissenschaftliche Fundierung überzeugt. Sie zeichnet sich ferner durch ihre Interdisziplinarität, ihren innovativen therapeutischen Ansatz aus. Sie ist ein wegweisendes Beispiel für einen gelungenen Theorie-Praxis-Tansfer.

Zweiter Preisträger ist das Projekt „Entwicklung eines evidenzbasierten manualisierten Leitfadens für eine klientenzentrierte häusliche Ergotherapie bei Demenz (ERGODEM)“ von Susanne Lauschke (Ergotherapeutin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden) unter Mitarbeit von Julia Eisold (Ergotherapeutin, Leutersdorf) und Falk Marks (Ergotherapeut, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden. Dieses wurde ebenfalls im Rahmen des Leuchtturmprojekts Demenz (BMG) gefördert und untersuchte die Effektivität einer klientenzentrierten häuslichen Ergotherapie. Ziel war die Entwicklung des Behandlungsleitfadens für häusliche Ergotherapie bei Demenz (ERGODEM). Der inzwischen im Thieme-Verlag publizierte Leitfaden basiert auf den klinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen der Interventionsstudie und ist somit evidenzbasiert. Die Arbeit konnte als erste Studie im deutschsprachigen Raum einen nachhaltigen Effekt auf die Alltagsfähigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten Demenzkranker nachweisen sowie pflegenden Angehörigen durch die Intervention entlasten. Der aus der Studie entwickelte Leitfaden verbindet aktuelles evidenzbasiertes Wissen und empirische Erfahrungen miteinander und bildet damit die erste evidenzbasierte Grundlage für den Transfer der häuslichen Ergotherapie in den Alltag der multimodalen Behandlung von leicht- bis mittelgradigen Demenzerkrankungen in Deutschland.


Hintergrund


Der DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik zeichnet Arbeiten zu psychischen Erkrankungen aus, die die diagnostische Tätigkeit der verschiedenen Gesundheitsfachberufe in den Mittelpunkt stellen. Antragsberechtigt sind Mitarbeiter der Gesundheitsfachberufe, wie z.B. Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Ergotherapie, Soziotherapie oder Physiotherapie. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird von der DGPPN in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen. Die Stiftung fördert die seelische Gesundheit der Bevölkerung und setzt sich für die Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Menschen ein. Die Stiftung ist Mitglied im Stifterverband der Deutschen Wissenschaft.

 


 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), 27.11.2013 (tB)

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabeloops Ziel: Baldige Marktpräsenz mit ​individuellen Lösungen zum Diabetes-Management für​ verschiedene…

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…