Genetische Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod gefunden

 

Essen/Bonn (23. März 2009) –  Ein internationales Wissenschaftskonsortium hat im menschlichen Genom verbreitete Genvarianten gefunden, die auf ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod hinweisen können. Dieser Zusammenhang findet sich auch in der Heinz Nixdorf Recall Studie, die in Zusammenarbeit mit Bonner Humangenetikern an diesem internationalen Konsortium beteiligt ist. Die Ergebnisse der genomweiten Studie sind vorab online in der Zeitschrift Nature Genetics veröffentlicht. Die Forscher erhoffen sich, dass es mit Hilfe dieser Genvarianten zukünftig gelingen wird, das individuelle Risiko bei Patienten frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls geeignete Therapieschritte einleiten zu können.

 

Unter Leitung von Dr. Arne Pfeufer vom Helmholtz Zentrum München haben Wissenschaftler des internationalen Wissenschaftskonsortiums QTSCD die Elektrokardiogramme (EKG) von mehr als 15.000 Personen aus Deutschland, Italien und den USA untersucht und dabei zwölf Genvarianten gefunden, die für ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen und den plötzlichen Herztod stehen. In ihrer Summe und im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren können diese Genvarianten über das jeweilige individuelle Krankheitsrisiko entscheiden.

 

Dieser Zusammenhang findet sich auch in der Heinz Nixdorf Recall Studie, einer Stichprobe von 4814 Menschen aus dem Ruhrgebiet, die mit einer Substichprobe an diesem internationalen Konsortium beteiligt war. "Solche Erkenntnisse gelingen heutzutage nur im Rahmen internationaler Zusammenarbeit" erklären unisono die Studienleiter, die Essener Professoren Erbel (Kardiologie) und Jöckel (Epidemiolgie), die gemeinsam mit Dr. Mühleisen aus der Arbeitsgruppe des Bonner Humangenetikers Prof. Nöthen zu den Koautoren dieser hochrangigen Publikation zählen. "Zugleich stärken solche Ergebnisse unsere Zusammenarbeit und zeigen, dass die Kooperationen innerhalb Nordrhein-Westfalens über Universitätsgrenzen hinweg richtig und zielführend sind" ergänzt Prof. Jöckel. Aus dieser Kooperation werden auch in Zukunft noch wichtige Erkenntnisse resultieren, darin sind sich alle drei Wissenschaftler einig.

 

Originalpublikation
Pfeufer, A. et al: Common variants at ten loci modulate the QT interval duration in the QTSCD Study.
Nature Genetics online -Veröffentlichung 22 March 2009 (DOI 10.1038/ng.362)

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Essen vom 23.03.2009.

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