Fortschritt bei multiresistenter Tuberkulose

Janssen gewinnt internationale Auszeichnung Prix Galien

Neuss (16. Dezember 2016) – Das forschende Pharmaunternehmen Janssen ist am 8. Dezember in Paris mit dem 14. Internationalen Prix Galien ausgezeichnet worden. Prämiert wurde das Tochterunternehmen des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson für den Wirkstoff Bedaquilin (Sirturo®) zur Therapie der multiresistenten Tuberkulose. Mit Sirturo erhält zum ersten Mal ein Medikament gegen eine in der westlichen Welt wenig beachtete Krankheit den renommierten Preis. Das Bedaquilin basierte Behandlungsverfahren kann entscheidend dazu beitragen, die Ausbreitung resistenter Erreger weltweit einzudämmen. Der häufig als „Nobelpreis für innovative Arzneimittel“ bezeichnete Internationale Prix Galien wird alle zwei Jahre verliehen. Er würdigt herausragende wissenschaftliche Innovationen zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit und gilt als die höchste Auszeichnung für pharmazeutische Forschung und Entwicklung.

„Wir sind sehr stolz, den Internationalen Prix Galien für unsere Arbeit auf dem Feld der multiresistenten Tuberkulose erhalten zu haben. Diese Auszeichnung ist ein Beleg für die unermüdlichen Bemühungen unserer Forscher und unserer weltweiten Partner“, sagt Dr. Wim Parys, Leiter Forschung und Entwicklung für den Bereich Global Public Health bei Johnson & Johnson. In Deutschland hat Sirturo bereits 2014 die nationale Auszeichnung – den Galenus-Preis – erhalten. Tuberkulose fordert unter den infektiösen Krankheiten weltweit die meisten Todesopfer. Global sind pro Jahr 10,4 Millionen Menschen betroffen, mehr als 4.900 sterben täglich. Im Jahr 2015 gab es geschätzt 480.000 neue Fälle von multiresistenter Tuberkulose (Multi-Drug-Resistance TB auch MDR-TB) sowie zusätzlich 100.000 Menschen mit Rifampicin-resistenter TB, die auch für eine MDR-TB-Behandlung in Frage kamen[1]. Im letzten Jahrzehnt war weltweit eine alarmierende Zunahme der Resistenzen gegen Antibiotika zu beobachten. Eine unabhängige Untersuchung der britischen Regierung (Review on Antimicrobial Resistance) schätzt, dass ohne wirksame weltweite Maßnahmen der Anstieg arzneimittelresistenter Infektionen ab 2050 jährlich 10 Millionen Todesopfer fordern könnte[2]. Das nun ausgezeichnete Sirturo von Janssen wurde erstmals 2012 in den USA und 2014 in Europa als Teil einer Kombinationstherapie für Erwachsene mit pulmonaler MDR-TB zugelassen[3]. Es war die erste zugelassene Behandlung für erwachsene Tuberkulose-Patienten mit einem neuen Wirkmechanismus seit mehr als 40 Jahren. Vor der Einführung der Therapie durch Janssen konnten weniger als 50 Prozent der Patienten mit MDR-TB erfolgreich behandelt werden. Der diesjährige Prix Galien ist nach 2014, 2012, 2006 und 1996 die fünfte internationale Auszeichnung für Janssen. Damit zählt Janssen nunmehr zu den am häufigsten ausgezeichneten Firmen in der 46-jährigen Geschichte des Preises.

Über Janssen

Als Pharmasparte des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson entwickeln wir im Schulterschluss mit Partnern vor Ort und weltweit innovative Medikamente und ganzheitliche therapiebegleitende Behandlungskonzepte. Schwerpunkte unserer Arbeit sind Onkologie, Immunologie, Psychiatrie und Infektiologie. Damit wollen wir erreichen, was für Patienten wirklich zählt: alltägliche und besondere Momente so zu erleben, wie es vor der Diagnose selbstverständlich war. Weltweit sind über 40.000 Mitarbeiter für Janssen tätig; in Deutschland beschäftigt die Janssen-Cilag GmbH, Neuss, mehr als 800 Mitarbeiter. Mehr Informationen unter:www.janssen.com/germany

Werbung

Über den Prix Galien

Der Prix Galien wurde 1970 in Frankreich entwickelt, um signifikante Fortschritte in der pharmazeutischen Forschung zu fördern. Die Jury setzt sich zusammen aus Klinikern, Toxikologen, Pharmakologen und Pharmazeuten. Der Preis würdigt die besten Forschungsteams und wichtigsten neuen Medikamente, die auf den Markt kommen. Er gilt als die höchste Auszeichnung für pharmazeutische Forschung und Entwicklung. Aufgrund seines Erfolgs in Frankreich wurde der Prix Galien auch in anderen Ländern aufgegriffen – in Deutschland als Galenus-Preis. Diese deutsche Auszeichnung hat Sirturo bereits im Jahr 2014 erhalten.

Über MDR-TB

Im Jahr 2015 wurden etwas mehr als 10,4 Millionen Menschen erstmals mit TB diagnostiziert und es kam schätzungsweise zu 480.000 Neuerkrankungen von MDR-TB, einer besonders komplizierten Form der TB, gekennzeichnet durch Resistenz gegen mindestens zwei der vier Arzneimittel, die im Rahmen einer Standardtherapie gegen TB eingesetzt werden. Schätzungen zufolge kamen im Jahr 2015 weltweit 250.000 Menschen durch MDR-TB ums Leben[4].

Über Sirturo

Zugelassen ist Bedaquilin bei erwachsenen Patienten als Teil einer geeigneten Kombinationstherapie der MDR-TB, wenn ein wirksames Behandlungsregime aufgrund von Resistenz oder Unverträglichkeit nicht anders zusammengestellt werden kann[3]. Bedaquilin gehört zur Substanzklasse der Diarylchinoline, hemmt spezifisch die mycobakterielle ATP-Synthase und unterbindet damit die Energiegewinnung der Erreger. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt mit ihrer im Juni 2013 veröffentlichten Interimsleitlinie den Einsatz von Bedaquilin zur Behandlung von pulmonaler MDR-TB und hat im Mai 2015 die Substanz auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel aufgenommen[4].

Weiterführende Links


Quellen


Quelle: Janssen Deutschland, 16.12.2016 (tB).

MEDICAL NEWS

Monoclonal antibody therapy for COVID-19 safe, effective for transplant patients
Having trouble falling asleep predicts cognitive impairment in later life
SARS-CoV-2 detectable — though likely not transmissible — on hospital…
Waking just one hour earlier cuts depression risk by double…
Moving one step closer to personalized anesthesia

SCHMERZ PAINCARE

Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden

DIABETES

Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf
Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf bei Menschen mit Diabetes

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Risikobasiertes Brustkrebs-Screening kosteneffektiv
Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung
Cannabidiol gegen Hirntumore
Assistierte Selbsttötung bei Krebspatienten: Regelungsbedarf und Ermessensspielraum
Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?

MULTIPLE SKLEROSE

Patienteninformationen zu Interferon-beta-Präparaten
Zulassung des S1P Modulators Ponesimod zur Behandlung von erwachsenen Patienten…
Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…
Schwangere mit MS: Schadet Schubbehandlung dem Ungeborenen?

PARKINSON

Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga