Forcierte Einführung der Telematikinfrastruktur

 

Berlin (30. November 2011) – Ein weiteres Verzögern der Einführung der Telematikinfrastruktur und der damit verbundenen Online-Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) durch die Leistungserbringer ist im Sinne der Beitragszahler und Versicherten nicht hinnehmbar, so der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes auf seiner heutigen Sitzung. Er fordert daher die Gesellschafterversammlung der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) auf, notfalls auch über den Weg der Schlichtung, weitere Maßnahmen auf Basis des vom GKV-Spitzenverband vorgelegten Konzeptes für eine beschleunigte Einführung der Telematikinfrastruktur zu beschließen.

 

Eine spürbare Beschleunigung der Einführung von Online-Anwendungen der eGK ist trotz der umfangreichen Aktivitäten des GKV-Spitzenverbandes bisher an der Ablehnung der Leistungserbringer gescheitert. Ohne diese Online-Funktionen, insbesondere auch die automatische Aktualisierung der Versichertenstammdaten, hat die eGK gegenüber der bisherigen Krankenversichertenkarte aber kaum einen Mehrwert – und das bei wesentlich höheren Produktions- und Versandkosten. Angesichts der gesetzlichen Verpflichtung der Krankenkassen, in diesem und im nächsten Jahr insgesamt rund 50 Mio. neue Gesundheitskarten ausgeben zu müssen, ist die Einführung der Telematik-infrastruktur und die Möglichkeit der Online-Aktualisierung der Daten umso wichtiger. Nicht zuletzt auch, weil nur die Online-Mitgliedschaftsprüfung einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung von Kartenmissbrauch leistet.

 

 

Online-Nutzung rasch ermöglichen

 

Millionen-Ausgaben der Krankenkassen für das Telematik-Projekt, die Kartenproduktion und -verteilung lassen sich nur rechtfertigen, wenn jetzt zeitnah mit den Online-Diensten zur Prüfung und Aktualisierung der Daten auf der eGK auch ein entsprechender Nutzen realisiert werden kann. Davon unbenommen steht die gesetzliche Krankenversicherung nach wie vor zur Einführung weiterer Anwendungen der eGK wie die Notfalldaten und die adressierte Kommunikation der Leistungserbringer. Gerade durch das Konzept der beschleunigten Umsetzung der Telematikinfrastruktur würde der Weg auch für solche weiteren Mehrwertanwendungen geebnet, von denen vor allem Ärzte und Krankenhäuser profitieren.

 

Nachdrücklich appelliert der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes deshalb an alle Mitglieder der gematik-Gesellschafterversammlung, einer schnellen und stufenweisen Einführung der Telematikinfrastruktur zuzustimmen und den Kassen zu ermöglichen, ihren gesetzlichen Auftrag zur Bereitstellung von Online-Diensten zur Aktualitätsprüfung der Karte zeitnah umzusetzen. Hierfür stellt sowohl das von den Kassen vorgelegte Konzept Alternative 2012 als auch das zwischen allen Gesellschaftern abgestimmte Ergebnis der Arbeitsgruppe des Schlichters Dr. Klaus Theo Schröder einen geeigneten Weg dar.

 

Ist eine Einigung unter den Gesellschaftern weiterhin nicht möglich, muss die Schlichtung vorangebracht werden oder der Gesetzgeber die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, um die Telematikinfrastruktur so schnell wie möglich einführen zu können.

 


 

Quelle: GKV-Spitzenverband, 30.11.2011 (tB).

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