Erfahrung im Ausland spricht für klares Verbot der PID

Teilweise Zulassung von PID führt zu Urteil über lebensunwertes Leben

 

Brüssel, Belgien (1. September 2010) – "Die Erfahrung im europäischen und außereuropäischen Ausland spricht dagegen, dass man die Präimplantationsdiagnostik begrenzen kann. Der Bundestag muss daher eine Entscheidung für ein klares Verbot treffen." Dies erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP/Chrisdemokraten), Dr. med. Peter Liese (CDU), vor Journalisten in Berlin.

Am 6. Juli hatte der Bundesgerichtshof die Präimplantationsdiagnostik in Deutschland grundsätzlich für zulässig erklärt. Mittlerweile liegt die schriftliche Urteilsbegründung vor. In der Diskussion wird vorgetragen, dass man die Methode auf schwerwiegende Fälle begrenzen könnte. Dies schreibt auch der Bundesgerichtshof in seiner Urteilsbegründung.

 

"Die Erfahrung in all den Ländern, in denen PID durchgeführt wird, zeigt, dass eine Begrenzung praktisch nicht möglich ist. PID wird in keinem Land der Welt in dem sie erlaubt ist auf schwerwiegende Erkrankungen begrenzt, die zum Beispiel in wenigen Wochen nach der Geburt des Kindes zum Tod führen. Vielmehr werden überall auch Erkrankungen diagnostiziert, die erst in späteren Lebensjahren, wie zum Beispiel nach Vollendung des 50. Lebensjahres, zu Symptomen führen. Es ist juristisch auch sehr schwer fassbar, ob eine Erkrankung schwerwiegend ist oder nicht, da dies nicht nur vom genetischen Befund abhängt. Viele Umstände führen zu einem unterschiedlichen Verlauf und wie eine Krankheit wahrgenommen wird ist sehr subjektiv. Wenn man also nicht möchte, dass praktisch jede Auffälligkeit diagnostiziert wird und im Falle eines sogenannten positiven Ergebnisses zum Aussortieren von Embryonen führt, muss die alte Rechtslage wieder hergestellt werden – PID muss verboten werden", so Peter Liese, der am humangenetischen Institut der Universität Bonn promoviert hat.

"Unsere Verfassung gebietet uns, das menschliche Leben auch vor der Geburt zu schützen. Dies hat das Verfassungsgericht mehrfach klar gemacht. Gerade für die CDU ist darüber hinaus unser Grundsatzprogramm Leitschnur. Dort steht wörtlich: Das noch nicht geborene Leben bedarf beginnend mit der Verschmelzung von Samen und Eizelle unseres besonderen Schutzes und unseres kritischen Umgangs mit den sich weiter entwickelnden Möglichkeiten der Pränataldiagnostik. Wir treten für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) ein.

Ich gehe davon aus, dass die meisten CDU – Abgeordneten sich daran gebunden fühlen. Ich hoffe, dass es dann im Bundestag mit Hilfe von einigen Grünen, Sozialdemokraten und sogar Liberalen eine Mehrheit erzielt werden kann", so Peter Liese, der auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bioethik ist, abschließend.

 

 


Quelle: Dr. med. Peter Liese, Mitglied des Europäischen Parlaments, 01.09.2010 (tB).

HERRNHUTER LOSUNGEN

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung