Diabetische Neuropathie

Neuropathische Schmerzen – oft noch unterschätzt

 

Stuttgart (17. Mai 2012) – Die Behandlung des Diabetes mellitus ist komplex, die Erfassung und Therapie neuropathischer Schmerzen infolge einer diabetischen Neuropathie tritt dadurch nicht selten in den Hintergrund. Die Patienten aber werden durch die Schmerzproblematik enorm in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt, wie beim Deutschen Diabetes Kongress 20121 deutlich wurde. Mit Pregabalin (LYRICA®) steht eine Medikation zur Verfügung, die neuropathische Schmerzen rasch und nachhaltig lindert und auch die assoziierten Schlafstörungen der Patienten effektiv bessert. Infolge seines Wirkprofils und des geringen Interaktionspotentials eignet Pregabalin sich zudem gut zur Behandlung multimorbider Patienten mit neuropathischen Schmerzen.

 

Etwa jeder dritte Diabetiker entwickelt im Laufe seiner Erkrankung eine diabetische Neuropathie (DNP). Diese wird als Komplikation des Diabetes oft unterschätzt. Wird an die DNP gedacht, so stehen die meist schmerzlosen Fußulzera im Vordergrund. 13 bis sogar 26 Prozent der Patienten leiden aber unter zum Teil äußerst quälenden neuropathischen Schmerzen als Folge der diabetischen Komplikation. Sie erleben die Schmerzen als heiß/brennend, elektrisch/stoßweise, als scharf, dumpf, prickend oder kribbelnd und sind durch die DNP in ihrer Lebensqualität zum Teil massiv eingeschränkt.

 

„Trotzdem erhalten 40 Prozent der Patienten mit schmerzhafter diabetischer Neuropathie keinerlei Schmerztherapie“, monierte Professor Dan Ziegler, Düsseldorf, beim Deutschen Diabetes Kongress 2012 in Stuttgart. Werden Schmerzmittel verordnet, so geschieht dies oft nicht entsprechend der Leitlinien-Empfehlungen: „Rund 40 Prozent der Patienten erhalten nicht steroidale Antirheumatika oder Coxibe, die von keiner Leitlinie der Welt bei der DNP empfohlen werden“, so Ziegler.

 

 

Mit strukturiertem Fragebogen die Schmerzproblematik abklären

 

Da viele Diabetiker Schmerzen beim Arzt nicht spontan verbalisieren, ist es nach Ziegler wichtig, mittels eines strukturierten Fragebogens gezielt nach einer DNP zu fahnden. Als Instrument bietet sich der Schmerzfragebogen painDETECT® an, der als bewährtes Screening-Tool zur Identifikation einer neuropathischen Schmerzkomponente eingesetzt werden kann. Zur Abklärung der DNP sind ferner Bedside-Tests indiziert wie beispielsweise die Prüfung der Funktion der großkalibrigen Fasern mit der Stimmgabel oder dem 10g Monofilament sowie der kleinkalibrigen Fasern mit dem TipTherm oder dem Neuropad.

 

Liegt eine DNP vor, so muss die Behandlung laut Ziegler mehrere Ansätze verfolgen: Es ist eine optimierte Diabeteseinstellung anzustreben möglichst mit Lifestyle-Modifikation und Abbau von Risikofaktoren, eine pathogenetisch begründbare Therapie und insbesondere eine gezielte Schmerztherapie. Diese sollte, so Ziegler, nicht allein eine Schmerzlinderung bewirken, sondern auch eine Verbesserung der Funktionalität, der Schlafqualität und der allgemeinen Lebensqualität.

 

 

Pregabalin – rasche Linderung neuropathischer Schmerzen

 

Als eine Option, dieses Ziel zu realisieren, stellte der Mediziner in Stuttgart den Wirkstoff Pregabalin vor. Dieser wird laut Ziegler in allen nationalen und internationalen Leitlinien zur Behandlung neuropathischer Schmerzen explizit empfohlen. Es handelt sich um einen Kalziumkanal-α2δ-Modulator, also einen Wirkstoff, der den spannungsabhängigen Kalziumeinstrom in die Nervenzelle moduliert. Pregabalin zeichnet sich durch einen raschen Wirkeintritt aus und vermittelt damit eine entsprechend schnelle Schmerzlinderung2.

 

Der Wirkstoff hat sich bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen unterschiedlicher Genese in Studien wie auch im klinischen Alltag bewährt und auch bei der diabetischen Polyneuropathie eine gegenüber Placebo signifikante Wirksamkeit gezeigt. Dabei lindert Pregabalin nicht nur den neuropathischen Schmerz3, sondern bessert signifikant auch die assoziierten Schlafstörungen3,4. Pregabalin weist eine lineare Dosiswirkungsbeziehung auf, wie eine gepoolte Datenanalyse bei Diabetespatienten mit neuropathischen Schmerzen dokumentiert5,6 und vermittelt eine langfristig gleichbleibende Wirksamkeit ohne Toleranzerscheinungen7.

 

 

Diabetische Neuropathie: Interaktionsrisiko beachten

 

Für die Gabe von Pregabalin bei Patienten mit diabetischer Neuropathie spricht ferner, dass der Wirkstoff den Stoffwechsel anderer Arzneimittel praktisch nicht beeinflusst und somit nur ein sehr geringes Interaktionspotenzial aufweist. Dass es sich hierbei um einen relevanten Aspekt handelt, der maßgeblich die Arzneimittelsicherheit beeinflusst, machte Dr. Gabriel Eckermann, Kaufbeuren, deutlich. Besonders hoch ist die Gefährdung nach seiner Darstellung für ältere Menschen, die mehrere Arzneimittel einnehmen, wie es bei Diabetikern die Regel ist: „Patienten jenseits des 65. Lebensjahres erleiden 4,5 mal häufiger unerwünschte Nebenwirkungen aufgrund von Arzneimittelinteraktionen als jüngere Patienten“, berichtete Eckermann, der das Internetportal www.psiac.de, das sich speziell der Interaktionspharmakologie widmet, mitbetreut.

 

Das Interaktionsspektrum der zur Behandlung neuropathischer Schmerzen infrage kommenden Wirkstoffe muss nach seinen Worten deshalb bei Patienten mit DNP sorgfältig beachtet werden. Das gilt sowohl für pharmakodynamische Wechselwirkungen, die auftreten können, wenn zwei Wirkstoffe am gleichen Rezeptorsystem angreifen, als auch für pharmakokinetische Interaktionen, die zu bedenken sind, wenn ein Medikament die Absorption, die Verteilung, den Metabolismus oder die Exkretion eines anderen Präparats beeinflusst.

 

Pregabalin kann hinsichtlich der pharmakodynamischen wie auch pharmakokinetischen Interaktionen laut Eckermann als unproblematisch eingestuft werden. Pregabalin wird primär renal eliminiert. Da die wichtigsten pharmakokinetischen Interaktionen auf der Ebene der Metabolisierung am Cytochrom P450-System stattfinden, ist bei Pregabalin von Vorteil, dass es dort weder als Induktor noch als Inhibitor interagierend auftritt: „Die Substanz ist auch unter komplexer Multimedikation unter den Aspekten der Arzneimittelsicherheit gut einzusetzen“.

 

 

Referenzen

 

  1. Symposium „..doch alles nur reine Nervensache – unser Hirn, unser Hunger und die Folgen…“ im Rahmen des Deutschen Diabetes Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Stuttgart, 17. Mai 2012
  2. Freynhagen R et al. Schmerz 2006; 20: 285-292
  3. Rosenstock J et al. Pain 2004; 110: 628-638
  4. Dworkin RH et al. Neurology 2003; 60: 1274-1283
  5. Bockbrader HN et al. Clin Pharmacokinet 2010; 49(10): 661-669
  6. Freeman R et al. Diabetes Care 2008; 31(7): 1448-1454
  7. Portenoy R et al., NeuSPSIG Neuropathic Pain Congress, Madrid 2004

 

 

Pfizer – Gemeinsam für eine gesündere Welt

 

Pfizer erforscht und entwickelt mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche setzt der Weltmarktführer mit Hauptsitz in New York neue Standards in Therapiegebieten wie Krebs, Entzündungskrankheiten, Schmerz oder bei Impfstoffen. Pfizer erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 67,8 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland beschäftigt Pfizer derzeit rund 4.000 Mitarbeiter an vier Standorten: Berlin, Freiburg, lllertissen und Karlsruhe.

 


 

Quelle: Symposium der Firma Pfizer Pharma zum Thema "… doch alles nur reine Nervensache – unser Hirn, unser Hunger und die Folgen …" am 17.05.2012 in Stuttgart …“ im Rahmen des Deutschen Diabetes Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft (tB).

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