Enttäuschung über Eckpunktepapier –

zu wenig für eine zukunftsfähige Pflege

 

Berlin (17. November 2011) – Gestern stellte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die immer wieder verschobenen Eckpunkte für die Pflegereform vor. „Die gestern vorgestellten Eckpunkte zur Pflegereform sind enttäuschend, denn sie werden der Pflege keine nennenswerten Verbesserungen bringen,“ so Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates. Zwar sollen Demenzerkrankte zukünftig besser gestellt werden, aber vieles dazu bliebe unklar. Es brauche als ersten Schritt die überfällige Novellierung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes. „Längst liegen fundierte Ausarbeitungen zu einem neuen Begriff vor – es ist unverständlich und untragbar, dass noch immer gezögert wird. Hier muss endlich eine politische Entscheidung getroffen und Verantwortung für die damit verbundenen Kosten übernommen werden.“

 

Der Pflegerat begrüßt zwar die Willensbekundung, Wohngruppen einzurichten, bezweifelt aber eine erfolgreiche Umsetzung. Es werde nicht geklärt, wer den zusätzlichen Betreuungsbedarf für Demenzerkrankte übernehmen soll. Westerfellhaus gibt zu bedenken, dass gerade die fachgerechte Betreuung von Demenzerkrankten – ob in Wohngruppen, stationär oder teilstationär – besonders personalintensiv ist: „Die geplanten Mehraufwendungen sind ein Tropfen auf den heißen Stein und werden die bereits klaffenden Lücken nicht schließen!“

 

„Die Mitarbeiter in den Pflegeberufen können sich durch die Eckpunkte nur verschaukelt fühlen, denn zu den Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte finden sich nur drei nichtssagende Sätze“, bemängelt Westerfellhaus und ergänzt, dass die Qualifizierungsoffensive grundsätzlich ein richtiger Weg, die Hoffnung auf Umsetzung inzwischen jedoch gering sei.

 


Quelle: Deutscher Pflegerat (DPR), 17.11.2011 (tB).

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