Edoxaban – ein oraler Gerinnungshemmer in der Entwicklung

Phase-III-Studie über eine neue Behandlungsmöglichkeit gegen Thromboembolie


Barcelona, Spanien (2. September 2009) – Edoxaban, ein oraler Faktor-Xa-Inhibitor, wird derzeit in der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ENGAGE AF-TIMI 48 (Effective aNticoaGulation with Factor xA Next GEneration in Atrial Fibrillation; Deutsch: Wirksame Gerinnungshemmung mit Faktor Xa-Präparaten der nächsten Generation bei Vorhofflimmern) als mögliche neue Behandlung zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern geprüft.

In Europa leiden etwa 4,5 Millionen Menschen an Vorhofflimmern. "Ohne eine Antikoagulationsbehandlung besteht bei diesen Patienten ein relativ hohes Schlaganfallrisiko, das etwa fünfmal höher ist als in der durchschnittlichen Bevölkerung", meinte John Camm, Professor für klinische Kardiologie an der St. George’s University of London (GB) auf einer Pressekonferenz von DAIICHI SANKYO EUROPE.

Antikoagulanzien greifen in das Gerinnungssystem ein und verringern die Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln. Aus diesem Grund werden sie in der Medizin zur Behandlung und Prävention thromboembolischer Ereignisse eingesetzt. Die Wirksamkeit von derzeit erhältlichen Antikoagulanzien, wie von beispielsweise Heparin und den Vitamin-K-Antagonisten, ist nachgewiesen. Jedoch ist die Anwendung dieser Präparate, besonders der Vitamin-K-Antagonisten, aufgrund der Notwendigkeit einer intensiven Überwachung des Patienten, des Auftretens von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln sowie aufgrund des erheblichen Blutungsrisikos eingeschränkt.(1)

"Wir brauchen dringend neue und verbesserte orale Antikoagulanzien zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern", so Jeffrey I. Weitz, MD, FACP, FRCP, Professor für Medizin und Biochemie, McMaster University und Leiter des Henderson Research Centre, Hamilton (Ontario, Kanada).

Aus einem umfangreichen Studienprogramm der Phase I und II für Edoxaban ging bereits hervor, dass mit verschiedenen Dosierungen eine dosisabhängige Gerinnungshemmung erreicht werden konnte. (2, 3, 4)

Die Daten aus diesen Phase-II-Studien sind wichtig, da sie die Grundlage für die Festlegung der optimalen Dosierung für die klinische Phase-III-Studie ENGAGE AF-TIMI 48 bildeten.

Fachleute erwarten den Ausgang dieser Phase-III-Studie mit Spannung. "Diese Studie soll untersuchen, ob Patienten mit Vorhofflimmern durch einmal tägliche Anwendung des Faktor-Xa-Inhibitors Edoxaban einfach, wirksam und sicher behandelt werden können", sagt Giugliano, MD, SM, FACC, Prüfleiter, TIMI-Study Group, Associate Physician und Assistant Professor in Medicine, Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School, Boston, Mass., USA. In der Studie ENGAGE AF-TIMI 48 werden zwei unterschiedliche Edoxaban-Dosierungen bei Patienten mit Vorhofflimmern mit Warfarin verglichen. Rund 16.500 Patienten werden in diese doppelblinde klinische Prüfung von weltweit über 1.400 Krankenhäusern eingeschlossen. Patienten werden doppelblind, und sogenannt double-dummy, insgesamt drei Behandlungsgruppen zugeteilt: 30 mg Edoxaban einmal täglich, 60 mg Edoxaban einmal täglich oder Warfarin. Edoxaban wird von den Patienten in konstanter Dosierung ohne Überwachung der Gerinnungswerte eingenommen. Die Warfarin-Dosis hingegen wird so eingestellt, dass der INR-Wert zwischen 2,0 und 3,0 aufrechterhalten werden kann. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt sind Schlaganfall und systemische Ereignisse, während der primäre Sicherheitsendpunkt das Auftreten bedeutender und klinisch-relevanter Blutungsereignisse ist. Grundlage hierfür ist die empfindliche ISTH-Skala (Skala der International Society on Thrombosis and Haemostasis). Die mittlere Behandlungsdauer im Rahmen der Studie soll 24 Monate betragen; der Sponsor der Studie, DAIICHI SANKYO, geht davon aus, die Studie im ersten Halbjahr 2012 abschließen zu können.

Weitere Studien

  • Es werden außerdem Phase-III-Studien durchgeführt, in denen Edoxaban zur Prävention venöser Thromboembolie nach Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen im asiatischen Markt geprüft wird.
  • Faktor Xa ist eines der Schlüsselenzyme der Blutgerinnung. Wird Faktor Xa gehemmt, geht die Blutgerinnselbildung zurück, wodurch sich das Risiko des Auftretens thromboembolischer Ereignisse, wie beispielsweise eines Schlaganfalls, verringert.


Quellenangaben

  • (1). Weitz JI, Bates SM. New anticoagulants. J Thromb Haemost. 2005;3: 1843-53.
  • (2). Weitz JI, Connolly SJ, Kunitada S, Jin J, Patel I. Randomised, parallel group, multicentre, multinational study evaluating safety of DU-176b compared with warfarin in subjects with non-valvular atrial fibrillation. ASH Annual Meeting 2008; 112: Abstract 33. ( http://www.hematology.org/media/bloodclots.pdf )
  • (3). Fuji T, Fujita S, Tachibana S, Kawai Y. Randomised, double blind, multi-dose efficacy, safety and biomarker study of the oral factor Xa inhibitor DU-176b compared with placebo for prevention of venous thromboembolism in patients after total knee arthroplasty. ASH Annual Meeting 2008;112: Abstract 34.
  • (4). Raskob G, Cohen A, Eriksson B et al. Randomised double blind multi-dose trial of the oral factor Xa inhibitor DU-176b versus LMW heparin (Dalteparin) for prevention of venous thromboembolism after total hip replacement. European Heart Journal. 2008; 29: Abstract supplement 609; P3712.
  • und des Unternehmens.


Quelle: Pressemitteilung der Firma DAIICHI SANKYO EUROPE vom 02.09.2009.

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…