MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Diakonie fordert Information und Beratung bereits vor der Pränataldiagnostik

Berlin (16. März 2009) – „Die Diakonie begrüßt alle Bemühungen, schwangeren Frauen und ihren Partnern die Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, die sie im Zusammenhang mit einer vorgeburtlichen Untersuchung brauchen“, erklärt Diakonie- Präsident Klaus-Dieter Kottnik zur aktuellen Debatte um eine Gesetzesänderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes.
Dazu gehöre die in den Gesetzesentwürfen geforderte Pflicht der Ärztinnen und Ärzte, schwangere Frauen nach einem auffälligen Untersuchungsbefund umfassend medizinisch zu beraten. Ausdrücklich begrüßt wird, dass die Ärzte verpflichtet werden sollen, schwangere Frauen über ihren Beratungsanspruch zu informieren und sie an Beratungsstellen zu vermitteln.

Die Gesetzentwürfe sehen auch eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen vor einer medizinischen Indikation zum Schwangerschaftsabbruch vor. „Ich befürworte diese Bedenkzeit. Sie kann die werdenden Eltern entlasten und gibt ihnen Raum und Zeit, um die Nachricht über einen auffälligen Befund zu begreifen und zu bewältigen. Dafür ist einfühlsame und kundige Begleitung und Unterstützung nötig“, betont Kottnik. Beratungsstellen könnten ein „neutraler Ort“ außerhalb des medizinischen Bereichs sein, an dem sie bei der Suche nach einer tragfähigen und verantwortbaren Entscheidung unterstützt werden.

Pränataldiagnostik ist ein Regelangebot der Schwangerenvorsorge. „Angesichts der Diskrepanz zwischen dem, was diagnostisch erkannt werden kann und den sehr begrenzten Therapiemöglichkeiten, ist bereits die Zeit vor der Untersuchung immens wichtig. Frauen und ihre Partner müssen umfassend über die Risiken und die Aussagekraft der Untersuchung sowie die möglichen Konsequenzen bei einem auffälligen Befund informiert und beraten werden. Sie müssen für sich in Ruhe klären können, ob und welche Diagnostik sie in Anspruch nehmen wollen“, hebt Kottnik hervor.  

Die Konzentration der Gesetzentwürfe auf den Zeitpunkt nach einem Befund und vor der medizinischen Indikation dürfe nicht dazu führen, dass die „Einstiegssituation“ in die vorgeburtliche Diagnostik aus dem Blick gerät.

Daher seien zusätzlich zu einer Gesetzesänderung auch weitere Bemühungen des Gesetzgebers um eine Verbesserung der Information und Beratung der schwangeren Frauen und ihrer Partner nötig. Dazu lägen den Abgeordneten sinnvolle Vorschläge in den Anträgen vor.

Unabhängig von allen Verfahrensregelungen müsse Menschen mit Behinderungen zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in allen Bereichen ermöglicht werden. Dazu gehöre der Zugang zu Frühförderung, gemeinsame Kinderbetreuung, integrative schulische und berufliche Ausbildung sowie die Unterstützung von Eltern mit Behinderung bei der Betreuung ihrer Kinder.

Die Positionen der Diakonie zur aktuellen Debatte um eine Gesetzesänderung liegen dem Ausschuss am 16. März in einer Stellungnahme vor.


 

Quelle: Pressemitteilung des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. vom 16.03.2009 (tB).

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabeloops Ziel: Baldige Marktpräsenz mit ​individuellen Lösungen zum Diabetes-Management für​ verschiedene…

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…