DGRh 2008 – Etanercept bei Ankylosierender Spondylitis:

Sicher und wirksam in der klinischen Routineversorgung

 

Berlin (26. September 2008) – Patienten mit Ankylosierender Spondylitis (AS) profitieren auch in der klinischen Routineversorgung von einer Therapie mit Etanercept (Enbrel®). Das belegen aktuelle Ergebnisse eines Postervortrags zur dauerhaften Wirksamkeit von Etanercept in der Therapie der AS, die auf dem 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Berlin vor­gestellt wurden. (1) Auf einer Presseveranstaltung (2) wurden weitere Studiendaten vorgestellt, die eine konsistente und klinisch relevante Verbesserung des Krank­heitsbildes bis hin zur partiellen Remission zeigen.

 

„Aufgrund unserer Ergebnisse lässt sich sagen, dass Etanercept auch in der klinischen Routine der Behandlung des Morbus Bechterew überzeugt“, hielt Professor Dr. Joachim Sieper, Berlin, das zentrale Ergebnis der Anwendungsstudie fest: Der BASDAI (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index) zeigte eine mittlere relative Reduktion von -46,3 Prozent; der BASFI (Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index) eine mittlere relative Reduktion von -38,5 Prozent. Insgesamt 73,7 Prozent der Patienten erreichten eine ASAS20-Response und bei 16 Prozent der Patienten kam es zu einer partiellen Remission. Auch die Analyse der anderen Wirksamkeitskriterien belegte eine konsistente Verbesserung des Krankheitsbildes. In einer abschließenden Global­einschätzung der Wirksamkeit beurteilten sowohl Ärzte als auch Patienten in über 90 Pro­zent der Fälle das Präparat als „sehr gut“ oder „gut“. (1)

 

 

Sichere Therapie mit Etanercept

 

Bei der Verträglichkeit entsprachen die beobachteten Ergebnisse von Sieper et al. dem bekannten Sicherheitsprofil von Etanercept bei der Behandlung der AS: Die häufigsten Nebenwirkungen waren Rötungen an der Injektionsstelle (2,4 Prozent), Juckreiz (1,2 Prozent) und Kopfschmerzen (1,0 Prozent). Schwerwiegende oder zum Abbruch der Behandlung führende Nebenwirkungen traten nur selten auf (Inzidenz 0,8 Prozent). Es gab keine Fälle von Tuberkulose, Lymphomen oder anderen Malignomen. In einer abschließenden Globaleinschätzung der Sicherheit beurteilten sowohl Ärzte als auch Patienten in über 97 Prozent der Fälle das Präparat als „gut“ oder „sehr gut“. (1)

 

1.463 Patienten wurden in dieser prospektiven, multizentrischen Studie in 266 Zentren deutschlandweit untersucht. Die Studienteilnehmer waren Patienten mit einer therapie­refraktären Ankylosierenden Spondylitis (AS), die im Schnitt 93,2 Tage beobachtet wurden.

 

 

Hervorragende Wirksamkeit von Etanercept bestätigt

 

Die Daten bestätigen die positiven Ergebnisse bisheriger Studien zur Anwendung von Etanercept bei Patienten mit AS. Hier zeigte sich übereinstimmend bei einer Mehrzahl der Studienteilnehmer eine signifikante, teilweise sogar vollständige Rückbildung der Entzündungsaktivität und Schmerz­intensität, verbunden mit einer deutlichen Verbes­serung der Lebensqualität. (3) Eine offene Frage war allerdings, wie die Wirksamkeit der Therapie bei einer langfristigen Routine­behandlung ausfallen würde. Hierauf wurden kürzlich erstmals von Davis et al. (4) überzeugende Antworten gegeben: In dieser Studie erreichten 71 Prozent der Patienten in Woche 96 ein Ansprechen nach den ASAS20-Kriterien (Assessment in Ankylosing Spondylitis); in Woche 192 stieg das Ansprechen sogar auf 81 Prozent. Die partiellen Remissionsraten lagen in Woche 96 bei 41 Prozent und in Woche 192 bei 44 Prozent. (4)


Fazit: Patienten profitieren von Enbrel® in der klinischen Routineversorgung

„Das bereits durch andere klinische Studien belegte günstige Nutzen-/Risikoprofil von Enbrel® zur Behandlung der AS wird in der klinischen Routine bestätigt“, resümierte Professor Dr. Joachim Sieper. Die Studienlage zeige eine konsistente und klinisch relevante Verbesserung des Krankheitsbildes bei therapie­refraktärer AS.

 

Therapeutische Revolution in der Behandlung der AS

„Etanercept bedeutet für die Therapie der AS einen großen Fortschritt“, stellte Sieper die hohe Bedeutung der Anti-TNF-Therapie für das Krankheitsbild heraus. Erstmals wurde unter Etanercept – seit Januar 2004 für die Behandlung der schweren, aktiven AS in Deutschland zugelassen – die Entzündungsaktivität des Achsenskeletts wirksam unter­drückt, was für herkömmliche Basismedikamente (z. B. Methotrexat, Sulfasalazin) bislang nicht gezeigt werden konnte. In den letzten Jahrzehnten hatte sich die medi­kamentöse Behandlung des Morbus Bechterew im Wesentlichen auf die Gabe von nicht­steroidalen Antirheumatika beschränkt.

 

Morbus Bechterew – Hauptvertreter der seronegativen Spondylarthritiden

Die Ankylosierende Spondylitis (AS, Morbus Bechterew) ist der Hauptvertreter aus der übergeordneten Krankheitsgruppe der seronegativen Spondylarthritiden. In Deutschland erkrankt etwa 1 Prozent der Bevölkerung an einer AS. Allerdings wird die Erkrankung nicht bei allen Betroffenen erkannt. Erste Beschwerden, die auf eine Ankylosierende Spondylitis hinweisen, treten meistens zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Die Krankheit beginnt mit uncharakteristischen „polyarthritischen“ Beschwerden, Bewe­gungs- und Erschütterungsempfindlichkeit der Wirbelsäule, Ischialgien und Kreuz­schmerzen. Nach zwei bis zehn Jahren setzt eine zunächst „funktionelle“, dann knöchern-irreversible Wirbelsäulen- und Thoraxversteifung mit typischer Rundrücken-Haltung und schmerzhafter, allmählich erliegender Brustatmung, ein; häufig auch Myo- und Endo­karditis. Bei vielen Patienten lässt sich typischerweise das Merkmal HLA-B27 nachweisen.



Anmerkungen

  1. Sieper, J et al. Sicherheit und Wirksamkeit von Etanercept zur Behandlung der Ankylosierenden Spondylitis unter klinischen Routinebedingungen – Ergebnisse einer Anwendungsbeobachtung in Deutschland. Postervortrag auf dem 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), Berlin, 25. September 2008
  2. „Enbrel® in der Therapie der Ankylosierenden Spondylitis – langfristig wirksam und sicher“. Presseveranstaltung veranstaltet von Wyeth Pharma GmbH, Berlin, 26. September 2008
  3. Gorman JD et al. Treatment of ankylosing spondylitis by inhibition of tumor necrosis factor alpha. N Engl J Med. 2002; 346(18):1349-56.
  4. Davis JC et al. Efficacy and safety of up to 192 weeks of etanercept therapy in patients with ankylosing spondylitis. Ann Rheum Dis. 2008; 67(3):346-52.

 


Quelle: Presseveranstaltung der Firma Wyeth Pharma zum Thema „Enbrel® in der Therapie der Ankylosierenden Spondylitis – langfristig wirksam und sicher“ in Berlin am 26.09.2008 (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

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