Frühe Insulintherapie

Blutzucker und Gewicht im Griff

 

Diabetes eine gewichtige Angelegenheit: Etwa 80 Prozent der Menschen mit Typ 2 Diabetes sind übergewichtig und sie nehmen häufig durch die Gabe von Insulin weiter zu. Dabei ergeben schon kleine Gewichtsreduktionen positive Effekte auf die Insulinsensitivität. Ebenso hat die Kontrolle des Gewichts einen erheblichen Einfluss auf das potenzielle Auftreten von Folgeerkrankungen. Ein ausdauerorientiertes Bewegungstraining kann nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern den Blutzuckerspiegel verbessern und präventiv wirken. Photo: Novo Nordisk Pharma

Frankfurt am Main (27. April 2007) – Das moderne, lang wirksame Basisinsulin Insulin­detemir (Levemir®) erleichtert Menschen mit Typ 2 Diabetes den Einstieg in die Insulintherapie. Darin waren sich die Experten im Rahmen einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main im April 2007 einig. Denn mit der nur einmal täglichen Gabe von Insulindetemir im Rahmen einer Kombinationstherapie mit oralen Antidia­betika lässt sich bei einer effektiven Blutzuckerkontrolle eine günstigere Gewichtsentwicklung als unter NPH-Insulin oder Insulin­glargin erreichen.

Adipositas ist einer der wichtigsten Risikofaktoren im Entstehungsprozess für Typ 2 Diabetes. So zeigt die EPIC-Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DifE), dass Übergewicht, das im Alter zwischen 25 und 40 Jahren erworben wird, das Diabetesrisiko im späten Erwachsenen­alter erhöht.

Dies steht in Einklang mit der Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit aller Patienten mit Typ 2 Diabetes übergewichtig sind – mit schwer-wiegenden Folgen für das Herz-Kreislauf-System. Maßnahmen gegen Übergewicht wirken sich dagegen positiv auf die Sterblichkeit aus (1) und verbessern die Stoffwechsellage der Betroffenen, betonte Professor Dr. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen. 

 

 

Diabetesmanagement heißt auch Gewichtsmanagement

 

Wird im Verlauf der Diabeteserkrankung eine Insulintherapie nötig, geht diese häufig mit einer weiteren Gewichtszunahme einher. Eine deutliche Zunahme des Körpergewichts, wie sie in den meisten Studien nach Thera­piebeginn verzeichnet wird, trägt jedoch zu einer weiteren Ver­schlech­terung der Stoffwechselsituation zum Beispiel durch eine Erhöhung der Lipidwerte bei. Steigendes Körpergewicht bedeutet für Patienten unter Insu­lintherapie oft auch eine weitere Erhöhung der Insulindosis.

 

Da wundert es nicht, dass viele Patienten große Vorbehalte gegen den Einstieg in die Insulin­therapie haben. So zeigte die DAWN-Studie(2), dass die Hälfte aller Patienten mit Diabetes Angst vor einer Gewichtszunahme haben. Auch die Furcht vor Hypoglykämien sowie einer Überforderung durch die vermeintlich komplizierte Behandlung lassen viele vor einer Insulintherapie zurückschrecken. Gerade übergewichtige Menschen mit Diabetes versuchen deshalb, häufig eine eigentlich notwendige Insulin­therapie hinauszuzögern.

 

Insulin mit Gewichtsvorteil: Levemir®

 

Um den Teufelskreis zwischen Gewichtszunahme und Diabetestherapie zu durchbrechen, ist das Zusammenwirken von Arzt und Patient von zentra­ler Bedeutung. Auch durch die Auswahl der geeigneten antidiabe­tischen Therapie lässt sich die Gewichtsentwicklung entscheidend beeinflussen. So bestätigen 13 klinische Studien für das moderne, lang wirksame Basis­insulin Insulindetemir (Levemir®) eine signifikant geringere Gewichtszu­nahme verglichen mit anderen Basalinsulinen (NPH-Insulin(3) und Insulin­glargin(6)). Dieser konsistente Gewichtsvorteil konnte bisher für kein anderes Insulin gezeigt werden.

 

 

Überzeugende HbA1c-Senkung bei signifikantem Gewichtsvorteil

 

Dr. Andreas Liebl, Bad Heilbrunn, präsentierte die aktuellen Studiendaten von Philis-Tsimikas(3), die demonstrieren, dass die bisher unvermeidliche und unerwünschte Gewichtszunahme der Patienten unter Levemir® in Kombination mit OAD signifikant verringert werden kann: In 20 Wochen nahmen die Patienten unter NPH-Insulin in Kombination mit OAD ca. 1,6 kg zu, Patienten unter Insulindetemir bei einer vergleichbar effektiven HbA1c-Absenkung dagegen nur 0,7 kg.

 

Die Studie macht darüber hinaus deutlich, dass die gute Blutzucker-einstellung unter Insulindetemir nicht durch vermehrte Hypoglykämien erkauft wird, so Liebl weiter. Im Gegenteil, auch bei den Hypoglykämien zeigt Levemir® Vorteile: Bei abendlicher Verabreichung kam es unter Insulin­detemir zu 53 Prozent weniger Hypoglykämien als mit NPH-Insulin. Nächtliche Hypoglykämien waren unter Insulindetemir gegenüber NPH-Insulin sogar um 65 Prozent reduziert.

 

Steigender BMI – zunehmender Gewichtsvorteil

 

Der Gewichtsvorteil von Insulindetemir war auch unter gleichzeitiger Gabe von oralen Antidiabtika konsistent: In einem 1-Jahresvergleich(6) erhielten die Patienten unter oralen Antidiabetika zusätzlich einmal oder zweimal täglich Insulindetemir bzw. Insulinglargin: Bei einer vergleichbaren HbA1c-Senkung um jeweils ca. 1,5 %-Punkte (Insulindetemir 1 x täglich vs. Insulinglargin 1 x täglich) nahm das Körpergewicht unter Insulinglargin um 3,9 kg zu – unter Insulindetemir dagegen lediglich um 2,25 kg.

 

Liebl betonte, dass der Gewichtsvorteil von Insulindetemir im Vergleich zu NPH-Insulin um so stärker ausfällt, je übergewichtiger der Patient zu Beginn der Insulintherapie ist(5).

 

Studienergebnisse durch PREDICTIVE™ bestätigt

 

Dr. Hans-Joachim Lüddeke unterstrich, dass die positiven Ergebnisse der klinischen Studien mit Insulindetemir nachhaltig durch die PREDICTIVE™ Praxisbeobachtung(7,8), eine der größten internationalen Beobachtungs-studien im Bereich der Insulintherapie mit fast 40.000 Patienten, bestätigt werden.

 

Fast 13.000 Patienten der europäischen Kohorte mit Typ 2 Diabetes(7) erreich­ten mit einer einmal täglichen Gabe von Insulindetemir eine ver­besserte Einstellung gemessen am HbA1c und an der Nüchternglucose. Darüber hinaus erlitten sie weniger nächtliche Hypoglykämien und nahmen durchschnittlich 0,4 kg Körpergewicht ab.

 

Besonders profitierten Patienten, die erstmals mit Insulin behandelt wurden(8): Trotz der deutlichen Stoffwechseloptimierung (HbA1c -1,3 %) kam es in dieser Subgruppe nicht zu der zu erwartenden Gewichtszu­nahme, stattdessen wurde eine signifikante Gewichtsabnahme von 0,7 kg innerhalb von drei Monaten beobachtet.

 

Wirkprofile mit anderen Insulinen vergleichbar

Die kürzlich von Klein et al. publizierten Insulin-Clamp-Daten(9) demon­strieren, dass es zwischen Insulindetemir und Insulinglargin keine Unter­schiede im Wirkprofil gibt, das heißt, die Wirkungsdauer bei beiden Sub­stanzen ist dosisabhängig und in klinisch relevanten Dosierungen ver­gleich­bar.

 

 

Literatur 

 

    Williamson DF et al. Diabetes Care 2000; 23:1499-1504

    „Diabetes – Ansichten, Wünsche und Nöte“; 2002

    Philis-Tsimikas A. et al. Clin Ther 2006;8:1569-81

    „Diabetes – Ansichten, Wünsche und Nöte“; 2002

    Hermansen et al. Diabetes Care 2006; 29(6):1269–74

    Rosenstock et al. Diabetes 2006; 55 (Suppl. 1) A132

    Dornhorst et al. Int J Clin Pract 2007; 61(3): 523-528

    Dornhorst et al. Diab Med 2006; 23 (Suppl. 4): 136

    Klein et al. Diabetes Obes Metab 2006

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Novo Nordisk zum Thema „Gute Einstellung bei Typ 2 Diabetes: Welche Rolle spielt das Gewicht?“ am 27.04.07 in Frankfurt am Main (3K-Agentur für Kommunikation).

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