DKG zum Krankenhaus Barometer 2013

Jede zweite Klinik schreibt rote Zahlen

 

Berlin (20. November 2013) – "Wenn mehr als die Hälfte der Kliniken rote Zahlen schreibt, dann liegt ein schwerer Systemfehler vor. Wir erwarten von den Koalitionsverhandlern, dass sie grundlegend verbesserte Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser zum Thema machen", sagte Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), anlässlich der Eröffnung des 36. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf, auf dem die Ergebnisse des aktuellen Krankenhaus Barometers des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) veröffentlicht wurden.

 

Diese jährlich durchgeführte Repräsentativbefragung in den Kliniken ergab, dass 2012 jedes zweite Krankenhaus (51 Prozent) in Deutschland Verluste geschrieben hat. Gegenüber dem Vorjahr, als 31 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresfehlbetrag aufwiesen, bedeutet dies eine dramatische Verschlechterung. In fast 60 Prozent der Kliniken war das Geschäftsergebnis zudem rückläufig. Ihre wirtschaftliche Lage schätzten 2013 nur noch 13 Prozent der Kliniken als gut ein. Auch die Zukunftserwartungen der Krankenhäuser für 2014 fallen pessimistisch aus. Nur 22 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, jedoch 39 Prozent mit einer weiteren Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation.

 

Dänzer kritisierte weiter: "Zu den großen Problemfeldern der Betriebs- und Investitionskosten der Kliniken steht in den bekannt gewordenen Ergebnissen der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege viel zu wenig. Ein diskutierter 500-Millionen-Euro-Fonds zur Umwidmung von Kliniken ist für die weiter benötigten Krankenhäuser nicht zukunftsweisend. Wichtiger wäre ein klares Bekenntnis, dass die Kostenzuwächse – insbesondere die Personalkostenzuwächse – auch refinanziert werden. Ebenso wichtig wäre, dass die Investitionsmittel der Länder um 50 Prozent angehoben würden. Ohne verbesserte Rahmenbedingungen können die Krankenhäuser die zusätzlichen Belastungen nicht schultern, die sich in den kommenden Jahren aus der demographischen Entwicklung, dem medizinischen Fortschritt und den Qualitätserwartungen ergeben werden."

 

In seiner Eröffnungsrede hob der DKG-Präsident die anerkannt hohe Qualität der Leistungen der stationären Patientenversorgung hervor und warnte davor, die Anforderungen an die Qualität immer höher zu schrauben: "Auch durch überzogene Qualitätsanforderungen kann die flächendeckende Versorgung gefährdet werden."

 

Richtigerweise habe man bei den Koalitionsverhandlungen erkannt, dass der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) kein unvoreingenommener Prüfdienst sei. Nicht nur für die Pflege, auch für die Krankenhausversorgung müsse die Prüfung von den Finanzinteressen der Krankenkassen losgelöst werden. "Die Krankenhäuser fordern kassenunabhängige Prüfungen", sagte Dänzer.

 

Die Ergebnisse des Krankenhaus Barometers beruhen auf der schriftlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von zugelassenen Allgemeinkliniken ab 50 Betten in Deutschland, die von April bis Juni 2013 durchgeführt wurde. An der Umfrage haben sich insgesamt 290 Krankenhäuser beteiligt.

 

Werbung

 

Download

 

Krankenhaus Barometer:  2013-11-20_Anlage-Krankenhaus Barometer 2013 final (pdf, 1 MB)http://www.dkgev.de/newsletter/?link=http%3A%2F%2Fwww.dkgev.de%2Fmedia%2Ffile%2F15338.2013-11-20_Anlage-Krankenhaus_Barometer_2013_final.pdf

 


 

Quelle: Deutsche Krankenhaus Gesellschaft, 20.11.2013. (tB)

MEDICAL NEWS

Monoclonal antibody therapy for COVID-19 safe, effective for transplant patients
Having trouble falling asleep predicts cognitive impairment in later life
SARS-CoV-2 detectable — though likely not transmissible — on hospital…
Waking just one hour earlier cuts depression risk by double…
Moving one step closer to personalized anesthesia

SCHMERZ PAINCARE

Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung
Risikobasiertes Brustkrebs-Screening kosteneffektiv
Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung

MULTIPLE SKLEROSE

Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose
Patienteninformationen zu Interferon-beta-Präparaten
Zulassung des S1P Modulators Ponesimod zur Behandlung von erwachsenen Patienten…
Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung