Patientenbedürfnisse im Blick

Für eine erfolgreiche Diabetestherapie ist der Weg das Ziel

Leipzig (8. November 2019) -- Die Diagnose Diabetes mellitus kann für die betroffenen Patienten eine komplette Neuordnung ihres Alltags bedeuten. Beginnend mit einer Lebensstilintervention mit mehr Bewegung, Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme bis  hin zu einer lebenslangen Notwendigkeit von einer medikamentösen Therapie. Die Erkrankung stellt hohe Anforderungen an die Betroffenen. Das Symposium „Patient Journey – Diabetes kompakt“ der BERLIN-CHEMIE AG, das im Rahmen der Diabetes Herbsttagung 2019 stattfindet, widmet sich diesen Herausforderungen. Die Experten zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, Patienten mit Diabetes erfolgreich auf ihrem Lebensweg zu unterstützen. 


Eine Diabeteserkrankung fordert von allen Beteiligten – Diabetologen, Diabetesfachkräften und Patienten und deren Angehörigen – ein großes Engagement, um die Lebensqualität der Betroffenen lebenslang zu erhalten. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist die richtige Umsetzung der Therapiemaßnahmen durch den Diabetespatienten. Unter dem Vorsitz von Dr. med. Dieter Burchert, Mainz, und Dr. med. Andreas Lueg, Hameln, erörtern die Referenten, wie der Inkretineffekt mit Ernährung und oraler Antidiabetestherapie verstärkt werden kann, die Onlineplattform TheraKey® die Arzt-Patienten-Kommunikation verbessert und wie das hochkonzentrierte Mahlzeiteninsulin Liprolog® 200 E/ml KwikPen* Patienten bei der korrekten Ausführung der Insulintherapie unterstützt.


Ernährung als Basis

Zu Beginn gibt Dr. med. Burchert, Diabetologe DDG, einen Einblick darüber, wie der Inkretineffekt – die Ausschüttung der Peptidhormone Gastric inhibitory Polypeptide (GIP) und Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1) nach einer Mahlzeit – auf die Insulinsekretion wirkt [1] und welche Rolle die Nährstoffzusammensetzung der Nahrung dabei spielen kann. „Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährungsempfehlung in Kombination mit geeigneten oralen Antidiabetika sind ein erfolgreicher Ansatz, den physiologischen Inkretineffekt therapeutisch zu nutzen“, folgert Dr. Burchert.

Ernährung spielt eine entscheidende Rolle in der Blutzuckersenkung, die komplexen physiologischen Zusammenhänge patientengetreu zu erklären, ist aber nicht immer möglich. Um Ärzte dabei zu unterstützen, ihren Patienten die Erkrankung besser verständlich zu machen, hat die BERLIN-CHEMIE AG das Onlineportal TheraKey® entwickelt. Es bietet Ärzten und Diabetesfachkräften die Möglichkeit, ihre Patienten über die Sprechstunde hinaus mit aktuellen und gesicherten Informationen zu Erkrankung und Therapie zu unterstützen.


Diabetes verstehen mit TheraKey®

„TheraKey® ist in unserem Praxisalltag ein fester Bestandteil geworden. Ich empfehle es allen Patienten und setze es ergänzend zur Vor- und Nachbereitung der Diabetesschulung ein“, so Christiane Birx, Solingen, Diabetesberaterin DDG. Das Onlineportal TheraKey® bietet eine 360° Therapiebegleitung mit gesicherten Informationen für Patienten und wurde in Zusammenarbeit mit unabhängigen Einrichtungen wie z. B. dem Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie IDMT entwickelt. Auf diese Weise werden die Neutralität, Verständlichkeit und Qualität der Inhalte gewährleistet. TheraKey® wird neben Typ-1-Diabetes, Typ-2-Diabetes mit und ohne Insulin in den Indikationen COPD, Gicht, Hypertonie, Fettstoffwechselstörung, Angina pectoris und Ejaculatio praecox angeboten. „Mit einem TheraKey®-Zugang bekommen Patienten nicht nur Informationen über ihre Erkrankung, sondern auch praktische Alltagstipps.“ Aber nicht nur die Diabetespatienten selbst, sondern auch ihre Angehörigen wurden in der Entwicklung berücksichtigt. „Die Diagnose Diabetes betrifft ja auch das direkte Umfeld des Patienten und so kommen im TheraKey® auch die Angehörigen zu Wort und erhalten Tipps im Umgang mit dem betroffenen Familienmitglied“, merkt Birx an. 


Mobil und multilingual

Neben dem Onlineportal ist die wissenschaftlich geprüfte [2] MyTherapy App Teil des digitalen Angebotes TheraKey® der BERLIN-CHEMIE AG im Bereich der Arzt-Patienten-Kommunikation. Zudem stehen Ärzten und Patienten die TheraKey®- Portale "Typ-2-Diabetes ohne Insulin" sowie "Fettstoffwechselstörung" auch in türkischer und arabischer Sprache zur Verfügung. „TheraKey® ist eine wertvolle Unterstützung für alle Patienten, das  in der Schulung gelernte Wissen in die Praxis umzusetzen. Dadurch sind sie auch in der Lage, die empfohlenen Therapiemaßnahmen besser umzusetzen“, resümiert die Diabetesberaterin. 

Auch in der Insulintherapie spielt die korrekte Therapieumsetzung eine entscheidende Rolle. Im abschließenden Vortrag zeigt Dr. Lueg, Diabetologe DDG, die Möglichkeiten einer Therapie mit hochkonzentriertem Mahlzeiteninsulin auf, die Hindernisse vermeidet, eine hohe Lebensqualität ermöglicht und so zu einer hohen Adhärenz und besseren Stoffwechselergebnissen führt als eine Therapie mit einem 100 E/ml Mahlzeiteninsulin.


Insulintherapie: Volumenreduktion erleichtert Therapieumsetzung

Menschen mit Typ-1-Diabetes sind lebenslang auf eine Insulintherapie angewiesen. Auch viele Patienten mit Typ-2-Diabetes sehen sich im Laufe ihrer Krankheit mit der Insulintherapie konfrontiert. Neben der Überwindung sich selbst eine Injektion zu setzen, ist auch die richtige Spritztechnik eine Herausforderung. „Vor allem ältere Menschen schreckt eine Insulintherapie erstmal ab, denn viele Diabetiker entwickeln Krankheitsbilder wie Cheiropathie, Arthrose oder Gicht, die mit einer Einschränkung der Handkraft oder -beweglichkeit einhergehen“, berichtet  Dr. Lueg aus der Praxis. „Patienten sind dann nicht in der Lage, den Kolben vollständig durchzudrücken und injizieren sich die Insulindosis nicht vollständig. Dies wird häufig als  Überforderung oder dementielle Entwicklung gedeutet, was nicht selten zur Beauftragung von Pflegediensten oder sogar Heimeinweisungen führt. Die Verringerung des Kraftaufwandes bei der Injektion durch hochkonzentrierte Insuline wäre eine einfache Lösung, die die Selbstständigkeit der Patienten erhält“, so Lueg. Mit einer Umstellung von einem Insulin lispro 100 E/ml KwikPen auf ein hochkonzentriertes Insulin wie Liprolog® 200 E/ml KwikPen* reduziert sich die Injektionsmenge um die Hälfte, zusätzlich ist der Pen leichtgängiger [3] als der Insulin lispro 100 E/ml KwikPen und die Injektion damit leichter durchzuführen. Dies führt dann oft zu einer effektiveren Blutzuckersenkung.

Dies zeigen auch die Ergebnisse einer randomisierten, offenen, monozentrischen Vergleichsstudie (n=126) im Crossover-Design. Im direkten Vergleich mit Insulin lispro 100 E/ml KwikPen berichteten die Patienten mit Insulin lispro 200 E/ml KwikPen, dass sie erstmals in der Lage waren, ihre Injektion vollständig durchzuführen. Dies zeigte sich in der verbesserten Stoffwechsellage: Dieselben Patienten, die vorher Insulin lispro 100 E/ml KwikPen nutzten, zeigten nach der Umstellung auf die hochkonzentrierte Form eine signifikante Verbesserung des HbA1c [4]. Zudem traten Hypoglykämien ebenfalls signifikant weniger auf [4]. „Die Volumenreduktion hilft zusätzlich, die Spritzrotation einzuhalten“, führt Dr. Lueg weiter an, „die wird Patienten empfohlen, um Komplikationen wie Lipohypertrophien zu vermeiden.“ 

Lipohypertrophien sind Fett- und Bindegewebswucherungen, die durch die hormonelle Wirkung vom Insulin im Zusammenspiel mit der mechanischen Reizung des Gewebes verursacht werden [5]. Durch einen konsequenten Nadelwechsel bei jeder Injektion und das strikte Befolgen einer Spritzstellenrotation können Lipohypertrophien vermieden werden [5]. Eine Untersuchung von Blanco et al. 2013 [5] zeigte allerdings, dass viele Patienten diese Rotation nicht korrekt durchführen, u. a. die Injektionen zu eng setzen. Der Durchmesser des Insulindepots ist volumenabhängig, denn Insulin, das in das subkutane Fettgewebe injiziert wird, breitet sich größtenteils in der Fläche aus [6]. Mit einer reduzierten Injektionsmenge ist das Insulindepot folglich kleinflächiger. Somit ist eine korrekte Rotation ohne Überlappungen, welche die Entstehung von Lipohypertrophien fördern, durch den Patienten einfacher umzusetzen. 

Beim Einsatz von hochkonzentriertem Insulin wie Liprolog® 200 E/ml KwikPen* kann durch das halbierte Volumen, im Vergleich zu Insulinen mit einer Konzentration von 100 E/ml, zusätzlich das Dosissplitting entfallen. So steht mehr Hautfläche für die Insulininjektionen zur  Verfügung und größere Abstände zwischen den Injektionsstellen sind möglich [7]. Dies macht das Auftreten von Lipohypertrophien unwahrscheinlicher. Die Halbierung der Injektionen reduziert auch die Spritzlast der Patienten und fördert somit deren Adhärenz.


Entlastung des Patienten

Die Insulintherapie ist fester Bestandteil des Alltags der Patienten. Sie ist stets gegenwärtig und kann nicht pausiert werden, egal welche Probleme von den Betroffenen zusätzlich bewältigt werden müssen. Diese psychische Belastung kann dazu führen, dass Patienten ihre Therapie nicht richtig durchführen. „Lassen Patienten Insulininjektionen aus oder verwenden die falsche Spritztechnik, kann der Blutzucker nicht ausreichend gesenkt werden, mit allen daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen für den Patienten.“ Eine komplizierte oder sogar schmerzhafte Therapie wirkt sich zusätzlich negativ auf die Patientenmotivation aus: „Wird der Patient eine Therapie jeden Tag aufs Neue zuverlässig umsetzen, wenn diese ihn belastet und unangenehm ist?“, beschreibt Dr. Lueg die Situation. 

Mit Liprolog® 200 E/ml KwikPen* können erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus, die täglich >20 Einheiten schnellwirksames Insulin benötigen entlastet werden. Mit reduziertem Injektionsvolumen empfinden die Patienten die Insulininjektion als weniger schmerzhaft [6] und die Anzahl der Injektionen selbst wird geringer, wenn das Dosissplitting entfallen kann. Zudem kann es dem Patienten mit dem kleineren Durchmesser des Insulindepots einfacher fallen, die empfohlenen Spritzabstände einzuhalten, und so das Auftreten von Komplikationen wie Lipohypertrophien verringern. 

Zusätzlich wird auch der Geldbeutel des Patienten entlastet: Liprolog® 200 E/ml KwikPen* enthält in 3 ml Injektionslösung insgesamt 600 Einheiten Insulin lispro – doppelt so viel  Insulin wie ein herkömmlicher 100 E/ml Insulinpen. Das bedeutet weniger Zuzahlung für den Patienten und weniger Wege zur Apotheke. 

Liprolog® 200 E/ml KwikPen* ist ein therapeutischer Weg, um ein Leben mit Insulintherapie zu vereinfachen, die Therapieumsetzung zu verbessern und die Stoffwechselziele zu erreichen. 

 
 
Anmerkung

* Für erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus, die täglich >20 Einheiten schnellwirksames Insulin benötigen

 

Literatur

  1. Gallwitz B Diabetologie und Stoffwechsel 2010;5(1): 3-14 DOI: 10.1055/s-0030-1247254
  2. Ohde T et al. Diabetes, Stoffwechsel und Herz 2019;28: 9-15
  3. Wang T et al. Journal of Diabetes Science and Technology 2016;10: 923-931
  4. Gentile S et al. Expert opinion on drug safety 2018;17(5): 445-450
  5. Blanco M et al Diabetes & Metabolism 2013;39: 445-453
  6. Leuenberger JP et al. Journal of Diabetes Science and Technology 2013;7(1): 227-237
  7. Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V.: Leitfaden zurInjektion bei Diabetes mellitus, 2. bearbeitete Auflage November 2016

 


Quelle: Berlin-Chemie, 08.11.2019 (tB) Thomas Backe