Erste Ergebnisse der aktuellen BZgA-Repräsentativbefragung

Entscheidungen zur Organ- und Gewebespende

Berlin (1. Juni 2016) – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat heute erste Ergebnisse der bundesweiten Repräsentativbefragung „Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende in Deutschland 2016“ veröffentlicht. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Ich werde oft gefragt, ob ich selbst einen Organspendeausweis besitze. Den habe ich und trage ihn mit großer Überzeugung immer bei mir. Es ist gut, dass 81 Prozent aller Menschen in Deutschland der Organ- und Gewebespende aufgeschlossen gegenüberstehen. Allerdings hat nur ein Drittel der Bevölkerung tatsächlich einen Organspendeausweis. Ich wünsche mir, dass noch mehr Menschen in Deutschland eine bewusste Entscheidung treffen und in einem Organspendeausweis festhalten. Denn diese Entscheidung kann Leben retten."

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erläutert: "Mehr als 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein neues Organ. Vor diesem Hintergrund kommt der Aufklärungsarbeit zur Organ- und Gewebespende eine große Bedeutung zu. Auch wenn sich inzwischen mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) sehr gut oder gut informiert fühlen, so wünschen sich 42 Prozent mehr Informationen zu dem Thema. Deshalb richtet sich die BZgA weiterhin gezielt an die Bevölkerung, um Wissensdefizite, aber auch Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Nur wer gut informiert ist, kann eine bewusste Entscheidung treffen."

Die überwiegend positive Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende ist seit 2010 konstant hoch und liegt in diesem Jahr bei 81 Prozent (2010: 79 Prozent). 32 Prozent der Befragten besitzen einen Organspendeausweis. Daneben spielt die Patientenverfügung bei der Dokumentation der Entscheidung zur Organ- und Gewebespende eine Rolle: 9 Prozent aller Befragten haben diese in einer Patientenverfügung schriftlich festgehalten (alleinig oder zusätzlich auch in einem Organspendeausweis).

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Getroffene Entscheidungen zur Organ- und Gewebespende fallen meist zugunsten einer Einwilligung aus: 74 Prozent derer, die eine Entscheidung getroffen haben, stimmen einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu, 18 Prozent widersprechen ihr, 4 Prozent übertragen die Entscheidung auf eine andere Person und ebenso viele machen eine andere Angabe.

Auf die Frage nach den Motiven für eine Organ- und Gewebespende sagen 77 Prozent, dass sie anderen Menschen helfen wollen. 27 Prozent der Befragten lehnen eine Organ- und Gewebespende ab, weil sie glauben, als Spender nicht geeignet zu sein, 20 Prozent äußern Angst und Unsicherheit gegenüber der Organentnahme und 19 Prozent fehlt das Vertrauen in das Organspendesystem. Die Personen, die noch keine Entscheidung getroffen haben, begründen dies damit, dass sie sich zu wenig mit dem Thema beschäftigt hätten.

Das Transplantationsgesetz schreibt vor, dass Krankenkassen und Krankenversicherungs-unternehmen ihre Versicherten ab dem vollendeten 16. Lebensjahr alle zwei Jahre über die Möglichkeiten einer Organ- und Gewebespende informieren. Versicherte sollen hiermit unterstützt werden, eine informierte Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zu treffen und sie im Organspendeausweis zu dokumentieren.

Zur Information und Aufklärung zum Thema Organ- und Gewebespende hält die BZgA ein breites Informationsangebot unter www.organspende-info.de bereit. Zudem setzen das Bundesministerium für Gesundheit und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Herbst 2016 die gemeinsame Informationskampagne fort. Sie steht unter dem Motto "Organspende – die Entscheidung zählt".

Die bundesweite Repräsentativbefragung "Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende 2016" der BZgA wurde von Januar bis Februar 2016 unter 4.002 Bürgerinnen und Bürgern im Alter von 14 bis 75 Jahren durchgeführt.


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Quelle: Bundesministerium für Gesundheit (BMG), 01.06.2016 (tB).

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