MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

GeparSixto

Wenn sich der Behandlungsstandard verbessern lässt ‑ was heißt das für den Arzt?

 

Claus Burgardt, RA

 

Berlin (20. Juni 2014) – Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist es, die zweckmäßige, notwendige und wirtschaftliche Krankenversorgung sicherzustellen. Anerkanntermaßen folgt aus dem Verfassungsrecht kein Anspruch der Versicherten auf einen bestimmten Zuschnitt der gesetzlichen Krankenversicherung oder auf die Zurverfügungstellung bestimmter Gesundheitsleistungen (BVerfG, B. v. 26.02.2013, 1 BvR 2045/12). Daher ist der Gesetzgeber und von ihm ermächtigt die Selbstverwaltung der GKV in weitem Umfang befugt, das Leistungsniveau festzulegen und damit die Leistungsansprüche der Versicherten zu konkretisieren. Entscheidungsmaßstab für diese Konkretisierung in der GKV sind die Grundsätze der evidenzbasierten Medizin. Diese in der GKV ausschließlich studienorientierte Bewertung kann in Gegensatz zum individuellen Versorgungsbedürfnis des Patienten stehen. Für lebensbedrohliche oder regelmäßig tödliche Erkrankungen hat daher das Bundesverfassungsgericht darauf hingewiesen, dass es nicht den Grundrechten entspricht, eine Behandlungsmethode mit nicht ganz entfernt liegenden Erfolgsaussichten selbst dann auszuschließen, wenn keine allgemein anerkannte, medizinischem Standard entsprechende Behandlung mehr zur Verfügung steht (BVerfG, B. v. 06.12.2005, 1 BvR 347/98).


Schwierigkeiten bereitet die Erfüllung des individuellen Versorgungsbedürfnisses des Patienten auch in Off-Label-Use-Fällen. Grundsätzlich kann zwar die Verordnungsfähigkeit eines Arzneimittels an den Umfang der arzneimittelrechtlichen Zulassung geknüpft werden. Ein Off-Label-Use ist aber zulässig bei schwerwiegenden Erkrankungen für die keine zugelassene Behandlungsalternative mehr ernsthaft in Betracht kommt, sofern eine ausreichende Beleglage für die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Off-Label-Anwendung besteht. Unter Anwendung dieser Prinzipien ist daher zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen die Ergebnisse der Gepar-Sixto-Studie den Patienten in der Regelversorgung zur Verfügung gestellt werden können. Gegenstand der Studie war die neoadjuvante Chemotherapie von Brustkrebspatientinnen, die anhand der Komplettremissionen die Effektivität unterschiedlicher Therapieregimes überprüft hat.

 


Quelle: Presseveranstaltung der Firma Teva zum Thema „GeparSixto – wie umsetzen im klinischen Alltag?“ am 20.06.2014 in Berlin anlässlich der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellscaft für Senologie,(tB).

MEDICAL NEWS

Monoclonal antibody therapy for COVID-19 safe, effective for transplant patients
Having trouble falling asleep predicts cognitive impairment in later life
SARS-CoV-2 detectable — though likely not transmissible — on hospital…
Waking just one hour earlier cuts depression risk by double…
Moving one step closer to personalized anesthesia

SCHMERZ PAINCARE

Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Risikobasiertes Brustkrebs-Screening kosteneffektiv
Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung
Cannabidiol gegen Hirntumore
Assistierte Selbsttötung bei Krebspatienten: Regelungsbedarf und Ermessensspielraum
Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?

MULTIPLE SKLEROSE

Patienteninformationen zu Interferon-beta-Präparaten
Zulassung des S1P Modulators Ponesimod zur Behandlung von erwachsenen Patienten…
Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…
Schwangere mit MS: Schadet Schubbehandlung dem Ungeborenen?

PARKINSON

Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga