Essstörungen behandeln

RUB-Klinikum vergleicht die Wirksamkeit verschiedener Therapieverfahren

 

  • Essstörungen behandeln: Online oder von Angesicht zu Angesicht
  • RUB-Klinikum vergleicht die Wirksamkeit verschiedener Therapieverfahren
  • Studienteilnehmer mit Binge-Eating-Störung gesucht

 

Bochum (15. Juli 2010) – Angeleitete Selbsthilfe mit Internetunterstützung oder Einzelsitzungen mit Therapeuten: Welche Form der Therapie gegen Essstörungen besser wirkt, untersuchen Forscher der Ruhr-Universität Bochum in einer groß angelegten Studie. Im Fokus der Untersuchung, die durch das Bundesforschungsministerium (BMBF) finanziert wird, steht die sog. Binge-Eating-Störung, die sich durch unkontrollierbare Essattacken auszeichnet. Übergewichtige Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer ab 18 Jahren werden noch gesucht. Interessierte können sich unter Tel. 0234/5077-3173 informieren.

 

Männer und Frauen sind betroffen

 

Der Begriff „to binge” kommt aus dem Amerikanischen und heißt übersetzt „ein Fressgelage abhalten”. Hauptmerkmal der Binge-Eating-Störung sind regelmäßige Essanfälle, während derer die Betroffenen typischerweise große Nahrungsmengen verzehren und dabei das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. Die Binge-Eating-Störung betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. US-Studien haben ergeben, dass ca. zwei Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Viele von ihnen leiden auch an Übergewicht oder Adipositas.

 

 

Kognitive Verhaltenstherapie hilft

 

Die kognitive Verhaltenstherapie hilft dabei, wieder Kontrolle über das Essverhalten zu gewinnen. „Die Therapie in Einzelsitzungen ist allerdings sehr zeit- und arbeitsintensiv und wird noch nicht flächendeckend angeboten“, erklärt Dipl.-Psych. Sarah Weber. Die sog. INTERBED-Studie – Internet-basierte, angeleitete Selbsthilfe für übergewichtige und adipöse Patientinnen und Patienten mit Binge-Eating-Störung – vergleicht daher erstmals die Wirksamkeit therapeutischer Einzelsitzungen mit der einer angeleiteten Selbsthilfe über das Internet. Die Inhalte beider Therapieformen sind einander ähnlich. „Wenn sich herausstellt, dass das internetgestützte Angebot ebenso gut wirkt, wäre es eine Alternative oder eine Übergangslösung für Patienten, die auf einen Therapieplatz warten“, so Dipl.-Psych. Sarah Weber.

 

 

Therapie in Einzelsitzungen oder per Internet

 

Patienten der konventionellen Verhaltenstherapie erhalten eine viermonatige Psychotherapie mit insgesamt 20 Einzelsitzungen. Die Internettherapie beinhaltet zwei Gespräche mit dem Therapeuten bzw. der Therapeutin. Während der Internet-Behandlung stehen die Patienten per wöchentlicher E-Mail mit den Therapeuten in Kontakt. Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos.

 


Quelle: Ruhr-Universität Bochum, 15.07.2010 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung