Gesucht: 77.000 Pflegekräfte – dem Pflegebereich droht ein Personalmangel

Diakonie macht sich stark für die ideelle und finanzielle Anerkennung der Pflege

Berlin (27. August 2009) – Am kommenden Dienstag (01.08.2009) veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Einmal mehr wird dann deutlich: Deutschland droht ein dramatischer Personalmangel im Pflegebereich. Seit Jahren wächst die Zahl der offenen Stellen. Allein in der Altenpflege waren es im Juli 14.791 Arbeitsplätze, fast 50 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Experten schätzen, dass bis 2020 ein zusätzlicher Personalbedarf von mehr als 50.000 Pflegekräften im stationären und 27.000 im ambulanten Bereich gedeckt werden muss.

Der Pflegebereich wäre ein Jobmotor – wäre es um das Ansehen des Berufsfeldes in der breiten Öffentlichkeit besser bestellt. Groß sind die physischen und psychischen Belastungen, nicht immer ausreichend die Personalschlüssel und die Bezahlung entspricht nicht immer der verantwortungsvollen Tätigkeit. „Der Beruf muss attraktiver werden. Die Berufszufriedenheit und Verbleib im Beruf müssen erhöht werden. Der Wert der Pflege muss ideell und finanziell anerkannt werden“, fordert Klaus-Dieter Kottnik, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD. „Das beginnt bei einer angemessenen Bezahlung der Mitarbeitenden, führt über die Entbürokratisierung bis hin zu modernen Aus- und Fortbildungskonzepten sowie Maßnahmen der Personal- und Organisationsentwicklung. Dazu brauchen wir klare gesetzliche Rahmenbedingungen, die die wachsenden Ansprüche im Blick haben. Nur so wird gute Pflege Zukunft haben. Hier sind Politik, Pflegekassen und die Pflegeanbieter gemeinsam gefordert.“

Mit ihrer Aktion WEIL WIR ES WERT SIND setzt sich das Diakonische Werk der EKD daher für eine Anpassung der Sozialgesetzgebung ein. Kernstück der Forderungen ist eine gerechte Bezahlung der Mitarbeitenden. „Geltendes Arbeitsrecht, also auch tarifliche sowie kirchliche Arbeitsrechtsregelungen, muss bei der Finanzierung der Leistungen durch die Kassen vollständig berücksichtigt werden“, erklärt Diakonie-Präsident Kottnik. Mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen stellt er klar:„Nur mit einer verlässlichen Finanzierung werden wir gute Pflege dauerhaft leisten können. Nur so können wir auch eine gute Ausbildung und die notwendige Qualifizierung unserer Mitarbeitenden ermöglichen und den Pflegeberuf für Fachkräfte und den Nachwuchs attraktiv gestalten.“

Mit seiner Unterschriftenaktion setzt sich der evangelische Wohlfahrtsverband gemeinsam mit Pflegekräften, Pflegebedürftigen und Angehörigen für die ideelle und finanzielle Anerkennung der Pflege ein.

Ziel der Kampagne: Noch vor der Bundestagswahl sollen die Unterschriften an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Parteivorsitzende aller Bundestagsparteien übergeben werden. Damit will die Diakonie erreichen, dass ihre Forderungen in die Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden.

Eingebettet ist die Forderung nach einer gerechten Bezahlung in ein Gesamtkonzept, wie eine zukunfts- und wertorientierte Pflege gestaltet werden sollte. Das umfasst sowohl die Finanzierung und Qualitätssicherung, als auch die wachsenden Anforderungen an das Pflegepersonal und pflegende Angehörige: Würdevolle Pflege soll unabhängig vom individuellen Einkommen geleistet werden können. Personelle und finanzielle Ressourcen sollen durch eine Entbürokratisierung freigestellt und so, zusammen mit Änderungen gesetzlicher Grundlagen, die Qualität der Pflege gewährleistet werden. Regelungen für eine angemessene Personalausstattung, stabile Rahmenbedingungen für eine gerechte Vergütung sowie innovative Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote sowie Maßnahmen der Personal- und Organisationsentwicklung sollen darüber hinaus die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern und das Berufsfeld generell attraktiver machen. Pflegende Angehörige sollen eine bessere Anerkennung und gesellschaftliche Unterstützung erfahren.

WEIL WIR ES WERT SIND ist eine gemeinsame Aktion des Diakonischen Werks der Evangelischen in Deutschland, des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und des Diakonischen Werks Bayern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Mehr Informationen unter www.weil-wir-es-wert-sind.de


Quelle: Pressemitteilung des Diakonischen Werkes der EKD vom 27.08.2009.

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