MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Erneuter Erfolg für Jenaer Sepsis-Experten

Jenaer Universitätsmediziner wollen Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum aufbauen

 

Jena (25. August 2008) – Mit ihrem Konzept für ein "Jena Sepsis Center" konnten Mediziner des Jenaer Universitätsklinikums das Bundesministerium für Bildung und Forschung überzeugen. Neben Jena erhalten vier weitere Universitätsklinika jetzt die Gelegenheit, ihre Vorhaben für die Einrichtung von krankheitsbezogenen Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren auszuarbeiten. Im Fall einer positiven Begutachtung im nächsten Jahr können die Zentren fünf Jahre lang mit jeweils bis zu 25 Millionen Euro gefördert werden.

"Wir wollen völlig neue interdisziplinäre Strukturen für die Erforschung und die Behandlung der Sepsis schaffen. Es geht nicht nur um eine bessere Akutbehandlung, sondern um Prävention, verbesserte Früherkennung und vor allem um die Behandlung der Folgeschäden, über die bislang noch wenig bekannt ist", beschreibt der renommierte Sepsis-Experte Prof. Dr. Konrad Reinhart, Leiter der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, das Ziel des Zentrums. Neben Intensivmedizinern werden sich unter anderem Internisten, Neurologen, Kinderärzte, Chirurgen, Genetiker, Psychologen, Allgemeinmediziner, Laboratoriumsmediziner und Mikrobiologen des Universitätsklinikums am "Jena Sepsis Center" beteiligen. Partner sind auch Infektionsbiologen vom Jenaer Hans-Knöll-Institut.

Sepsis ist eine durch Bakterien oder Pilze ausgelöste schwere Infektion, die den gesamten Körper erfasst. Die umgangssprachlich als Blutvergiftung bezeichnete Erkrankung wird häufig unterschätzt, allein in Deutschland sterben täglich etwa 140 Menschen an ihren Folgen. Die Kosten für die Akutbehandlung belaufen sich jährlich auf 1,7 Mrd. Euro.

Die Ursachen dafür, dass die Sepsis ein so gewaltiges medizinisches Problem darstellt, sind vielfältig. Mit der immer älter werdenden Bevölkerung und der steigenden Invasivität der modernen Hochleistungsmedizin wächst die Zahl der Sepsiserkrankungen. Aber auch strukturelle Defizite tragen zur Größe des Problems "Sepsis" bei.

Hier setzt das Konzept des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums für Sepsis und Sepsisfolgen an. Im Zentrum sollen die Intensivstationen der beteiligten Kliniken vereint werden, so dass die interdisziplinäre Behandlung der Sepsis, die in fast allen medizinischen Bereichen vorkommen kann, garantiert ist.

Die Forschung zur Diagnostik und Therapie der Sepsis wird ein Schwerpunkt am "Jena Sepsis Center" sein. Zusätzlich zum Zentrum für Innovationskompetenz "Septomics", das zurzeit aufgebaut wird, werden weitere Gruppen in der patientenorientierten Sepsisforschung arbeiten. Ihnen werden zentrale Einrichtungen wie eine Managementeinheit für klinische Studien, eine Biobank und ein Sepsisdatenzentrum zu Verfügung stehen. Mit Forschungsprofessuren und speziellen Qualifizierungsprogrammen für Studenten, Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler will das Zentrum Karriereperspektiven für klinische Forscher bieten.

In einem "Aktionsbündnis Sepsis" wird das Zentrum mit Krankenhäusern, Reha-Kliniken und niedergelassenen Ärzten der Region sowie mit Vertretern von Kostenträgern und Gesundheitspolitik zusammenarbeiten, um Früherkennung und Versorgung zu verbessern und Nachsorgekonzepte zu entwickeln. Geplant ist auch die Einrichtung einer Post-Sepsis-Ambulanz.

Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum soll als eigenständiges, direkt der Medizinischen Fakultät unterstelltes Institut geschaffen werden. "Das Zentrum überwindet traditionelle Fächergrenzen und eröffnet so neue Möglichkeiten der engen Verknüpfung von Forschung und Patientenversorgung, es wird das Universitätsklinikum in hohem Maße prägen", sagt Prof. Dr. Klaus Benndorf, Dekan der Medizinischen Fakultät und Wissenschaftlicher Vorstand des Jenaer Universitätsklinikums.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Konrad Reinhart
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Tel.: 03641 / 9323101
eMail: Konrad.Reinhart[at]med.uni-jena.de


 

Quelle: Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena vom 25.08.2008.

 

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Typ-2-Diabetes: Vorteil mit Toujeo® in der Einstellphase – Geringeres Hypoglykämierisiko…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…