DMKG startet deutschlandweites Kopfschmerzregister

 

München/Königstein i. T. (30. Juli 2020) – Das Kopfschmerzregister der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) ist nach einer zweijährigen Vorbereitungsphase gestartet. Ziel des deutschlandweit einzigartigen medizinischen Projekts unter Leitung von Frau PD Dr. Ruth Ruscheweyh aus München ist es, die klinische Versorgung von Kopfschmerzpatienten zu verbessern. Die teilnehmenden Ärzte werden durch das Register bei der Behandlung unterstützt, und die im Register erfassten Daten werden eingesetzt, um Lücken in der Versorgung zu identifizieren.

Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne, Spannungs- oder Clusterkopfschmerzen betreffen Millionen Menschen und führen oft zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf. Obwohl es gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, kommen diese nicht allen PatientInnen gleichermaßen zugute. Diese Lücken in der Versorgung zu erkennen und sie zu schließen hat sich die DMKG zur Aufgabe gemacht.

 

Versorgungsqualität durch digitale Daten verbessern

Im Zentrum des Registers steht ein Internetportal, das Ärzten und Patienten miteinander verbindet. Teilnehmende Praxen und Kliniken laden ihre Patienten ein, dieses Portal zu nutzen. Es erfasst systematisch die Informationen, die für die Behandlung von Kopfschmerzpatienten benötigt werden, z.B. Kopfschmerzhäufigkeit und -intensität, Medikation, bisherige Diagnostik und Vorerkrankungen. Die zugehörige DMKG-App funktioniert als Kopfschmerzkalender. Diese Daten können die behandelnden Ärzten einsehen und die Therapie daran ausrichten. Gleichzeitig entsteht so eine anonymisierte, deutschlandweite Datenbank, die für wissenschaftliche Auswertungen genutzt wird.

PD Dr. Ruth Ruscheweyh aus der Neurologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München sieht in diesem DMKG-Projekt eine große Chance: „Klar ist, dass die Behandlung von Kopfschmerzen verbessert werden kann und muss. Es gibt bisher viel zu wenig Daten zur Versorgungsqualität von Kopfschmerzpatienten in Deutschland.“

Zunächst kann jedes zertifizierte ärztliche DMKG-Mitglied seine Praxis oder sein Zentrum zur Teilnahme anmelden. Die aktuelle Version ist für Patienten mit Migräne, Spannungskopfschmerz und/oder Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch konzipiert. Andere Module werden im Verlauf ergänzt, eine Öffnung für weitere Nutzerkreise ist geplant.

PD Dr. Tim Jürgens, Präsident der DMKG, unterstreicht: „Die technische Plattform des Registers ermöglicht es uns als wissenschaftliche Fachgesellschaft erstmals, eigenständige praxisnahe Versorgungsforschung zu betreiben.“

Das Kopfschmerzregister ist als Medizinprodukt der Klasse I CE-zertifiziert und beim Deutschen Register Klinischer Studien registriert (DRKS00021081). Die Anschubfinanzierung erfolgte über Eigenmittel der DMKG. Finanzielle Unterstützung besteht durch die Partnerfirmen Lilly Deutschland, Novartis und Teva. Umsetzungspartner sind das Institut für Informationssysteme (iisys) der Hochschule Hof sowie die IT-Firma smartlytic. Die Datenhoheit liegt alleine bei der DMKG.

 

 

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) 

ist seit 1979 die interdisziplinäre wissenschaftliche Fachgesellschaft für Kopf- und Gesichtsschmerzen, in der Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Pharmakologen und Apotheker organisiert sind. Der unabhängige und gemeinnützige Verein setzt sich für die Verbesserung der Therapie der vielen Millionen Patienten in Deutschland mit akuten und chronischen Kopfschmerzen ein. Die Fachgesellschaft fördert die Forschung und organisiert Fortbildungen für medizinische Fachberufe sowie einmal jährlich den Deutschen Schmerzkongress gemeinsam mit der Deutschen Schmerzgesellschaft. Die DMKG ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und in der Weltkopfschmerzgesellschaft (International Headache Society).

 


Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG), 30.07.2020 (tB).

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