DIVI 2006

Fast-track für alle: Erster Algorithmus veröffentlicht

 

Hamburg (8. November 2006) – Heute wurde im Rahmen des DIVI der erste Algorithmus für die Fast-track Rehabilitation vorgestellt. Damit wird nun eine der viel versprechendsten Entwicklungen in der operativen Medizin einer breiten Anwendung zugänglich gemacht. Vorreiter der Fast-track Rehabilitation in Deutschland aus Chirurgie, Anästhesie und Pflege haben auf Initiative von Baxter einen praxisorientierten Leitfaden entwickelt. Der Behandlungspfad wird Schritt für Schritt am Beispiel der elektiven Kolonchirurgie erläutert; die Fast-track Prinzipien können auf andere Operationen übertragen werden. Der Algorithmus ist ab sofort kostenfrei erhältlich.

 

Ziel der Fast-track Rehabilitation ist, Patienten einer möglichst komplikations­losen und raschen postoperativen Erholung zuzuführen. Dies wird durch Kom­bination hocheffektiver chirurgischer, anästhesiologischer und pflegerischer Einzel­maßnahmen erreicht. „Fast-track führt aktuellste interdisziplinäre Erkenntnisse zusammen, um Patienten eine rasche Genesung zu ermögli­chen“, so Wolf­gang Schwenk (Berlin). Aus chirurgischer Sicht sind insbe­son­dere laparosko­pisches Operieren sowie der Verzicht auf Magensonden und Wund­drainagen geeignet, den perioperativen Stress zu minimieren und die Rekon­valeszenz zu verbessern. Fast-track Patienten können daher häufig bereits ab dem fünften postoperativen Tag entlassen werden. „Allein bei elektiven Dick­darmresektio­nen könnten durch flächendeckende Einführung der Fast-track Rehabilitation jährlich etwa 10.000 bis 15.000 allgemeine Komplika­tionen vermieden und bis zu 500.000 Krankenhausbehandlungstage einge­spart werden“, sagte Schwenk.

 

Unverzichtbare Bestandteile des Fast-track Prinzips sind eine schonende Anästhesie und eine effektive Schmerztherapie. Für die Allgemeinnarkose empfiehlt sich daher die gemeinsame Gabe des volatilen Anästhetikums Desfluran (Suprane®) und des Opioids Remifentanil. Die Kombination dieser beiden Sub­stanzen gilt heute als die am besten steuerbare Anästhesietechnik. Darüber hinaus ermöglicht sie „ein sehr angenehmes rasches Einschlafen und Erwa­chen aus der Narkose“, sagte Thomas Standl (Solingen). Für die post­operative Schmerztherapie ist die thorakale Epiduralanalgesie (TEA) das Mittel der Wahl. Diese wird entweder kontinuierlich oder patientengesteuert – d.h. als kontinuierliche Applikation mit intermittierender Bolusgabe – durchgeführt.

 

„Mit Hilfe der TEA kann ein Patient bereits am Operationstag schmerzfrei umher­gehen, trinken und kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen“, so Standl. Die syste­mische Gabe von Opioiden ist damit nahezu obsolet.

 

Neben Chirurgen und Anästhesisten fällt den Pflegenden im interprofessionel­len Fast-track Konzept eine wichtige Rolle zu. Sie sind von der Aufnahme des Patienten bis zu seiner Entlassung in den Behandlungspfad eingebunden. Pfle­gende informie­ren und motivieren die Patienten, aktiv am Genesungspro­zess mitzuwirken und sind – über die Überwachung und Durchführung von Einzel­maßnahmen hinaus – „maßgeblich für die frühe Mobilisation des Pati­enten verantwortlich“, erläuterte Lothar Ullrich (Münster). Diese beginnt bereits am OP-Tag und wird nach einem Stufenplan bis zur Entlassung fortgesetzt. „Das positive Erleben der wachsenden eigenen Leistungsfähigkeit motiviert den Patienten zusätzlich und trägt in erheblichem Maße zu seinem Gene­sungspro­zess bei“, so Ullrich weiter.

 

„Der Algorithmus ermöglicht es nahezu jedem Operationsteam, sich das Fast-track Konzept anzueignen oder die eigene Praxis zu optimieren“, betonte Lutz Krause, Group Product Manager Infusionstherapie & BioPharma Solutions der Baxter Deutschland GmbH. Den fünf Phasen der Fast-track Rehabilitation entsprechend gliedert sich der Algorithmus in fünf Kapitel. Der Behandlungs­pfad wird anhand von Hinter­grundinformationen erklärt; zusätzlich stehen Checklisten für die individuelle Umsetzung zur Verfügung. Der praxisorientierte Leitfaden wurde von Vertre­tern universitäts­medizinischer Einrichtungen in Berlin, Marburg, Münster, Köln und Tübin­gen erarbeitet.

 

Der kostenfreie Algorithmus Fast-track Rehabilitation kann ab sofort bestellt werden unter baxter@the-messengers.de

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Baxter Deutschland am 08.11.2006 in Hamburg (the messengers).

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