Fortgeschrittenes NSCLC:

Perspektiven mit Tarceva® und Avastin®

 

Mannheim (20. März 2009) – Die Behandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (Non Small Cell Lung Cancer, NSCLC) mit einer platinhaltigen Chemotherapie hat mit einer medianen Gesamtüberlebenszeit von etwa zehn Monaten ein therapeutisches Plateau erreicht. Ausschließlich der Einsatz zielgerichteter Wirkstoffe wie Erlotinib (Tarceva®) und Bevacizumab (Avastin®) konnte den therapeutischen Stillstand durchbrechen und eine Verbesserung von Prognose und Lebensqualität für Patienten mit NSCLC erreichen. Aktuelle Studiendaten und Ergebnisse aus dem klinischen Alltag wurden bei einem Pressegespräch der Roche Pharma AG im Rahmen des 50. DGP-Kongresses in Mannheim vorgestellt.


 

Eine Interimsanalyse der TRUST-Studie konnte belegen, dass mit dem oralen EGFR-Inhibitor Erlotinib (Tarceva®) in der Second-Line-Therapie das progressionsfreie Überleben (PFS) auf 14,3 Wochen verlängert werden kann. Damit konnte der therapeutische Nutzen von Erlotinib im Vergleich zur zulassungsrelevanten Studie BR.21 (9,7 Wochen) noch deutlicher belegt werden. Bei 20 % der TRUST-Patienten hielt der EGFR-Inhibitor die Progression sogar zwölf Monate und länger auf (1). Die Studie bestätigte den langfristigen Nutzen von Erlotinib in allen Subgruppen, also unabhängig von Geschlecht, Raucherstatus und Tumorhistologie.

 

Erste Ergebnisse einer retrospektiven Analyse der Krankheits-verläufe von Patienten, die mindestens ein Jahr mit Erlotinib behandelt wurden, zeigen außerdem, dass bei einer Therapie mit dem EGFR-Inhibitor viele Patienten im Versorgungsalltag nicht nur lange ohne Progress, sondern auch insgesamt sehr lange überleben können. In den dokumentierten Langzeit-verläufen lebten über 50 % der Patienten länger als 18 Monate unter der Behandlung mit Erlotinib.

 

Längere Überlebenszeit bei Rash

Einen besonders großen Nutzen von Erlotinib haben die Patienten, die unter der Therapie einen in der Regel gut zu behandelnden Hautausschlag (Rash) entwickeln (2, 3). „Die signifikant längere mediane Überlebenszeit von 11,1 Monaten (Rash-Grad >1) gegenüber 3,3 Monaten bei Patienten ohne diese Nebenwirkung (Rash-Grad 0) kann im klinischen Alltag eine wichtige Hilfestellung bei der Therapieentscheidung sein“, sagte Dr. med. Andreas Gröschel von der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Homburg.  Obwohl Erlotinib bei 80 % der ein Jahr und länger behandelten Patienten kutane Nebenwirkungen verursachte, beurteilten 77 % der Therapeuten die Verträglichkeit und Lebensqualität der Patienten als gut oder sehr gut (4). Patienten mit einem Hautausschlag sollten also dazu motiviert werden, die Therapie fortzusetzen.

 

Bevacizumab: Maximaler Überlebensvorteil für Adenokarzinom-Patienten

Eine prospektive Subgruppenauswertung der E4599-Studie mit dem Angiogenese-Hemmer Bevacizumab (Avastin®) in der First-Line-Therapie zeigte erstmals in einer Phase-III-Studie ein Gesamtüberleben von 14,2 Monaten (vs. 10,3 Monate bei alleiniger platinhaltiger Chemotherapie, HR 0,69) für Patienten mit dem häufigsten NSCLC-Subtyp, dem Adenokarzinom (5). Von einer Avastin-basierten Chemotherapie profitiert der Großteil der NSCLC-Patienten. „Dies setzt neue Maßstäbe für eine erfolgreiche First-Line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC“, unterstrich Dr. med. Nicolas J. Dickgreber von der Medizinischen Hochschule Hannover die Bedeutung der Ergebnisse der E4599-Studie.

 

AVAiL-Studie bestätigt Wirksamkeit und Sicherheit

Die randomisierte, dreiarmige AVAiL (AVAstin in Lung Cancer)-Studie bekräftigt diese Ergebnisse. Sie zeigt die statistisch signifikante Überlegenheit der beiden verwendeten Dosierungen (7,5 mg/kg KG und 15 mg/kg KG i.v., alle 3 Wochen bis zum Progress) beim primären Endpunkt PFS. Das mediane PFS wurde durch Bevacizumab auf 6,8 (7,5 mg/kg KG)  bzw. 6,6 (7,5 mg/kg KG) Monate verlängert (6). In der AVAiL-Studie wurden keine unerwarteten Nebenwirkungen beobachtet.

 

Zusammenfassend betonten die Experten, dass erst durch die Entwicklung zielgerichtet wirkender Medikamente ein therapeutischer Durchbruch in der Behandlung des fort­geschrittenen NSCLC geschafft wurde, der Therapeuten und Patienten neue Perspektiven ermöglicht.

 

 

Quellen

 

  • Reck M et al. Ann Oncol 2008, ESMO, Abstract 262P
  • Wacker B et al. Clin Cancer Res 2007;13, 3913-21
  • Crino L et al. Ann Oncol 2008, ESMO, Abstract 934
  • Roche Pharma, 2008, data on file
  • Sandler A et al. IASLC Chicago Multidisciplinary Symposium in Thoracic Oncology 2008, Poster 133
  • Manegold C et al. J Clin Oncol 2007, ASCO, Abstract LBA7514

 

 

Download

 

Vortrag von Dr. Nicolas J. Dickgreber

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Vortrag von Dr. Andreas Gröschel

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Folien    praes_groeschel.pdf praes_groeschel.pdf (1.38 MB)

 


 

Quelle: Pressegespräch der Firma Roche Pharma zum Thema “Fortgeschrittenes NSCLC: Perspektiven mit Tarceva® und Avastin ®” am 20.03.2009 in Mannheim (medical relations).

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