Duloxetin – wirksam bei Depression und Schmerz

Rasche Rückkehr ins Arbeits- und Alltagsleben durch erfolgreiche Behandlung psychischer sowie körperlich-schmerzhafter Symptome

 

Wiesbaden (24. April 2006) – Durch das dual wirksame Antidepressivum Duloxetin (Cymbalta®) haben Patienten mit Depression und körperlich-schmerzhaften Symptomen gute Chancen, ihr soziales Leben wieder aufzunehmen und berufliche Fehlzeiten signifikant zu reduzieren. Denn der selektive ausbalancierte Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) zeichnet sich durch eine hohe Wirksamkeit auf depressive sowie körperlich-schmerzhafte Symptome aus und geht mit anhaltend hohen Remissionsraten einher.

„Durch Depressionen wird sowohl die Arbeitsfähigkeit als auch das soziale Leben von Patienten massiv eingeschränkt“, berichtet Dr. Heike-Ariane Washeim, Zirndorf. Volkswirtschaftlich hat dies beträchtliche Konsequenzen. Seit 1997 ist in Deutschland die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen um 69 % gestiegen, wobei 39 % aller psychischen Diagnosen Depressionen sind.(1) Die Kosten für diesen Produktionsausfall bilden bei ambulanten Patienten mit ca. 82 % den größten Anteil an den durch diese Erkrankung verursachten Gesamtkosten.(2) Schätzungen zufolge wird die Depression in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Nach einer Studie der WHO und der Weltbank werden Depressionen auf einer Skala der durch Krankheitsfolgen beeinträchtigten Jahre bereits 2020 den zweiten Platz einnehmen.(3,4) Doch trotz der hohen gesundheitsökonomischen Relevanz werden Depressionen unzureichend therapiert: Lediglich ca. 23 % aller Patienten mit depressiven Symptomen wird eine Medikation verordnet.(5)

 

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   Die Ursache für verschiedene Formen von körperlichen Beschwerden, insbesondere Schmerzen
   im Rahmen der Depression, könnte darin liegen, dass eine Dysregulation von Serotonin und
   Noradrenalin nicht nur an der Entstehung von psychischen Symptomen der Depression beteiligt ist,
   sondern dass Serotonin und Noradrenalin auch in den absteigenden inhibitorischen Schmerzbahnen
   eine wesentliche Rolle als Schmerzmediatoren übernehmen.(1,2)

 

   1)Nach Stahl SM, 2002, J Clin Psychiatry, 63: 383-384.

    2) Nach Stahl SM. et al., 2004, Hum Psycho Pharmacol Clin Exp, 19: 9-13.

 

  

Körperlich-schmerzhafte Beschwerden als Symptom der Depression häufig verkannt

Eine wichtige Ursache dafür, dass Depressionen oft nicht erkannt und viel zu selten erfolgreich behandelt werden, liegt in der mangelnden Wahrnehmung von körperlichen Beschwerden als Teil der Depression. „Die Depression ist mehr als eine psychische Erkrankung“, so Dr. Washeim. „Vor allem Schmerzen im Bereich von Rücken und Kopf, muskuloskelettale Beschwerden sowie diffuse Schmerzen im Abdomen sind ein häufiges körperliches Korrelat der affektiven Erkrankung.“ Durchschnittlich habenzirka acht von zehn Patienten körperliche Beschwerden.(6) Dennoch ist vielen Patienten nicht bewusst, dass es sich bei diesen körperlichen Zeichen um ein Leitsymptom der Depression handeln kann: Drei von vier Patienten sehen vor der Diagnose keinen Zusammenhang zwischen Depression und körperlich schmerzhaften Beschwerden. Für die Prognose ist dieses Nicht-Erkennen folgenschwer: Im Mittel suchen Patienten ihren Arzt fünfmal auf, bevor die Diagnose einer Depression gestellt wird.(6)

 

CloseUpLayers

   Der duale Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Cymbalta® (Duloxetin) beeinflusst
   von Therapiebeginn an die Neurotransmittersysteme Serotonin und Noradrenalin gleichermaßen.
   So wirkt die Substanz sowohl auf die psychischen Symptome als auch auf die körperlichen
   Beschwerden, die im Rahmen einer Depression auftreten können.

 

 

Befreiung von psychischen und körperlichen Symptomen anstreben

Eine Rückkehr ins Alltagsleben gelingt den Patienten in der Regel nur dann, wenn sie durch eine antidepressive Behandlung eine Befreiung sowohl von den psychischen als auch von den körperlich-schmerzhaften Symptomen der Depression erreichen.(7) Das heißt also eine Remission gemessen an der Hamilton Rating Scale for Depression (HAMD17 < 7). „Um die berufliche und soziale Integration der Patienten nicht durch frühzeitige Rezidive zu gefährden, muss eine weitgehende Symptomfreiheit erzielt werden“, betonte die niedergelassene Fachärztin für Psychiatrie. Eine Response, das heißt eine 50%ige Besserung der klinischen Symptomatik (HAMD17) reicht keinesfalls aus. Vor allem eine Persistenz körperlicher Restsymptome ist folgenschwer: Das Risiko für einen Rückfall wird durchschnittlich um das Dreifache erhöht.(8) Behandlungsziel in der Therapie der Depression muss die Remission sein, das heißt, den Patienten sowohl von den psychischen Symptomen als auch von den körperlichen Beschwerden der Depression zu befreien. Neurobiologisch liegt der enge Zusammenhang von Depression und Schmerzen nahe, da beiden wahrscheinlich eine gemeinsame neurochemische Dysregulation zugrunde liegt. Die beiden für die psychische Symptomatik der Depression primär verantwortlichen Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin beeinflussen über die deszendierende zentrale Schmerzhemmung auch die Wahrnehmung von Schmerzen. Schmerzen werden im Mittelhirn vom zentralen Höhlengrau über den serotonerg gesteuerten Nucleus raphe magnus sowie den noradrenerg gesteuerten Locus coeruleus auf Interneurone im Sinne eines inhibitorischen Mechanismus weitergeleitet.(9) Auch bei der Depression besteht wahrscheinlich eine Dysbalance serotonerger und noradrenerger Neurone. Um psychische und körperliche Symptome der Depression effektiv zu behandeln, ist es deshalb erforderlich, Antidepressiva einzusetzen, die beide Neurotransmittersysteme gleichmäßig und balanciert ansteuern.

 

Cymbalta® – anhaltend hohe Remissionsraten …

Durch seine gleichermaßen hohe Affinität für Noradrenalin- und Serotonin-Rezeptoren bewirkt der selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI) Duloxetin (Cymbalta®) sowohl eine rasche Reduktion der depressiven Symptomatik als auch körperlich-schmerzhafter Beschwerden.(10,11) „Duloxetin eignet sich für alle depressiven Patienten mit körperlichen Beschwerden im Rahmen der Depression“, berichtet Washeim. Depressive Kernsymptome verbessern sich bei Gabe von Duloxetin bereits ab der ersten Behandlungswoche gegenüber Plazebo statistisch signifikant.(12) Zugleich hat Duloxetin einen direkten Effekt auf körperliche Beschwerden, insbesondere Schmerzen im Rahmen der Depression. Rücken- oder Schulterschmerzen werden verglichen mit Plazebo signifikant gebessert.(11) Diese kombinierte Behandlung von psychischen sowie körperlich-schmerzhaften Symptomen bildet die Basis für anhaltend hohe Remissionsraten.(14) Die besondere Wirkung von Cymbalta® auf schmerzhafte Beschwerden konnte auch in Studien an nicht-depressiven Patienten gezeigt werden.(15) Aufgrund der hier belegten guten schmerzlindernden Wirksamkeit wurde Duloxetin im Juli 2005 auch zur Behandlung von Schmerzen im Rahmen einer diabetischen Polyneuropathie zugelassen.

 

… und erfolgreiche Rückkehr ins Arbeitsleben

Dass die kombinierte Wirksamkeit auf psychische Symptome und körperlich-schmerzhafte Beschwerden eine rasche Rückkehr in das normale Alltagsleben ermöglicht, zeigte sich mittlerweile in umfangreichen praktischen Erfahrungen. Eindrucksvoll bestätigt wird dies auch durch die Geschichte der Patientin G.P.. Erst nach einer mehr als zehnjährigen Odyssee fand die Patientin das für sie richtige Antidepressivum. Nachdem sie 1993 aufgrund von Angstzuständen eine Psychotherapie begonnen hatte und später die Diagnose Depression getroffen wurde, erhielt sie in den folgenden Jahren mehr als zehn verschiedene Antidepressiva. „Mein Ziel war es stets, wieder ein normales, unbeschwertes Leben führen zu können und vor allem wieder zu arbeiten“, berichtet sie. Doch obwohl sie zahlreiche Antidepressiva ausprobierte, kam es immer wieder zu einem Rückfall. „Im April 2005 berichtete mir meine Psychiaterin im Rahmen eines stationären Aufenthaltes erstmals von dem neuen dual wirksamen Antidepressivum Cymbalta®“, erinnert sich die Patientin, „für mich stellte es sich bereits nach kurzer Zeit als das passende Medikament heraus.“ Durch die Behandlung mit Duloxetin war es ihr möglich, wieder aktiv am Leben teilzunehmen und ihre berufliche Tätigkeit als freie Journalistin und Buchautorin aufzunehmen. „Duloxetin war das erste Antidepressivum, bei dem ich abgesehen von einer anfänglichen Übelkeit keinerlei Nebenwirkung verspürt habe“, so die Patientin. „Heute führe ich wieder ein völlig normales Leben. Ich bin wieder voll berufstätig und vor wenigen Wochen gelang es mir, ein Buchprojekt erfolgreich abzuschließen.“


Quellen

 

  1. DAK Gesundheitsreport 2005
  2. Gandjour A. et al, 2004, Int Clin Psychopharmacol 19(4): 201-208
  3. World Health Report, 2001
  4. Murray et al., 1996, The Global Burden of Disease
  5. Lepine et al., 1997, Int Clin Psychopharmacol 12(1): 19-29
  6. Internationale WFMH-Umfrage zu körperlichen Beschwerden als potentielles Depressionssymptom. www.wfmh.org
  7. Doraiswamy PM et al., 2001, Am J Geriatr Psychiatry ; 9(4): 423-428
  8. Paykel ES et al., 1995, Psychol Med 25: 1171-1180
  9. Stahl S, Briley M, 2004, Hum Psychopharmacol 19(Suppl 1): S9-S13
  10. Bymaster FP et al., 2001, Neuropsychopharmacol 25(6): 871-880
  11. Detke MJ et al., 2002, J Clin Psychiatry, 63: 308-315
  12. Hirschfeld et al., 2005, Depression and Anxiety 21: 170-177
  13. Fava M et al., 2004, J Clin Psychiatry 65: 521-530
  14. Raskin et al, 2003, J Clin Psychiatry 64(10): 1237-1244
  15. Goldstein DJ et al., 2005, Pain 116: 109-118


 

Quelle: Pressemitteilung der Firmen Boehringer Ingelheim und Eli Lilly vom 24.04.2006 (Fuhrmann und Schütz) (tB).

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