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Morbus Gaucher wie erkennen?

Von Dr. Marianne Rohrbach, Zürich

 

Wiesbaden (18. April 2009) – M. Gaucher ist die häufigste progrediente lysosomale Speicher­krankheit, mit einer Inzidenz von 1:50.000-60.0000 Geburten.  M. Gau­cher wird durch den Defekt eines lysosomalen Enzymes, der β-Glukozerebrosidase verursacht und ist autosomal rezessiv vererbt. Das verantwortliche Gen dazu liegt auf Chromosome 1q21-q31, mehr als 250 Mutationen sind bisher bekannt.

 

Bedingt durch den Defekt des Enzymes β-Glukozerebrosidase werden Glukozerebroside nicht mehr vollständig abgebaut und überwiegend von Makrophagen gespeichert. Die charakteristischen, mit Glukozere­brosid beladenen Makrophagen, werden Gaucher-Zellen genannt. Diese lassen sich im Milz, Leber, Knochenmark, Lymphknoten und in der Lunge nachweisen. Diese Organe stellen auch die klinischen Merkmale der Krankheit dar. Es werden eine nicht neuronopathische viszerale Verlaufsform (Typ 1), sowie eine akut (Typ 2) oder chronisch (Typ 3) neuronopathische Verlaufsform unterschieden. Der Typ 1 ist relativ häufig und tritt panethnisch auf; Patienten haben typischer­weise eine progrediente Hepatosplenomegalie, eine Anämie und Thrombocytopenie, sowie einen Knochenbefall mit Knochen­schmerz­krisen, Osteopenie, Osteosklerose und avaskuläre Hüftkopf­nekrosen, welche immobilisierend sein können.

 

Die akut neuronopathische Form ist meist in den ersten Lebensjahren letal während die chronisch neuronopathische Form durch eine supra­nukleärer Blickparese, extrapyramidale Bewegungsstörung und leichte Verhaltensauffälligkeiten gekennzeichnet ist; die Progrendienz ist lang­sam.

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Dank der Substratreduktionstherapie (SRT) mit N-butyldeoxynojirimycin und der Enzymersatztherapie (ERT) mit einer rekombinanten, dem menschlichen Enzym Analogen ß-Glukozerebrosidase kann der M. Gaucher seit einigen Jahren erfolgreich behandelt werden. Bei frühzeitiger Diagnose und Therapiebeginn können damit vor allem beim nicht neuronopathischen M. Gaucher irreversible Komplikationen verhindert und Organmanifestationen spezifisch behandelt werden. Auch Knochenkomplikationen können unter frühzeitiger Therapie reduziert werden. In einer Analyse der prospektiv erhobenen Daten von 72 Patienten, die eine Therapie mit Miglustat erhielten, wurde deutliche Reduktion der Knochenschmerzen sowie eine Zunahme der Knochendichte festgestellt.

 

Beide bisherigen Therapieformen haben keinen eindeutigen Einfluss auf die ZNS-Komplikationen bei den neuronopathischen Verlaufs­formen vom Typ 2 und 3.

 

 

 

Abbildung 1 

 

Abbildung 1

 

 

Abbildung 2

 

Abbildung 2

 

 

Abbildung 3

 

Abbildung 3

 

 

Abbildung 4 

 

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Quelle: Satelliten-Symposium der Firma Actelion zum Thema „Lysosomale Speicherkrankheiten – der Patient im Fokus“ am 18.04.2009 in Wiesbaden, anlässlich des 115. DGIM Kongress 2009 (Cramer-Gesundheits-Consulting).

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