Mit PRIMAS wird ab Mai 2012 ein modernes, patientengerechtes Schulungs- und Behandlungsprogramm für erwachsene Typ-1-Patienten ab 18 Jahren zur Verfügung stehen. Patienten erhalten darin nicht nur Diabeteswissen, sondern lernen vor allem die Fähigkeit zum Selbstmanagement und zum eigenverantwortlichen Umgang mit dem Diabetes – ein entscheidender Faktor für den langfristigen Behandlungserfolg. Das Projekt des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) und der BERLIN-CHEMIE AG wurde unter der Leitung von Professor Dr. Norbert Hermanns und Privatdozent Dr. Bernhard Kulzer (FIDAM) entwickelt und jetzt auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt. Photo: Berlin ChemieDiabetesschulung für erwachsene Typ-1-Patienten

Der Patient im Mittelpunkt: Das neue Schulungsprogramm PRIMAS

 

Berlin (23. März 2012) – Mit PRIMAS wird ab Mai 2012 ein modernes, patientengerechtes Schulungs- und Behandlungsprogramm für erwachsene Typ-1-Patienten ab 18 Jahren zur Verfügung stehen. Patienten erhalten darin nicht nur Diabeteswissen, sondern lernen vor allem die Fähigkeit zum Selbstmanagement und zum eigenverantwortlichen Umgang mit dem Diabetes – ein entscheidender Faktor für den langfristigen Behandlungserfolg. Das Projekt des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) und der BERLIN-CHEMIE AG wurde unter der Leitung von Professor Dr. Norbert Hermanns und Privatdozent Dr. Bernhard Kulzer (FIDAM) entwickelt und jetzt auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt [1].

 

Bedarf für ein neues, strukturiertes Schulungsprogramm für erwachsene Typ-1-Patienten bestand schon lange: “Das bisher eingesetzte Programm, das aus den 1980er Jahren stammt, war damals ein Meilenstein in der Entwicklung der Diabetesschulung in Deutschland. Mittlerweile ist es jedoch schon ein wenig in die Jahre gekommen", beschreibt Hermanns. Strukturierte Schulungsprogramme sind bei Diabetes wichtig, da der Erfolg einer Diabetesbehandlung entscheidend davon abhängt, wie gut ein Betroffener mit seiner Erkrankung umgehen kann. Die Patienten müssen den Alltag mit Diabetes täglich alleine bewältigen. Rund 350.000 Typ-1-Diabetiker hierzulande messen mehrmals am Tag die Blutzuckerwerte und müssen auf dieser Basis Therapie- und damit auch Alltagsentscheidungen treffen [2]: Sie organisieren, ob und wie viel Sport sie treiben können, ob sie essen sollten oder wie viel Insulin sie für die nächste Mahlzeit brauchen. Der Typ-1-Patient ist von 365 Tagen im Jahr ca. 360 Tage sein eigener Arzt und auf seine eigenen Entscheidungen angewiesen.

 

 

Auf Selbstmanagement basierende Schulungen sind wirksamer

 

Moderne Schulungsprogramme wie PRIMAS [3] setzen deshalb auf Empowerment und vermitteln neben Diabeteswissen vor allem die Fähigkeit zum erfolgreichen Selbstmanagement des Diabetes mit eigenverantwortlichen Entscheidungen. Der Patient soll Komplikationen vorbeugen und den Diabetes so gut wie möglich in sein Leben integrieren können. „Der Erhalt der Lebensqualität ist ein wichtiges Therapieziel“, betont Kulzer. Die Wirksamkeit von Diabetesschulungen, etwa auf den HbA1c-Wert als Maß für die Stoffwechseleinstellung, ist belegt und Schulungen sind fest in den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) verankert [4, 5]. Auf Selbstmanagement basierende Schulungen sind dabei wirksamer als der Versuch, sich vor allem auf Wissensvermittlung zu konzentrieren [4].

 

 

PRIMAS: Mit moderner Didaktik und Empowerment den Diabetes integrieren

 

PRIMAS stellt die Patienten in den Mittelpunkt. In zwölf ambulanten Kurseinheiten à 90 Minuten lernen sie in kleinen Gruppen, ihren Alltag mit Diabetes in eigener Verantwortung zu managen. Das beginnt bei der Ernährung und Insulindosierung und geht bis zu Therapiemotivation, Sport und Partnerschaft. Besonderer Wert wird dabei auf die Interaktion zwischen den Teilnehmern gelegt. So wird der intensive Austausch der Teilnehmer in Diskussionen gefördert, denn die Erfahrungen der Mitpatienten liefern oft wertvolle Tipps für das eigene Leben. Die Kursteilnehmer können gemeinsam oder einzeln alltagsgerechte Lösungen für offene Fragen erarbeiten, etwa zur richtigen Menge des nächsten Mahlzeitenbolus. Das Umsetzen des neuen Wissens im Alltag üben die Teilnehmer dann zwischen den Kursstunden. Der Grund: "Bei einer guten Schulung sollte das Wichtigste zwischen den Stunden passieren, weil der Patient dann das Gelernte in seinem Alltag ausprobiert", so Kulzer.

 

 

Lösungen für den Alltag: Erfahrungen aus der Praxis

 

Den Nutzen der modernen Didaktik und des Empowerment-Ansatzes von PRIMAS für Praxis und Patienten bestätigt auch Dr. Kristina Pralle vom Diabeteszentrum am Sophie-Charlotte-Platz in Berlin. Als Evaluationspraxis gehörte das Diabeteszentrum zu den ersten Institutionen, in denen mit PRIMAS Patienten geschult wurden. Dabei wurde deutlich, dass sich Psychologie, Motivation und Stoffwechselführung sehr vielschichtig beeinflussen: "Wenn zum Beispiel durch die Anpassung der Basalinsulin-Rate die leichten Unterzuckerungen wieder zurückgehen, steigt auch die Therapiemotivation wieder an. Oder die Patienten diskutieren im Kurs, warum ihre Glukosewerte nach dem Essen anders ausfallen als erwartet. Bei PRIMAS kann jeder von den Erfahrungen der anderen lernen, und manchmal ist dann die richtige Idee dabei." Solche Erfolge sind auch für die Lebensqualität wichtig: Der Patient erlebt bewusst, dass er den Diabetes selbst steuern und aktiv in sein Leben einfügen kann.

 

 

Ab wann steht das neue Schulungsprogramm zur Verfügung?

 

PRIMAS wird ab Mai 2012 zur Verfügung stehen. Ebenfalls im Mai, im Rahmen der DDG-Jahrestagung in Stuttgart, werden die Ergebnisse der Evaluationsstudie zu PRIMAS vorgestellt, die zurzeit noch ausgewertet wird.

 

 

Quelle

 

[1] Pressekonferenz der BERLIN-CHEMIE AG: „Zeitgemäße Diabetesschulung: Der Patient im Mittelpunkt“. Berlin, 23. März 2012, Steigenberger Hotel

 

 

Literatur

 

[2] diabetesDE (Hrsg.), Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes, 2011

[3] Der Name PRIMAS entstand aus der Assoziation der Begriffe "Typ-1-Diabetes" und „primus" (lateinisch für "1"). Außerdem wurden daraus die Anfangsbuchstaben der sechs fiktiven Patienten gebildet, denen die Patienten im Kurs immer wieder begegnen: Paul, Rita, Ingo, Murat, Anne und Sonja.

[4] Kulzer B et al., Diabetologe 2008; 4: 337-347

[5] Keller M et al., (Hrsg.), Diabetes und Stoffwechsel 2011; 6 Suppl.2: 120-136

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma BERLIN-CHEMIE zum Thema „Zeitgemäße Diabetesschulung: Der Patient im Mittelpunkt“ am 23.03.2012 in Berlin (tB).

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