Fit für die zweite Halbzeit

Programm "Sport – Bewegung – Prävention" legt Ergebnisse vor

 

Stuttgart (12. Januar 2009) – Ältere Menschen wollen möglichst lange Gesundheit und Eigenständigkeit bewahren. Ausreichende Bewegung ist dabei ein wichtiger Faktor. Forschungsgruppen aus Stuttgart, Heidelberg und Tübingen belegen nun, wie sich durch maßvollen Sport nicht nur die Fitness in der Generation 50+ erhalten lässt, sondern sie weisen auch nach, dass sportliche Aktivitäten Krankheiten wie Demenz oder Depression entgegen wirken können. Das Forschungsprogramm "Sport – Bewegung – Prävention" der Landesstiftung Baden-Württemberg legt nun die Ergebnisse vor.

 

In Zukunft wird es immer mehr ältere Menschen geben. Auf Gesellschaft und Gesundheitssystem können dadurch große Herausforderungen und Kosten zukommen. Dass Alter und Fitness sehr wohl vereinbar sind, legen die Ergebnisse des Forschungsprogramms "Sport – Bewegung – Prävention" nahe. Im Auftrag der Landesstiftung Baden-Württemberg haben Forschergruppen aus Stuttgart, Heidelberg und Tübingen die Chancen und Entwicklungspotentiale des gesunden Alterns untersucht.

 

Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg, betonte bei der Vorstellung der Ergebnisse im Stuttgarter Haus des Sports: "Bewegung tut allen gut und für ein moderates Training ist es nie zu spät. Selbst im fortgeschrittenen Alter können Sie viel für Ihre Gesundheit, Körperkraft und damit für Ihre Eigenständigkeit tun."

 

Die Forschungsgruppen fragten nach Bewegungsvorlieben und -barrieren der Altersgruppe 50+ und untersuchten, wie körperliches Training positiv auf Demenz-Patienten, Menschen mit arteriellen Verschlusskrankheiten oder Menschen mit wiederkehrenden Depressionen einwirken können.

 

Einig sind sich alle Forschungsgruppen: maßvoller Sport stabilisiert die körperliche und geistige Fitness auch bei bereits kranken Menschen.

 

Nach ihren sportlichen Aktivitäten wurden 2.000 Personen aus Baden-Württemberg zwischen 50 und 70 Jahren befragt Knapp 60% gaben an, sportlich aktiv zu sein. Die fitten Jungsenioren bevorzugten Sportarten wie Walking, Jogging, Fahrradfahren und Schwimmen. Weniger angenommen werden institutionelle Sportangebote. Zudem zeigen sich klare Unterschiede in Abhängigkeit von Einkommen, Schulbildung und Berufsprestige und des sozialen Umfelds – Faktoren, die bei Sportangeboten für Ältere zu berücksichtigen sind.

 

Gerade für Patienten mit leichter Demenz kann körperliches Training Kraft, kognitive Leistungen und Alltagsbewältigung erkennbar und längerfristig verbessern. Damit ist es den Forschern weltweit erstmals gelungen, deutliche Trainingseffekte auf demenz-spezifische Aufmerksamkeitsdefizite nachzuweisen. Das ist vor allen für Rehabilitationsmaßnahmen von großer Bedeutung – galten doch bisher demenzielle Erkrankungen als Ausschlussgrund von Reha-Maßnahmen.

 

Ähnliches gilt für ältere Menschen mit wiederkehrenden Depressionen. Zum einen konnte bei dieser Patientengruppe durch Sport die Ausdauer-Leistungsfähigkeit verbessert und das Diabetes-Risiko gesenkt werden, zum anderen verzeichneten die Wissenschaftler bei den Patienten eine hohe Haltequote, d.h. es gab weniger Rückfälle in eine erneute depressive Episode.

 

Einen positiven Effekt wies auch die Trainingsgruppe der Patienten mit der sogenannten "Schaufensterkrankheit" auf. Arterielle Verschlusskrankheiten verursachen beim Gehen starke Schmerzen. Intensives Gehtraining lindert die Beschwerden am besten und verlängert die Gehstrecke am deutlichsten. Gezieltes Training verbessert auch bei dieser Patientengruppe die Lebensqualität.

 

Die Landesstiftung Baden-Württemberg hat die Forschungsergebnisse in einer Broschüre zusammengefasst, die Sportvereinen, Krankenkassen, Reha-Einrichtungen und anderen Interessengruppen zur Verfügung gestellt werden soll. Interessierte können die Broschüre anfordern bei der Landesstiftung Baden-Württemberg, per E-Mail unter info@landesstiftung-bw.de.


 

Quelle: Pressemitteilung der Landesstiftung Baden-Württemberg vom 12. Januar 2009.

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