Physiotherapeuten in Bayern:

Früher Visite mit dem Chefarzt – heute draußen vor der Tür

Haar (17. August 2009) – Mit Ausrufen wie "Das Maß ist voll!" machen Physiotherapeuten in Bayern ihrem Unmut über ihre frustrierende Situation Luft. "Warum dürfen sich immer nur die anderen Akteure im Gesundheitssystem beschweren? Kaum eine Berufsgruppe hat so düstere Zukunftsaussichten wie wir Physiotherapeuten", bringt es Rüdiger von Esebeck, Vorsitzender des Verbands der Krankengymnasten/ Physiotherapeuten ZVK e. V. in Bayern auf den Punkt.

Doch was ist eigentlich so beklagenswert für die Physiotherapeuten? Ist es wirklich nur das liebe Geld? Oder steckt doch mehr dahinter?? Denn fragt man die Akteure im Gesundheitswesen, so zeigt sich, dass die Bedeutung von Physiotherapeuten unbestritten ist: Physiotherapeuten helfen, Lebensqualität zu steigern, Selbständigkeit bis hin zur Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen, Verletzte zu rehabilitieren und wiedereinzugliedern usw.

Tatsächlich leiden die Physiotherapeuten unter mangelnder Anerkennung – darunter, dass Ihre Leistung immer weniger honoriert wird. Das zeigt sich an vielen Stellen – auch beim Geld: Die Bezahlung von Physiotherapeuten ist und bleibt schlecht. Im Rückblick auf die letzten 10 Jahre gab es noch nicht mal einen Inflationsausgleich, die Honorierung anderer Berufsgruppen ist dagegen kontinuierlich gestiegen.

Aber wo soll das hinführen? Wie sollen die Physiotherapeuten eine qualitativ hochwertige Versorgung aufrecht erhalten? Oder wollen die Politiker diese Berufsgruppe aushungern? – Die Menge der verfügbaren Mittel im deutschen Gesundheitssystem ist begrenzt, aber vielleicht sollten die Verantwortlichen nicht immer fragen, was kostet die Behandlung, sondern was kostet es die Gemeinschaft, wenn nicht behandelt wird?


Quelle: Pressemitteilung des Zentralverbands der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK e.V.), Landesverband Bayern e.V. vom 18.08.2009.

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