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ESMO 2012: Neue Phase-IIIb-Studie unterstützt verkürzte Infusionszeit, sowie Wirksamkeit und Verträglichkeit von Catumaxomab bei malignem Aszites

Robuste Datenlage festigt den Stellenwert in der klinischen Praxis

 

Wien, Österreich (2. Oktober 2012) – Auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Wien wurden neue Daten zur Therapie des malignen Aszites mit Catumaxomab präsentiert. Die Ergebnisse der Phase-IIIb-Studie CASIMAS zeigen keinen Vorteil einer Prednisolon Prämedikation vor Catumaxomab Gabe. Alle Patienten der beiden Studienarmen erhielten Catumaxomab, in der einen Gruppe mit in der anderen ohne vorherige Prednisolon Gabe. Beide Catumaxomab Gruppen bestätigen die Daten der Zulassungsstudie und festigen den Stellenwert von Catumaxomab als etablierten Standard in der Therapie dieser  belastenden Folgeerkrankung von Tumoren. „Mit zwei Phase-III-Studien haben wir nun eine valide Evidenz bezüglich des punktionsfreien Überlebens und des punktionsfreien Intervalls. Diese Daten sind klinisch besonders relevant, da sie mit einer Verbesserung der Lebensqualität einhergehen“, betonte der Studienleiter Prof. Florian Lordick (Leipzig).

 

In der CASIMAS-Studie wurde geprüft, ob die Prämedikation von 25 mg Prednisolon die Verträglichkeit und die Wirksamkeit von Catumaxomab beeinflussen kann. Insgesamt wurden in die Studie 219 Patienten mit malignem Aszites eingeschlossen, die in 2 Behandlungsarme randomisiert wurden (111 Patienten: Catumaxomab plus Prednisolon; 108 Patienten: Catumaxomab ohne Prednisolon). Die Studie war multizentrisch und wurde in 10 europäischen Ländern durchgeführt. Im Ergebnis zeigte die Prämedikation mit Prednisolon keinen signifikanten Vorteil. Insgesamt bestätigten jedoch die Werte der untersuchten Endpunkte die Wirksamkeits- und Verträglichkeitsdaten des Catumaxomab-Arms der Zulassungsstudie. Die Gesamtanalyse der CASIMAS Studie (beide Behandlungsarme gepoolt) ergab ein punktionsfreies Überleben1 von 35 Tagen im Median (95% CI, 26-59 Tage). Die punktionsfreie Zeit betrug im Median 97 Tage, also über 3 Monate (95% CI, 67-155 Tage). Die Patienten erreichten ein medianes Gesamtüberleben von 103 Tagen (95% CI, 82 bis 133 Tage). [1]

 

 

Sicherheitsprofil der 3h-Infusion i.p. bestätigt

 

Das Verträglichkeitsprofil der intraperitonealen (i.p.) 3h-Infusion des Antikörpers war in der CASIMAS-Studie1 sowohl mit als auch ohne Prednisolon ähnlich wie in der Zulassungsstudie, in der das Medikament als 6h-Infusion verabreicht wurde. Die häufigsten Nebenwirkungen – Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen – sind durch den immunologischen Wirkmechanismus der Substanz bestimmt. Die Mehrheit der Patienten (75,8%) bekam alle 4 Infusionen. [1]

 

 

Verbesserte Lebensqualität nach Catumaxomab-Behandlung

 

Die gute Wirksamkeit spiegelte sich auch in der Lebensqualität der behandelten Patienten wider. Die Lebensqualität wurde mit dem validierten Patientenfragebogen EQ-5D VAS sowie dem FACIT-A1 Questionnaire erfasst. Die Auswertung zeigte eine unveränderte Lebensqualität während der Behandlung und eine Verbesserung nach der Behandlung mit Catumaxomab für den einzelnen Patienten. Das kann darauf zurückgeführt werden, dass sich nach Catumaxomab Behandlung die Aszitessymptomatik der Patienten verbesserte und die Mehrzahl der Patienten bis zum Tod nicht punktiert werden mussten. [2]

 

 

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Daten der Zulassungsstudie bestätigt

 

Die CASIMAS-Studie1 untermauert die guten Wirksamkeits- und Verträglichkeitsdaten der Zulassungsstudie an weiteren 219 Patienten, die mit Catumaxomab behandelt wurden. [3] Bereits in der pivotalen Studie hatte sich die i.p. Behandlung mit Catumaxomab als effektive Therapie des malignen Aszites erwiesen. Mit einer punktionsfreien Zeit von 77 Tagen im Median profitierten die Patienten signifikant von der Therapie mit Catumaxomab i.p., während die Patienten mit alleiniger Parazentese nur 13 Tage erreichten (p<0,0001). Das punktionsfreie Überleben1 betrug im Catumaxomab-Arm 46 Tage gegenüber 11 Tagen in der Kontrollgruppe (p<0,0001). Beim Gesamtüberleben zeichnete sich für die Gesamtpopulation mit Catumaxomab ebenfalls ein positiver Effekt ab. In der Subgruppe der Magenkarzinom-Patienten war dieser Vorteil signifikant (Median: 71 vs. 44 Tage, p=0,0313). Auch in der Zulassungsstudie war bereits eine signifikante Verbesserung der Aszitessymptome, assoziiert mit einer Stabilisierung der Lebensqualität beobachtet worden. [4]

 

Hinsichtlich der Patientenkollektive waren die CASIMAS- und die Zulassungsstudie vergleichbar. Es handelte sich um Patienten mit malignem Aszites aufgrund unterschiedlicher Primärtumoren, wobei Ovarialkarzinome mit jeweils 50% die größte Gruppe darstellten. [1,3]

 

 

Fazit: Breite Evidenz für den Einsatz von Catumaxomab

 

Die CASIMAS-Studie1 liefert einen wichtigen Beitrag zur Evidenz für die Therapie mit Catumaxomab. Weit über 400 Patienten wurden in klinischen Studien mit Catumaxomab behandelt. [1,3,5,6,7] Damit ist Catumaxomab das am besten untersuchte Medikament bei malignem Aszites. Die Therapie mit dem Antikörper erspart den Patienten belastende Parazentesen und lindert nachhaltig Aszites-bedingte Symptome. Dies führt zu einer deutlich stabileren Lebensqualität, einem wichtigen Therapieziel bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen. „Die konsistenten Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien bestätigen die Robustheit der Daten in einem heterogenen Patientenkollektiv und unterstreichen den Nutzen von Catumaxomab bei malignem Aszites“, so das Fazit von Prof. Jalid Sehouli (Berlin) zur Bedeutung der neuen Daten.

 

 

Anmerkung

 

1 Definiert als Zeit bis zur nächsten Punktion oder bis zum Tod, je nachdem, was zuerst eintritt.

 

 

Über Removab® (Catumaxomab)

 

Removab® ist mit seinem trifunktionalen Wirkprinzip der erste Antikörper einer neuen Generation. Ziel der Therapie mit Removab® ist es, eine verstärkte Immunreaktion gegen Krebszellen zu erreichen, welche die Hauptursache der Aszitesbildung sind. Das Wirkprinzip von Removab® beruht auf der gleichzeitigen Bindung an drei unterschiedliche Zelltypen: Erstens an EpCAM (Epitheliales Zelladhäsionsmolekül) auf Karzinomzellen, zweitens an CD3 auf T-Zellen und drittens bindet die intakte Fc-Region des Antikörpers an Fcγ -Rezeptoren auf akzessorischen Zellen (Makrophagen, Monozyten, dendritische Zellen, natürliche Killerzellen). Resultierend aus dieser simultanen Bindung erfolgt die gegenseitige Stimulierung und Aktivierung von T-Zellen und akzessorischen Zellen. Damit werden eine verstärkte Immunantwort und eine Zerstörung der Krebszellen ermöglicht. Daten aus Tierexperimenten mit trifunktionalen Antikörpern weisen zudem darauf hin, dass eine anhaltende Immunisierung gegen den Tumor induziert werden kann. Catumaxomab (Removab®) ist ein trifunktionaler Antikörper, der in Zusammenarbeit von der Fresenius Biotech GmbH und der TRION Pharma entwickelt wurde.

 

Removab® ist seit April 2009 für die intraperitoneale Behandlung des malignen Aszites bei Patienten mit EpCAM-positiven Karzinomen, für die keine Standardtherapie zur Verfügung steht oder bei denen diese nicht mehr anwendbar ist, zugelassen.

 

Fresenius Biotech ist für die klinische Entwicklung und Vermarktung von Removab® verantwortlich.


Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.removab.com  

 

 

Über malignen Aszites

 

Maligner Aszites kann von unterschiedlichen Tumoren verursacht werden. Die Besiedlung der Peritonealhöhle mit Tumorzellen führt zu einer Ansammlung von Flüssigkeit und ist mit einer ungünstigen Prognose für den Patienten verbunden. Die häufigste Behandlungsmethode ist die Punktion der Bauchhöhle (Parazentese), die in der Regel alle ein bis zwei Wochen wiederholt werden muss und zu Komplikationen wie Infektionen oder hohem Flüssigkeits- und Proteinverlust führen kann. Removab® zerstört die peritonealen Krebszellen und bekämpft so die Ursache von malignem Aszites direkt.

 

 

Quellen

 

[1] Sehouli J et al. Catumaxomab Versus Catumaxomab Plus Prednisolone in Patients With Malignant Ascites Due to Epithelial Cancer: Results From the CASIMAS Study. ESMO 2012; abstr. 1683P

[2] Lordick F et al. Maintenance of quality of life in patients with malignant ascites during treatment with the trifunctional antibody catumaxomab: results from the phase III b CASIMAS trial. ESMO 2012; abstr. 1596P

[3] Heiss MM, Murawa P, Koralewski P et al. The trifunctional antibody catumaxomab for the treatment of malignant ascites due to epithelial cancer: Results of a prospective randomized phase II/III trial. Int J Cancer  2010; 127: 2209-21

[4] Wimberger P, Gilet H, Gonschior AK et al. Deterioration in quality of life (QoL) in patients with malignant ascites: results from a phase II/III study comparing paracentesis plus catumaxomab with paracentesis alone. Ann Oncol. 2012 Aug; 23:1979-85. Epub 2012 Jun 24.

[5] Burges, A. et al. Effective relief of malignant ascites in patients with advanced ovarian cancer by a trifunctional anti-EpCAM × anti-CD3 antibody: a phase I/II study. Clin Cancer Res 2007; 13: 3899-905

[6] Ruf P, Kluge M, Jäger M et al. Pharmacokinetics, immunogenicity and bioactivity of the therapeutic antibody catumaxomab intraperitoneally administered to cancer patients. Br J Clin Pharmacol. 2010;69:617-25.

[7] Berek JS, Edwards RP, Parker L et al. Catumaxomab treatment of malignant ascites in patients with chemotherapy-refractory ovarian cancer: A phase II study. J Clin Oncol 29: 2011 (suppl; abstr. 5048)

 

Weitere Informationen zu malignem Aszites unter:

 

 

 

Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die medizinische Versorgung von Patienten zu Hause. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro. Zum 30. Juni 2012 beschäftigte der Fresenius-Konzern weltweit 161.685 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. www.fresenius.de   

 

Fresenius Biotech ist ein Unternehmen des Gesundheitskonzerns Fresenius, das auf die Entwicklung und Vermarktung von Biopharmazeutika im Bereich der Onkologie und Transplantationsmedizin ausgerichtet ist. Fresenius Biotech hat seinen Sitz in München.

Weitere Informationen im Internet unter:

 

 


 

Quelle: Fresenius SE & Co. KGaA, 02.10.2012 (hB).

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