Diakonie fordert mehr Aufmerksamkeit für psychische Erkrankungen

 

Berlin (10. Oktober 2011) – Anlässlich der Woche der seelischen Gesundheit kritisiert die Diakonie, dass die Bundesregierung in ihrem Gesetzentwurf zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung die Behandlung und Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht in den Blick nimmt. "Wir sehen einen deutlichen Handlungsbedarf bei der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen bei ambulanter Psychotherapie sowie in der ärztlich-psychiatrischen Grundversorgung", sagt Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier am Montag in Berlin.

 

Es fehle schlichtweg an Soziotherapie und häuslicher Krankenpflege für psychisch Kranke. "Die Politik schenkt der psychischen Belastung vieler Menschen noch zu wenig Beachtung. Die psychische Gesundheit ist für die allgemeine Gesundheit und für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe aller an der Gemeinschaft enorm wichtig", betont Stockmeier. Seelische Leiden hätten immer auch gesundheitspolitische und volkswirtschaftliche Auswirkungen.

 

Zahlreiche Gesundheitsreports beschreiben eine deutliche Zunahme der Krankschreibungen und stationären Behandlungstage aufgrund psychischer Erkrankungen. Danach gelten Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Ängste, Demenz oder Psychosen inzwischen als Volkskrankheiten. Etwa jeder dritte Mensch in der Bundesrepublik hat bereits einmal in seinem Leben eine behandlungsbedürftige psychische Störung erlitten oder leidet noch an ihr.

 

Zum Thema: Berichte über die Arbeit mit Burnout-Patienten finden sich auf
diakonie.de unter
http://www.diakonie.de/diakonie-news-188-burnout-ausgebrannt-nicht-nur-von-der-arbeit-8498.htm

 

 


Quelle: Diakonisches Werk der EKD e.V.(DWEKD), 10.10.2011 (tB).

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