Europäischer Kardiologenkongress (ESC) in Amsterdam

Neuer Risikoscore ermöglicht präzisere Bestimmung des Sterblichkeitsrisikos bei Diabetikern

 

Amsterdam, Niederlande (1. September 2013) – Ein neuer, von einer deutsch-österreichischen Forschergruppe entwickelter Risikoscore mit sieben Parametern erlaubt eine präzisere Vorhersage des kardiovaskulären Sterblichkeitsrisikos von Diabetikern als es mit bisher etablierten Scores möglich ist. Das zeigt eine aktuelle Studie, die heute auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurde.

 

„Basierend auf traditionellen Risikofaktoren sowie verfeinert mit neu entdeckten Biomarkern erlaubt unser neuer Score eine genauere Klassifikation des Herz-Kreislauf-Risikos bei Diabetespatienten“, betonte der Erstautor der Studie, Dr. Georg Goliasch, PhD (MedUni/AKH Wien). „Das ermöglicht eine frühzeitige Identifikation von Hochrisikopatienten, die von einer individualisierten, intensivierten medikamentösen Therapie sowie einer engmaschigen kardialen Überwachung profitieren können.“

In die Studie, die gemeinsam mit Prof. Winfried März (Universitätsmedizin Mannheim der Universität Heidelberg) durchgeführt wurde, wurden 864 Patienten aus der Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health (LURIC) Studie eingeschlossen, die im Durchschnitt zehn Jahre nachbeobachtet wurden. Mithilfe einer komplexen statistischen Analyse wurden aus mehr als 100 Variablen sieben Risikomarker mit hohem prädiktivem Wert ausgewählt: Alter, Geschlecht, Dauer der Diabeteserkrankung, sowie die im Blut messbaren Biomarker Renin, NT-pro-BNP, 25(OH)Vitamin D3 und Lp-PLa2. Dr. Goliasch: „Die Kombination dieser Marker im VILDIA-Risiko-Score erlaubt eine exzellente Vorhersage der kardiovaskulären Mortalität.“

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Erkrankungen in der westlichen Welt und mit einer erhöhten Herz-Kreislaufsterblichkeit verbunden. Die bisherige kardiovaskuläre Risikoeinschätzung von Diabetikern bezüglich ihrer Mortalität beruhte hauptsächlich auf klassischen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bluthochdruck und Rauchgewohnheiten. In den vergangenen Jahren wurden immer mehr unabhängige Risikofaktoren entdeckt, die das Potenzial zu wesentlich präziseren Risikovorhersagen haben.

 

 

Quelle: ESC Abstract 1965 — Refining long-term prediction of cardiovascular risk in diabetes

 

 

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 8200 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zum Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Amsterdam, 01.09.2013 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung