DPR und Marburger Bund: „Versorgungszuschlag für Krankenhäuser unverändert beibehalten“

Pflege und Ärzte warnen vor Personalabbau durch Mittelkürzung

 

Berlin (7. Oktober 2014) – Der Deutsche Pflegerat (DPR) und der Marburger Bund (MB) warnen gemeinsam vor einer weiteren finanziellen Auszehrung der Krankenhäuser durch Regelungen im Pflegestärkungsgesetz und fordern eine unbegrenzte Beibehaltung des bundeseinheitlichen Versorgungszuschlages.


Die bisherigen Koalitionspläne sehen vor, dass der Versorgungszuschlag in gesetzlich fixierter Höhe von 0,8 Prozent  der Krankenhausentgelte am Ende dieses Jahres ausläuft und durch Vereinbarungen auf Landesebene mit den sogenannten Mehrleistungsabschlägen verrechnet wird. Dadurch würden den Krankenhäusern bis zu 500 Mio. Euro im Jahresvergleich entzogen, die erst 2013 als Teil eines Hilfspakets beschlossen wurden. Überall dort, wo weniger oder gar keine Mehrleistungen erbracht werden, kann der Wegfall des Versorgungszuschlages nicht ausgeglichen werden – finanzielle Defizite sind dann unvermeidbar.

 

Die Kliniken würden eine solche Minderung der Vergütung durch massive Personaleinsparungen zu kompensieren suchen, fürchten DPR und MB. Es drohe ein Verlust von mehreren Tausend Pflege- und Arztstellen. Ein derartiger Stellenrückgang werde den Leistungsdruck der Beschäftigten weiter erhöhen und die Krankenhausversorgung erheblich verschlechtern, warnen die Spitzenorganisation der Pflege und der Verband der angestellten und beamteten Ärzte unisono.

 

Der Präsident des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, unterstrich, dass eine gute Versorgung der Patientinnen und Patienten nur mit einer besseren Personalausstattung gelingen könne. „Wir brauchen mehr Geld für Pflegepersonal und Hebammen in den Krankenhäusern und nicht weniger. Allein in der Pflege müssten zusätzlich 50.000 Stellen eingerichtet werden, um den bestehenden Mangel an Pflegefachkräften auszugleichen“, sagte Westerfellhaus.

 

Auch der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, warb für eine vorausschauende Krankenhauspolitik. „In den Krankenhäusern fehlt es überall an Personal. Wenn jetzt noch finanzielle Mittel entzogen werden, auf denen die Finanzierung der Kliniken basiert, wird sich das Problem weiter verschärfen. Solange die Arbeiten der Bund-Länder-Kommission an der geplanten Finanzierungsreform noch nicht abgeschlossen sind, bestehen die Gründe für den pauschalen Versorgungszuschlag unverändert fort“, sagte Henke.

 


Quelle: Deutscher Pflegerat e.V., 07.10.2014 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…