Anhörung zur Diätverordnung

diabetesDE fordert: „Diabetiker-Lebensmittel“ abschaffen

 

Berlin (20. Oktober 2009) – Die veraltete nationale Diätverordnung (§12 DiätV) entspricht seit langem nicht mehr dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Fach-Experten und die Organisation diabetesDE sind sich einig, dass die sogenannten „Diabetiker-Lebensmittel“ unnötig und sogar schädlich sind. Bei der Anhörung im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am kommenden Donnerstag, den 22. Oktober, in Bonn wird über das Ende oder Weiterbestehen der Diabetiker-Lebensmittel entschieden. diabetesDE fordert die Abschaffung.

 

„Wir erwarten, dass die Politik endlich der Gesundheit der Menschen den Vorrang gibt vor den Interessen der Lebensmittelhersteller“, sagt Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von diabetesDE. Und Michaela Berger, stellvertretende Vorsitzende von diabetesDE und selbst Betroffene ergänzt:  „Wir haben es bei Diabetiker-Lebensmitteln mit einer reinen Mogel-Packung zu tun, die Menschen mit Diabetes auch noch eher schadet als nutzt“.

 

Lange schon vertritt die Wissenschaft die Erkenntnis, dass für Diabetiker und ihre besondere Ernährung keine besonderen Lebensmittel notwendig sind und auch nicht nützen. Bereits seit Jahren setzen sich Fachgesellschaften wie die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) deshalb dafür ein, Lebensmittel nicht mehr als für Diabetiker geeignet, als sogenannte „Diabetiker-Lebensmittel“ zu kennzeichnen und in den Verkehr zu bringen. Insbesondere, da sie Menschen mit Diabetes schaden. Einige Studien zeigen, dass immer noch zirka 50 Prozent der an Diabetes erkrankten Personen diese Produkte kaufen und sich in der falschen Gewissheit wiegen, unbegrenzt davon essen zu dürfen. Wegen der hohen Fettanteile in diesen Lebensmitteln nehmen die Patienten zu viele Kalorien zu sich. Die daraus folgende Gewichtszunahme verschlechtert ihre Stoffwechseleinstellung. Neue Daten ergeben allerdings schon eine deutlich rückläufige Entwicklung für den Konsum von sogenannten Diabetiker-Lebensmitteln.

 

diabetesDE-Ernährungs-Expertin Dr. med. Monika Toeller vom Deutschen Diabetes Zentrum an der Universität in Düsseldorf erläutert: „Menschen mit Diabetes benötigen eine gesunde Kost, in Maßen dürfen sie alles essen, auch Zucker (Haushaltszucker, Saccharose). Der Austausch des Zuckers gegen andere Süßungsmittel – beispielsweise Zuckeraustauschstoffe – bringt für sie keine Vorteile. Eine Deklaration von BE auf Lebensmitteln, wie sie Hersteller von Diätlebensmitteln vorschlagen, um Diabetiker zu gewinnen, ist weder im europäischen Markt noch für Diabetiker in Deutschland sinnvoll oder hilfreich. Menschen mit Diabetes haben nicht nur einen gestörten Zuckerhaushalt, sondern auch einen gestörten Fett- und Eiweißstoffwechsel. Es geht heutzutage besonders darum, die gesättigten Fette in der Nahrung zu senken.“

 

Die Forderungen von diabetesDE für die Anhörung beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 22.10. sind daher:

 

  • Ersatzlose Streichung des § 12 der nationalen Diätverordnung
  • Keine Einzelrichtlinie für sog. Diabetiker-Lebensmittel
  • Keine BE-Deklaration auf Lebensmitteln

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) vom 20.10.2009.

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