Erfahrungen austauschen

Eine interaktive Bestandsaufnahme zur Symptomkontrolle bei Tumorschmerzpatienten

 

Dresden (10. September 2010) – In der palliativmedizinischen Versorgung von Krebspatienten gehören vor allem Schmerzen aber auch zahlreiche weitere Symptome zu den therapeutischen Herausforderungen. Im Fachsymposium „Erfahrungen austauschen – eine interaktive Bestandsaufnahme zur Symptomkontrolle bei Tumorschmerzpatienten“, das im Rahmen des 8. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in Dresden stattfand, diskutierten heute zahlreiche Experten verschiedene Therapieoptionen zur Symptomkontrolle in der palliativmedizinischen Behandlung von Krebspatienten.

 

Der Erfahrungsaustausch im multidisziplinären Team sowie die Auseinandersetzung mit neuen medikamentösen und nicht medikamentösen Behandlungsverfahren in der Palliativmedizin sind entscheidend, um die Behandlung belastender Symptome von Krebspatienten zu verbessern. „Unzureichende Schmerztherapie und Symptomkontrolle vermindern die Lebensqualität und erhöhen die Angst der Patienten vor weiterem körperlichen Leid und einem hochbelasteten Sterben.“, erklärt Prof. Dr. Friedemann Nauck Schmerzund Palliativspezialist an der Universitätsklinik Göttingen.

 

Das Expertensymposium zielte darum auf Weiterentwicklung und Verbesserung der Behandlung von Patienten in der Palliativsituation. An Hand von Fallbeispielen aus dem Bereich der Symptomkontrolle, sowie mit Kasuistiken zur Schmerztherapie und der Darstellung praxisnaher Patientenbeispiele tauschten die Experten Erfahrungen, Anregungen und Ideen aus.

 

„Oft sind mehrere Faktoren für ein Symptom verantwortlich und nur in der Beachtung der Komplexität des Leidens kann eine suffiziente Symptomkontrolle gelingen.“, erläutert Dr. Marcus Schlemmer, Palliativmediziner an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Tumorpatienten leiden im Verlauf ihrer Erkrankung unter einer Vielzahl von belastenden Symptomen und Problemen, zu den häufigsten Symptomen gehören Schwäche, Schmerzen, Übelkeit und Atemnot. „Insbesondere die Schmerztherapie wird dabei oft als unbefriedigend empfunden“, erklärt der Palliativmediziner Kurt Gillhausen. Durchbruchschmerzen, die als unvorhersehbare, vorübergehende Verschlimmerung bereits bestehender chronischer Schmerzen auftreten, stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Bis zu 95 Prozent aller Tumorpatienten leiden darunter, durchschnittlich vier Mal täglich. Durchbruchschmerzen durchbrechen die Basisschmerztherapie und sind gekennzeichnet durch einen schnellen Anstieg des Schmerzes sowie durch maximale Schmerzintensitäten. Die hierfür üblicherweise eingesetzte Medikation, Morphin oral in nicht retardierter Form, beginnt allerdings frühestens nach 30 bis 45 Minuten zu wirken, einem Zeitpunkt zu dem die Durchbruchschmerzen bereits wieder abgeklungen sind.

 

Das zu Beginn 2009 auf den Markt gekommene Medikament Effentora® stellt eine neue, sehr schnelle Therapieoption bei der Behandlung von Durchbruchschmerzen dar. Durch den raschen Wirkeintritt und die relativ kurze Wirkdauer schließt Effentora® eine therapeutische Lücke in der Behandlung von Durchbruchschmerzen. Die Anwendung des Medikamentes ist einfach, es kann von den Patienten selbstständig bei Bedarf zu Hause eingenommen werden. Die Tabletten mit dem stark wirkenden Opioid Fentanyl werden in die Wangentasche eingelegt. Durch die Brausereaktion der Tablette wird der Wirkstoff extrem schnell gelöst und umgehend über die gut durchblutete Mundschleimhaut aufgenommen. Die starke analgetische Wirkung setzt sehr schnell – bereits nach wenigen Minuten – ein und hält bis zu zwei Stunden an. Die gewonnene Schmerzfreiheit erleichtert den Tagesablauf – ein wichtiger Faktor im Alltag der Betroffenen.

 

 

Download

 

  • Prof. Dr. Friedemann Nauck: „Erfahrungen austauschen – eine interaktive Bestandsaufnahme zur Symptomkontrolle bei Tumorschmerzpatienten“
    Abstract: Abstract_Nauck.pdf Abstract_Nauck.pdf (7.89 KB)

 

 

 

 

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Cephalon zum Thema “Erfahrungen austauschen – eine interaktive Bestandsaufnahme zur Symptomkontrolle bei Tumorschmerzpatienten“ anlässlich des 8. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in Dresden, am 10.09.2010 (BPI Service) (tB).

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