Distance Caregiving

Pflegepotenziale über nationale und internationale Grenzen

Ludwigsburg (10. Oktober 2016) – Ein Forschungsteam an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg unter der Leitung von Professorin Dr. Annette Franke untersucht bis 2019 Möglichkeiten von Pflege von Angehörigen aus der Distanz heraus. Mit Careum Forschung in Zürich ist ein ausländischer Forschungspartner dabei, mit dem auch ein binationaler Vergleich zu Distance Caregiving von Deutschland und der Schweiz möglich ist. Zentrale Fragen sind: Welche Beiträge können Angehörige für Pflegebedürftige aus räumlicher Entfernung leisten und welche Rahmenbedingungen bzgl. Arbeit, Wohnen und Versorgung sind hierfür förderlich? Welche effizienten Strategien und Chancen bestehen durch technische Lösungen?

Aktuell sind ca. 2,6 Mio. Menschen in Deutschland pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung – mit steigender Tendenz. Doch Angehörige, die sich vor Ort um die Pflege ihrer Nächsten kümmern können, gibt es immer weniger. Gründe hierfür sind unter anderem die steigende Mobilität von Familien und Erwerbstätigen. Doch welche Beiträge können Angehörige für Pflegebedürftige aus räumlicher Entfernung leisten und welche Rahmenbedingungen bzgl. Arbeit, Wohnen und Versorgung sind hierfür förderlich? Welche effizienten Strategien und Chancen bestehen durch technische Lösungen, aber auch durch gezielte Informationen, Vernetzung und Case Management?

Im vom Bundesbildungsministerium im Rahmen der Förderrichtlinie „Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter – SILQUA-FH“ geförderten Projekt „Distance Caregiving: Pflege- und Hilfepotenziale über nationale Distanzen und internationale Grenzen hinweg (DiCa)“ sollen Lösungen und Konzepte für pflegende Angehörige, Betriebe und Pflegeeinrichtungen entwickelt und evaluiert werden. Neben den traditionell unter „Pflege“ verstandenen Handreichungen berücksichtigt das Projekt „DiCa“ auch emotionale, motivierende, koordinierende, kontrollierende oder informationelle Hilfen. Dabei werden u.a. Surveydaten (bspw. Deutscher Alterssurvey) analysiert und qualitative Interviews mit pflegenden Angehörigen und Ansprechpartnern in den Betrieben sowie im Gesundheits- und Sozialwesen geführt.

Das Forschungsteam an der EH Ludwigsburg unter der Leitung von Professorin Dr. Annette Franke kooperiert mit bedeutenden Praxispartnern, u.a. Daimler AG, Ev. Diakonissenanstalt Stuttgart, BruderhausDiakonie Reutlingen, Wüstenrot & Württembergische, Kompetenzzentrum Beruf und Familie Baden-Württemberg. Das Projekt dient den Praxispartnern zum Aufbau von Personalentwicklungskompetenzen im erweiterten Age-Management und fördert die Bildung von Lernnetzwerken im Projektteam. Zudem haben die Betriebe die Möglichkeit, sich als familienfreundliches Unternehmen in einem innovativen Feld zu profilieren.

Mit Careum Forschung in Zürich ist ein ausländischer Forschungspartner dabei, mit dem auch ein binationaler Vergleich zu Distance Caregiving von Deutschland und der Schweiz möglich ist.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Projekt über drei Jahre mit ca. 399.700 Euro. Laufzeit: 01.06.2016 – 31.05.2019

Weitere Informationen


Quelle: Evangelische Hochschule Ludwigsburg . 10.10.2016 (tB).

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