FSME-Impfungen auf Rekordniveau!

Was bringt die Zeckensaison 2008?

Auf der Haut ihres Wirtes sucht die Zecke eine möglichst dünne und geschütze Stelle für ihre Blutmahlzeit. Photo: Novartis BehringMarburg/Frankfurt (30. Januar 2008) – Die Impfung gegen Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) ist in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Das zeigt ein Rückblick auf die FSME-Saison 2007. Eine Folge ist, dass die Nachfrage nach FSME-Impfstoff sprunghaft stieg. Einen Ausblick auf die neue Saison gaben heute namhafte Experten bei der Pressekonferenz von Novartis Behring in Frankfurt zum Auftakt der Zeckensaison 2008. Zudem wurden klinische Daten zur Immunogenität der Encepur-Impfstoffe präsentiert, die als eine Grundlage für die Umsetzung eines praktikablen FSME-Impfmanagements dienen.

„Ein Grund für das gestiegene Bewusstsein für die FSME-Impfung ist sicherlich die Ausweitung neuer FSME-Risikogebiete durch das Robert Koch-Institut“, so Prof. Dr. Dr. Peter Kimmig vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Im Frühjahr 2007 hat das RKI die Anzahl der Risikogebiete um 33 auf 129 Landkreise erhöht. Die Ausdehnung ist hauptsächlich mit einer veränderten Methodik zur Definition von Risikogebieten zu erklären. Diese Anpassung war notwendig, betonte Kimmig: „Denn in einem Landkreis, der nur von Risikogebieten umgeben ist, ist es sehr unwahrscheinlich, dass dort kein FSME-Risiko besteht. Der Landkreis Hohenlohe ist hier ein typisches Beispiel.“ Nach der neuen Definition werden die 5-Jahres-Inzidenzen in so genannten Kreisregionen zugrunde gelegt. Diese bestehen aus dem betroffenen sowie allen angrenzenden Landkreisen.

Nach dem milden Winter 2006/2007 rechneten Experten mit einer deutlichen Zunahme der Zecken und damit auch der durch Zecken übertragenen Erkrankungen wie FSME. Entgegen diesen Erwartungen sanken im Jahr 2007 die FSME-Fallzahlen erstmals nach kontinuierlichen Aufwärtstrend der vorangegangen Jahre – von 546 Fällen im Jahr 2006 auf 236 in 2007. Über die Gründe könne man nur spekulieren, so Kimmig. Genauso unklar sei es, wie sich die FSME-Fallzahlen weiter entwickeln. Daher sei es weiterhin notwendig, die Impfaktivitäten voranzutreiben, auch da gegen eine einmal eingetretene FSME-Infektion keine Behandlung möglich sei.

Immunogenität von Encepur und Antikörperpersistenz

In der täglichen Praxis kann es vorkommen, dass die vorgesehenen Impfschemata [1] aus unterschiedlichsten Gründen nicht eingehalten werden können. „Um Aussagen zu machen, wie bei versäumten FSME-Impfungen reagiert werden soll, muss man sich die Höhe der Antikörpertiter sowie die Antikörper-Abklingraten über die Zeit genauer anschauen“, so Dr. Eckhardt Petri von Novartis Behring.

Studien zu den Encepur-Impfstoffen belegen eine ausgezeichnete Immunogenität mit hohen Antikörpertitern und damit verbunden einen lang anhaltenden Impfschutz: Nach einer Grundimmunisierung mit dem Schnellschema von Encepur sind die schützenden Antikörpertiter ähnlich hoch, wie bei Personen, die eine FSME-Infektion durchgemacht haben. Die dauerhafte Persistenz von Antikörpern wird maßgeblich von der Anzahl der Vorimpfungen beeinflusst. Bei mehr als drei Vorimpfungen, das heißt eine Grundimmunisierung mit mindestens einer Boosterimpfung, fiel der Antikörpertiter im Laufe der Jahre kaum ab, bei lediglich drei Vorimpfungen (Grundimmunisierung) hingegen sinkt er deutlich. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen, erklärte Petri.

Verschiedene Studien zeigen außerdem, dass durch eine einmal abgeschlossene Grundimmunisierung ein Immungedächtnis aufbaut wird, welches auch noch bis zu zehn Jahre später mit einer einzigen Impfung boosterfähig ist. „Dem Abschluss der Grundimmunisierung mit Encepur-Impfstoffen sollte daher eine besondere Bedeutung beigemessen werden.“

FSME-Impfmanagement – Lösungen für die Praxis

Um einen möglichst belastbaren FSME-Impfschutz zu gewährleisten, empfiehlt Dr. Christian Schönfeld vom Tropeninstitut in Berlin ein differenziertes Vorgehen bei irregulären Impfabständen: „Dabei werden folgende Aspekte berücksichtigt: die Anzahl der bereits erhaltenen Impfungen, das Alter des Impflings und die Zeitpunkte, wann bisherige Impfungen erfolgt sind. Basis für diese Empfehlung ist die umfangreiche Datenlage zu Encepur“, erklärte Schönfeld.

„Hat eine Person nur eine FSME-Impfung erhalten, und liegt diese schon länger als ein Jahr zurück, sollte mit der Grundimmunisierung neu begonnen werden“, verdeutlicht der Tropenmediziner. „Anders ist es, wenn ein Patient bereits zweimal gegen FSME geimpft wurde. Dann kann die Grundimmunisierung mit einer oder zwei weiteren Impfungen abgeschlossen werden. Die Anzahl der Impfungen ist vom Alter abhängig und davon, wie viel Zeit seit der letzten Impfung vergangen ist“.

Bei einer abgeschlossenen Grundimmunisierung könne der Impfschutz sogar bis zu zehn Jahre später mit einer Impfung wieder aufgefrischt werden, so der FSME-Experte.

Die Empfehlungen für Personen über 50 Jahren decken sich nahezu mit denen für jüngere Personen. Aufgrund des nachlassenden Immunsystems bei Älteren sind hier die Impfabstände kürzer gefasst.

„Der optimale Zeitpunkt, um mit der FSME-Grundimmunisierung zu beginnen oder sie abzuschließen ist das Winterhalbjahr, also jetzt im Januar und Februar. Dann hat der Patient zu Beginn der warmen Jahreszeit bereits zwei oder optimalerweise drei Impfungen erhalten und ist gut geschützt.“ betonte Dr. Schönfeld.

Weitere Informationen finden Sie unter www.zecken.info

Anmerkung

[1] Für Encepur gibt es zwei zugelassene Impfschemata: Das konventionelle Schema mit der Grundimmunisierung an den Tagen 0, 1-3 Monate und 9-12 Monate, und der 1. Auffrischung nach 3 Jahren, sowie das Schnellschema, bei dem die Grundimmunisierung innerhalb von 3 Wochen abgeschlossen wird (Impfungen an den Tagen 0,7,21); Die erste Auffrischung ist dann nach 18 Monaten fällig.


Quelle: Pressekonferenz der Firma Novartis Behring zum Thema „FSME-Impfungen auf Rekordniveau! – Was bringt die Zeckensaison 2008?“, am 30.01.2008 in Frankfurt am Main.

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