Nierenzellkarzinom 2009

Offene Fragen und neue Therapieansätze

Dr. Michael Staehler

Dresden (17. September 2009) – Die umfassende und überzeugende Datenlage zu den Targeted Therapies beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) bestätigen deren aktuellen Status als Standardtherapien bei dieser Tumorentität. Im Fokus stehen nun die Verbesserung von Zweitlinien-Therapien sowie die Festlegung der optimalen Abfolge der Medikamente, um das Wirksamkeitspotenzial der zielgerichteten Substanzen optimal ausschöpfen zu können. Daneben stellt sich die Frage des Einsatzes der Substanzen in besonderen Behandlungssituationen und in Kombination mit anderen Therapieansätzen:

  • Eine kontinuierliche Inhibition VEGF-Signalübertragung erscheint als ein möglicher erfolgversprechender Weg beim mRCC. Beginnend mit einer Standardtherapie wie Sunitinib könnten demnach verschiedene nicht kreuzresistente TKI zur VEGFR Hemmung sequenziell eingesetzt werden, bevor ein anderer Wirkmechanismus gewählt wird. (1,2)

  • Einige vielversprechende neue Substanzen befinden sich derzeit in fortgeschrittenen Stadien der klinischen Erprobung.

  • Der Nutzen (neo-)adjuvanter Therapien mit zielgerichteten Substanzen wird gegenwärtig in verschiedenen Studien überprüft.

  • Ein neuer Therapieansatz ist möglicherweise die Kombination aus Strahlentherapie und TKI. In einer Pilotstudie zeigte sich ein sehr gutes Ansprechen der Patienten auf diese Behandlung. Es scheint, dass ein TKI in Kombination mit einer Bestrahlung als positiver Verstärker im Sinne eines „Radiosensitizing“ wirken könnte. (3)

Referenzen

  1. Miller K et al. Aktuel Urol, 2009; 40:27-30.
  2. Rini BI et al. New Drugs, Dosing or Combinations: What is the Path Forward in RCC? ASCO 2009.
  3. Staehler M et al. ASCO 2009 Genitourinary.

Autor

Dr. Michael Staehler, Oberarzt an der urologischen Klinik des Klinikums der Universität München-Großhadern, München


Quelle: Satellitensymposium der Firma Pfizer zum Thema „Nierenzellkarzinom 2009 – Was ist gesichert?“ anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Dresden am 17.09.2009 (V3-Agentur).

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