Diakonie und DEVAP zum Internationalen Tag der Pflege

An mehr Investitionen in den pflegerischen Nachwuchs geht kein Weg vorbei

Berlin (10. Mai 2016) – Mit einem bundesweiten Aktionstag stellen die Diakonie und ihr Fachverband Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) am Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai die die Pflegekräfte und die neue Pflegeausbildung in den Mittelpunkt. "Die Altenpflege hat sich in den letzten Jahren verändert. Menschen werden oft erst im hohen Alter pflegebedürftig, brauchen dann aber eine umfassende und qualifizierte Zuwendung", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland am Dienstag in Berlin: "Die palliative Pflege am Lebensende ebenso wie die Versorgung bei dementieller Erkrankung braucht mehr Pflegezeit als es die Vereinbarungen mit den Pflegekassen vorsehen." Sie hält rasche Korrekturen bei den Personalschlüsseln in den Pflegeheimen für notwendig: "Die Pflegekassen müssen den Bedarf der pflegebedürftigen Menschen im einzelnen anerkennen, noch bevor das vom Gesetzgeber vorgeschriebene Instrument zur Personalbemessung entwickelt ist."

"Wir brauchen mehr Wertschätzung für die hochfachliche und engagierte Arbeit der Pflegekräfte. Der Stellenwert der Pflege muss erhöht und der gesellschaftliche Dialog über eine würdevolle Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf intensiv geführt werden. Wir müssen ausdrücklich klarstellen, dass eine gute Pflege mehr personelle und finanzielle Ressourcen erfordert. Dies wird immer noch allzu gern vergessen", betont der Vorsitzende des DEVAP, Bernhard Schneider.

Diakonie und DEVAP setzen sich für die neue generalistische Pflegeausbildung ein, die für die Auszubildenden und die spätere Berufspraxis große Vorteile bietet: "Das neue Pflegeberufsgesetz ist die Grundlage für eine moderne Pflegeausbildung. Die Schulgeldfreiheit, die Ausbildungsvergütung und das breite Praxisspektrum macht die Ausbildung attraktiv", so Loheide. Schneider ergänzt: "Die Nachwuchsgewinnung ist ein wichtiges Instrument zur langfristigen Fachkräftesicherung. Um auch für die Zukunft gewährleisten zu können, dass jeder Mensch in Würde gepflegt werden kann, müssen sich die Rahmenbedingungen in der Pflege nachhaltig verbessern. Dazu zählen in erster Linie mehr Personal, mehr Qualifizierung und mehr Wertschätzung."

Unter dem Motto "Unsere Pflege – eine runde Sache" haben die Diakonie und ihr Fachverband Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) ihre Altenpflegeheime und ambulante Pflegedienst in ganz Deutschland dazu aufgerufen, auf den Fachkräftemangel aufmerksam zu machen. Pflegekräfte und Leitungen von Pflegediensten werden dort, wo sie mit Menschen ins Gespräch kommen können, z.B. auf Marktplätzen oder in Fußgängerzonen, Blumen an Passanten verteilen.

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, wird zudem am 12. Mai 2016 die Evangelische Altenpflegeschule des Diakoniewerkes Neues Ufer in Schwerin besuchen und mit Pflegeschülern und Lehrenden über die Pflegeausbildung und deren geplante Reform diskutieren. Von 13 bis 13:30 Uhr laden wir Sie herzlich zu einem Pressegespräch mit Maria Loheide, Martin Scriba, Landespastor der Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern und Thomas Tweer, Geschäftsführer der Evangelischen Altenpflegeschule des Diakoniewerkes Neues Ufer ein.


Quelle: Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband, 10.05.2016 (tB).

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